Abbrucharbeiten sollen bis Weihnachten beendet sein 

Auf Gut Altona ist jetzt das Abrissteam am Werk

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Am Montagmorgen startete der Abriss des abgebrannten Haupthauses. Das Abbruchteam wird sich in den kommenden Wochen vom hinteren Bereich des Gebäudes in Richtung Landesstraße vorarbeiten. 

Altona - Von Tanja Schneider. Die Decke über der ehemaligen Restaurant- und Hotelküche knarzt unter dem Gewicht des Abbruchbaggers. Innerhalb weniger Sekunden gibt sie dem Druck des Greifers nach und stürzt ein. Nach dem verheerenden Brand im September haben am Montag die Abrissarbeiten auf Gut Altona begonnen. Großteile des Haupthauses sind nicht mehr zu retten und müssen weichen. Für die Inhaberfamilie Ahrmann ein schwerer Schritt. Schließlich sind mit dem Gebäude, in dem sich auch Festsaal und Tagungsräume befanden, viele schöne Erinnerungen verbunden.

„Trotzdem sind wir froh, dass es nun weitergeht“, teilte die Familie mit. Nach Auskunft von Inka Ahrmann sollen die Abrissarbeiten bis Weihnachten beendet sein. Der beschädigte Komplex werde langsam abgetragen. Die Familie tüftelt derweil an den Plänen für den Wiederaufbau. „Wir haben schon mehrfach mit dem Architekten zusammengesessen. Heute Abend steht ein weiterer Termin an“, erzählte sie am Montag. Möglichst bis Weihnachten solle der Entwurf nahezu perfekt sein. „Im März wollen wir gerne den Bauantrag beim Landkreis stellen. Wir hoffen, dass dieser dann schnell bearbeitet wird“, so Ahrmann.

Auch die alte prägende Fassade des Hotels „Gut Altona“ wird bis Weihnachten verschwinden.

Von den Grundzügen her soll der Neubau dem alten Haupthaus ähneln. „Wir möchten das gleiche Angebot an Räumen vorhalten wie vor dem Brand, nur etwas anders angeordnet“, berichtete Ahrmann. An der inneren Aufteilung werde derzeit noch gefeilt. Neben gestalterischen Aspekten seien schließlich auch Faktoren wie die Statik und der Brandschutz zu beachten. „Wenn der Entwurf fertig ist, wollen wir ihn zunächst unseren Mitarbeitern vorstellen“, sagte Ahrmann. Diese hatten der Familie während der schweren Zeit nach dem Brand zur Seite gestanden. Der Zuspruch des Teams, von Kollegen und Freunden hatte die Ahrmanns in ihrer Entscheidung für den Wiederaufbau des Haupthauses bestärkt.

Die kommenden Wochen stehen aber noch im Zeichen des Abrisses. Am Montag galt es zunächst, einige Vorbereitungen zu treffen. So richtete das Abbruchteam der Firma Scheele erst einmal eine Fläche her und dichtete sie ab, um das Erdreich vor möglichen Kontaminierungen zu schützen. Denn einiges, was nun mittels Greifer aus der Brandruine ins Freie befördert wird, gehört in die Kategorie „Sondermüll“. „Wir können nicht einfach alles auf einen Haufen schütten. Es muss gut sortiert werden“, erläuterte Ahrmann. Hierfür wurden mehrere Container aufgestellt, in die am Montag die ersten Deckenelemente, Fensterrahmen und restliche Teile der Inneneinrichtung verschwanden. Schnell bildeten sich auf der Fläche Haufen mit verkohlten Holzbalken, Dämmmaterial und Klinkersteinen. „Wir hoffen, dass es vielleicht noch das eine oder andere gibt, das erhalten und aufbereitet werden kann, zum Beispiel Türen“, meinte Ahrmann.

Fassade des Eingangsbereiches nicht zu retten

Die alte und prägende Fassade des Eingangsbereiches ist hingegen nicht zu retten. Sie wird ziemlich zuletzt abgerissen werden. „Wir arbeiten uns vom hinteren Teil des Gebäudes nach und nach vor“, berichtete Ahrmann. Angefangen bei der Küche weichen in den kommenden Tagen die Tagungsräume und der Saal, sodass das Abbruchteam mit seinen Maschinen den einstigen Restaurant- und Empfangsbereich erreichen kann, ohne den Verkehr auf der Landesstraße zu beeinflussen.

Vom Abriss verschont bleiben der Wintergarten im Anbau und die dahinterliegenden Räume. Sie wurden durch das Feuer, das damals rund 280 Einsatzkräfte über Stunden in Atem gehalten hatte, nicht direkt beschädigt. Allerdings benötigt auch der Wintergarten einen neuen Boden, weshalb er derzeit nicht genutzt werden kann.

Die Familie Ahrmann blickt nach dem schweren Schlag nach vorne und hofft, „dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, um in eine erfolgreiche Zukunft starten zu können“, teilte sie auf ihrer Facebook-Seite mit.

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