Dötlinger Seifenkisten- und Bobbycarrennen

Achtung, Heuschrecke und pinker Blitz auf der Piste!

Wagemutig lehnten sich die Bobbycar-Fahrer kurz vorm Zieleinlauf in die Kurve. - Foto: Nosthoff

Dötlingen - „Sein Haustier mitzunehmen, ist ja nicht verboten“, meinte Seifenkistenpilotin Sara Henning am Sonnabendnachmittag vor ihrem zweiten Start grinsend. Und so war ihr „Maskottchen“ wohl die erste und einzige Stabheuschrecke, die jemals in einer schwarzen Totenkopf-Seifenkiste den Dorfring in Dötlingen herunter gesaust ist. Solch einen Co-Piloten konnte sonst keiner der insgesamt 19 Teilnehmer beim 23. Dötlinger Seifenkistenrennen vorweisen. Einmal mehr hatte die Motorsportgemeinschaft (MSG) Hunte-Delme neben den jeweils drei Starts pro Seifenkiste auch wieder die Bobbycar-Rennen im K.O.-System organisiert.

Die Piloten starteten jeweils in drei Altersklassen. In der Kategorie „Sechs bis zehn Jahre“ traten sechs Teilnehmer gegeneinander an, ebenso bei den Elf- bis 16-Jährigen. Zudem wagten sich sieben über 17-Jährige auf die Piste – darunter nicht wenige Väter und passionierte Seifenkisten-Bastler. Denn einmal muss man schließlich auch selbst das Fahrgefühl des Vehikels testen, das man mit so viel Herzblut für den Nachwuchs zusammengeschraubt hat. Etwas Erfahrung brachten der fast Zehnjährige Joris und Papa Gregor Kulbach bereits mit. Die Dötlinger hatten wie im vergangenen Jahr ihren „blauen Drachen“ im Schlepptau. Die schmucke Seifenkiste war komplett in Eigenarbeit entstanden – und hatte Joris 2015 den dritten Platz beschert. Ein Ergebnis, das er in diesem Jahr tatsächlich noch toppte: Hinter dem neunjährigen Jano Fischer aus Liebenau und vor dem achtjährigen Falk Neteler aus Wildeshausen mit seinem „Donnervogel“ belegte Joris in seiner Klasse den zweiten Platz. Unerwartet überholte sein Vater, der ebenfalls mit dem „blauen Drachen“ startete, ihn am Ende in der Gesamtwertung: Von 19 Startern belegte Gregor Kulbach Platz acht, Joris folgte auf Rang 13.

Auch andere Teams und Einzelkämpfer spekulierten ständig, ob ihre Kiste wohl mit viel oder mit weniger Gewicht schneller sei, und ob man mit Vor- oder Zurücklehnen an Tempo gewinnen könne. Paul Götze hatte schon im Vorfeld einige Tests durchgeführt. Immerhin ist der 15-Jährige ein recht erfahrener Seifenkisten-Pilot und kann auf zwei selbst gebaute Gefährte zurückgreifen. „Wir haben herausgefunden, dass diese Kiste hier auf kurzer Distanz einfach schneller ist, als die andere“, verriet Paul das Testergebnis.

Viel Vertrauen setzten die Freundinnen Amy Roscher (8) und Gesa Hillebrandt (9) in ihre Seifenkisten, die im Partnerlook daher kamen: Amy manövrierte ein „Flower-Power-Mobil“ den Berg hinunter, Gesa betitelte ihr Gefährt als „Blumenkiste“. „Ich habe sie ganz neu bemalt“, erklärte Gesa stolz. „Meine habe ich letztes Jahr schon so hergerichtet. Aber den Glitzer hat mein Papa vorm Rennen noch draufgemacht“, berichtete Amy. Gebaut hatte die Seifenkisten vor zwei Jahren, als die Mädels mit sechs Jahren zum ersten Mal von der Dötlinger Rampe rollten, Amys Großvater. „Opas haben eben mehr Zeit“, gab Gesas Vater schmunzelnd zu. Und es ist nicht auszuschließen, dass er nun noch einmal ran muss, um die „Blumenkiste“ für das kommende Jahr etwas schneller zu machen. Das sah Dieter Wilkens, der die Veranstaltung moderierte, ein. „Ja, Gesa hat mir vorhin auf der Terrasse schon erklärt, dass wir da noch etwas machen müssen“, informierte er die Zuschauer vor dem Start seiner Enkelin.

Die hatte nichtsdestotrotz wie ihre Freundin Amy einen Heidenspaß bei der Abfahrt. Dies ließ sich ebenso von Johanna Lüschen behaupten. „Die letzten Jahre bin ich immer mit Kettcar ohne Kette gestartet, jetzt habe ich eine richtige Seifenkiste“, erklärte sie stolz. Nachdem sie ihren „pinken Blitz“ ins Ziel gesteuert hatte, strich sie liebevoll über den leuchtenden Anstrich. „Wir haben die Kiste in meiner Lieblingsfarbe eingesprüht“, meinte sie.

Nachfolgend die Ergebnisse: Seifenkistenrennen: In der Klasse „Sechs bis zehn Jahre“ siegte Jano Fischer (Liebenau) vor Joris Kulbach (Dötlingen) und Falk Neteler (Wildeshausen). Bei den Elf- bis 16-Jährigen gewann Moritz Fischer (Liebenau). Zweiter wurde Tom Lindemann (Dötlingen), dritter Leon Mehlau (Delmenhorst). Den ersten Platz bei den über 17-Jährigen belegte Hans-Georg Wiemken aus Rastede. Ihm folgten Ilse Flottmann und Martin Volkmann (beide Dötlingen) auf Platz zwei und drei. In der Gesamtwertung hatte mit der Bestzeit von 22,60 Sekunden ebenfalls Wiemken die Nase vorn. Knapp hinter ihm folgten die Fischer-Brüder: Der neunjährige Jano mit 22,63 und der elfjährige Moritz mit 22,64 Sekunden. Den Pokal für die originellste Seifenkiste erhielt Michelle Ruß (Ganderkesee).

Bobbycar-Rennen: Sechs- bis Zehnjährige: 1. Christopher Fleck (Dötlingen), 2. Johanna Lüschen, 3. Laurenz Lüschen ( beide Ohe); Elf- bis 16-Jährige: 1. Leo Neteler (Wildeshausen), 2. Benedikt Fleck, 3. Emily Alterbaum (beide Dötlingen); 17 Jahre und älter: 1. Lutz Lindemann, 2. Hans Christian Ulrich (beide Dötlingen), 3. Peter Wittenberg (Ganderkesee). 

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