Nienburger CDU stellt entsprechenden Ratsantrag

Stadt- und Kreisarchiv auf die „grüne Wiese“?

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Bibliothek mit oder ohne Archiv in Nienburgs Fußgängerzone? Mit dieser Frage wird sich der Stadtrat auseinandersetzen müssen.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Zu groß, zu teuer und die erhofften EU-Fördermittel gibt es auch nicht: Nienburgs geplantes Zehn-Millionen-Euro-Neubauprojekt „Archiv und Bibliothek“ in der Fußgängerzone bekommt ordentlich Gegenwind angesichts einer chronisch klammen Stadtkasse.

Jetzt fordern die Christdemokraten in einem Ratsantrag, das Vorhaben in dieser Form zu stoppen. Konkret beantragt die CDU-FDP-Gruppe darin, lediglich die Stadtbibliothek an zentraler Stelle mit entsprechendem Publikumsverkehr in der Langen Langen Straße 31 bis 33 anzusiedeln und für das Stadt- und Kreisarchiv einen neuen dezentralen Standort zu suchen. Die Kosten für den Archivneubau sollten auf maximal drei Millionen Euro beschränkt werden. Weiterhin müsse die Stadt ihren Kauf des Grundstückes in der Langen Straße von der Wohnungsgesellschaft GBN stoppen und die entsprechenden Räume im Erdgeschoss für die zukünftige Stadtbibliothek, deren Fläche auf 700 bis 800 Quadratmeter begrenzt werde, von der GBN mieten. Die Etagen darüber sollen komplett als barrierefreier Wohnraum konzipiert werden.

„Wir sind nicht gegen eine neue Bibliothek und ein neues Stadtarchiv“, betont CDU-Fraktionsfize Georg Hennig gegenüber dem BlickPunkt. Dass die Bibliothek nicht im Posthof bleiben könne, sei unstrittig. Allerdings hält die CDU-FDP-Gruppe ihre Alternative mit einem Archiv auf der „grünen Wiese“ für deutlich günstiger. In dem Neubauprojekt in der Langen Straße sei dann außerdem mehr Platz für Wohnungen, die entsprechend vermarktet werden könnten.

Die Chancen auf eine Annahme des Antrages in der Ratssitzung am kommenden Dienstag sind aber äußerst gering. Sowohl die Sozialdemokraten, als auch die Grünen werden ihm wohl nicht zustimmen. „Ich halte diese Argumente für ein Stück weit unseriös“, betont die SPD-Fraktionschefin Anja Altmann. Es sei sehr schwierig, einen Archivneubau für drei Millionen Euro zu realisieren. Schließlich gebe es bauliche Vorgaben für die Statik eines Archivs und die müssten auch an einem anderen Standort eingehalten werden. Und in einem solchen Fall müsse noch ein Grundstück gekauft werden. Das sei ihr persönlicher Standpunkt, den sie noch nicht mit ihrer Fraktion abgestimmt habe, schränkt Anja Altmann ein. Sie gehe aber davon aus, dass die SPD-Fraktion das auch so sieht.

Grünen-Fraktionschef Peter Schmithüsen ist ebenfalls überzeugt, dass mit einer Ausgliederung des Archivs kein Geld gespart wird. „Die kalkulierten zehn Millionen Euro beinhalten mehrere Projekte“, erklärt er. Darin seien neben dem Stadt- und Kreisarchiv schließlich die Bibliothek, Wohnungen und eine Tiefgararge vorhanden. Wenn man diese Positionen herausrechne, sei fraglich, ob für das Archiv überhaupt drei Millionen Euro übrig bleiben. „Eine Ausgliederung des Archivs wird nicht billiger“, ist der Grünen-Fraktionsvorsitzende überzeugt. Zudem habe die Stadt jahrelang nach einem Archivstandort gesucht und keinen gefunden.

Einen vollkommen anderen Vorschlag hat die Unabhängige Liste Nienburg (ULN). „Wir möchten die Bibliothek an Ort und Stelle lassen“, erklärt deren Fraktionsvorsitzender Dietmar Thomsik. Man könne den Posthof sanieren und unter Denkmalschutzgesichtspunkten um einen modernen Anbau erweitern, schlägt er vor. Damit bliebe die Bibliothek an einem zentralen Ort mitten in der Stadt. Auch das Stadt- und Kreisarchiv könne an seinem alten Standort bleiben, wenn man es aufstocke und entsprechend saniere. „Das würde etwa die Hälfte kosten“, ist Thomsik überzeugt. Grundsätzlich sei die Neubauidee in Ordnung, nicht aber, wenn man sie angesichts der aktuellen finanziellen Situation kreditfinanzieren müsse.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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