Frisches aus dem Garten verarbeitet wie früher

Der Werdegang einer Traube

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Weintrauben sind in den letzten Wochen des Sommers und den ersten des Herbstes reif.

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Nun lassen sich aus dem eigenen Garten nicht nur Äpfel und Kirschen, Tomaten und Möhren verarbeiten. Aus Trauben lässt sich wunderbar frischer Saft herstellen.

Das Land Niedersachsen hat neuerdings Weinbaurechte. Es ist somit fortan offiziell Weinanbaugebiet. Gemeint sind damit große Flächen, wer privat ein paar oder auch ein wenig mehr Reben im Garten hat, durfte das selbstredend schon zuvor. Denn Wein – als Pflanze – sieht nicht nur schön aus. Er ist auch praktisch, lassen sich die kleinen Früchte doch direkt verspeisen oder verarbeiten.

Ab in die Obstpresse - und los geht es!

Für eine zugegebenermaßen überschaubare Menge Traubensaft hat es in der heimischen Herstellung jedenfalls gereicht. Und Spaß macht die Produktion obendrein – vor allem Kindern, die eifrig Trauben in die alte reaktivierte Saftpresse legen. Was für eine Sorte Trauben da nun zu Verarbeitung kam ist unbekannt – und auch nebensächlich. Nun lassen sich aus dem eigenen Garten, wie klein oder großer er auch sein mag, nicht nur Äpfel und Kirschen, Tomaten und Möhren ernten, sondern eben auch Weintrauben – und natürlich noch vieles mehr.

Gerade Trauben sind, so sie denn gediehen sind, recht pflegeleicht. Wenn die kleinen runden Früchte reif sind, schön prall mit leicht hölzernem Stiel, lassen sie sich pflücken. Sie schmecken in diesem speziellen Fall zwar auch pur, einfach so, haben aber doch recht viele feste Kerne und eine bittere Schale. Also dürfen sie ihren nahrhaften Sinn als Saft bekommen.

Das Ergebnis: Der Saft ist trüb und mit Bodensatz, leicht säuerlich.

Da sie unbehandelt sind, kommen sie direkt in die Presse, eine urige Apparatur, die an ein Holzfass erinnert, mit langer Winde, mit der die Presse betätigt wird. Ursprünglich diente sie wohl der Apfelverarbeitung. Und tatsächlich sind die Trauben fast etwas zu klein. In der Menge funktioniert es aber einwandfrei. Durch ein Tuch zum Filtern läuft der frische Saft in ein Auffangbehälter. Und von da aus kommt er in zwei ausgewaschene Flaschen mit Schraubverschluss. Die Familie war beschäftigt, die Kinder sind erstaunt. Sieht gar nicht aus wie Traubensaft. Trüb und mit Bodensatz. Schmeckt aber, angenehm säuerlich und vor allem frisch. Wer die Weintrauben nicht verarbeiten, aber auch nicht direkt verspeisen will, sollte sie nach der Ernte samt Fruchtstielen an den Beeren – denn dazu zählen sie – kühl lagern. Bei Zimmertemperatur halten sie nur wenige Tage, teilt die Landwirtschaftkammer mit.

Und wie war das jetzt mit den Weinbaurechten? Die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat laut niedersächsischem Agrarministerium zehn Antragstellern im Land insgesamt rund 7,6 Hektar für Rebpflanzungen genehmigt. Eine geschützte Ursprungsbezeichnung für das Gebiet sei damit jedoch nicht verbunden, stellte das Bundeslandwirtschaftsministerium klar. Aus lokal passendem Wein zum Nienburger Spargel wird es allerdings nichts. Die neuen Weinbauflächen befinden sich in den Landkreisen Göttingen, Lüneburg, Oldenburg, Schaumburg, Ammerland, Osnabrück und Friesland sowie in der Region Hannover. Erlaubt war bislang nur der hobbymäßige Anbau von maximal bis zu 99 Weinreben. Nach einer Reform der EU-Weinmarktregelung hatte die Bundesrepublik bis Ende März dieses Jahres Genehmigungen für neue Anbauflächen ausgeschrieben.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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