„ConQuest of Mythodea“ lädt zu sich und nach Brokeloh ein

Wellness auf dem Rittergut bei fantastischen Gestalten

Der „Blutpakt“ probt für sein Ritual – die tanzenden Frauen haben sich dafür auf eine entlegene Wiese zurückgezogen.

Brokeloh - Von Beate Ney-Janßen. Der „ConQuest of Mythodea“ – das weltweit größte Live-Rollenspiel – neigt sich seinem Ende entgegen. Besucher können Samstag noch das angegliederte „Fantastica Festival“ auf dem Rittergut in Brokeloh besuchen.

Sie stehen in großem Kreis, singen, tanzen und halten gefüllte Schalen in den Händen. Zwei Trommeln geben den Takt an. „Das ist der Blutpakt“, sagt eine der Tänzerinnen. Als „Blutpakt“ haben sich die Frauen zusammengeschlossen, campieren irgendwo im „Ad Astra“, dem Viertel der Wissenschaftler. Aus unterschiedlichen Gegenden Deutschlands kommen sie, aber für die Tage auf Mythodea haben sie sich verabredet.

Was wenige Zuschauer auf der abgelegenen Wiese an diesem Tag nur zu sehen bekommen haben, ist eine der Proben für ein Ritual, das sie am folgenden Tag öffentlich vorführen wollen. Zum Ende der Probe strahlen die Frauen, hüpfen herum, applaudieren sich selbst – dieses Ritual wird gelingen und eine schöne Zugabe zu der Welt Mythodeas sein.

Aus der Ferne erklingt unterdessen Schlachtenlärm. Welche Bewohner Mythodeas gerade aufeinander treffen, lässt sich daraus zwar nicht erschließen. Wo gekämpft wird, ist auf den weitläufigen Ländereien des Rittergutes in Brokeloh aber immer gut zu hören.

Auf dem „Fantastica-Festival“ auf dem Rittergut in Brokeloh locken nicht nur die Stände des mittelalterlichen Marktes, sondern auch eine Strohburg.

Auf dem Weg zu der Schlacht ermahnt eine Mutter ihre wohl sechsjährige Tochter: „Du kennst doch die Regeln: den Dolch nie an der Schneide anfassen.“ Die Kleine zieht zwar eine Flunsch, beugt sich dieser Regel aber dennoch und fasst ihren Kunststoff-Dolch brav und fest am Griff. In die Schlacht wird sie nicht einziehen – für Kinder ist das Toben und Wogen der Heere, die sich bekämpfen, zu gefährlich. Am Rand zusehen und darauf hoffen, in einigen Jahren selbst mittendrin zu sein, ist aber auch schon ein Erlebnis. Ein Winzling mit Schwert bekommt sein erstes Erfolgserlebnis, als er von der Hand der Mutter darf, um einen der beeindruckenden Söldner vom „Schwarzen Eis“ mit gezielten Hieben niederzustrecken – als der geschlagen auf dem Rücken liegt, freut sich der Kleine, hüpft auf dem Bauch des Recken herum und gluckst: „Papa!“

Gleich fällt der Recke durch die Schläge des Winzlings – weil Väter solche Dinge für ihre Söhne auch dann tun, wenn sie Söldner beim „Schwarzen Eis“ sind.

Jenseits der großen Schlachten ist es aber die Liebe zum Detail, die das Bild des Live-Rollenspiels prägt. Eine komplette Welt entsteht Jahr für Jahr mit all ihren Facetten. Wellness ist etwa angesagt: Badehäuser laden Gäste zu sich ein, Massagen werden an anderer Stelle angeboten und auch eine Rasur mit blankem Messer ist möglich. Auf dem Markt steht eine Kegelbahn, eine Truppe von Musikern zieht durch die Gassen und hofft auf Zuhörer, wenn sie lauthals ihre Lieder anstimmt. Das Schlagzeug ist auf einen kleinen Wagen montiert. Über Lagerfeuern brodeln Suppen, Heiler wickeln ihre Verbände auf, eine Gruppe Orks beratschlagt sich, eine Waldtrollin führt einfach nur ihr Outfit spazieren und am Wegrand daneben verkauft ein Mädchen Rosen an die Vorübergehenden.

Horden, die in die Schlacht ziehen, sind allenthalben auf Mythodea unterwegs. - Fotos: Beate Ney-Janßen

Jenseits der Schlachtfelder ist die Stimmung gelassen, friedlich, entschleunigt und keiner macht ein Aufheben vom oftmals merkwürdigen Aussehen vieler Bewohner Mythodeas. Lediglich die Tages-Touristen auf dem Gelände schauen neugierig den Gestalten hinterher. Von ihnen – den Tages-Touristen – werden auch Samstag, am letzten Tag des ConQuests, nicht mehr als 200 auf das Gelände gelassen. Auf dem Weg über das „Fantastica-Festival“, das dem ConQuest angegliedert ist, können diese begehrten Tickets erworben werden. Hinein darf jedoch nur, wer in entsprechender Gewandung erscheint.

Das Festival hingegen – ein mittelalterlicher Markt mit allerhand Aktionen – kann von allen besucht werden.

Weitere Informationen dazu sind hinterlegt auf

www.fantastica-festival.de

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