„Kultour-Verein“ bereitet alles für den Auftritt von „True Collins“ vor

Viel Arbeit für einen schönen Konzertabend

Fröhliche Stimmung im Park der Heimvolkshochschule – das ist das übliche Bild beim Open Air des „Kultour-Vereins“. - Foto: ade

Rehburg-Loccum - Von Beate Ney-Janßen. Die Mappe wiegt schwer, die Annette Albrecht-Kesselhut auf den Tisch legt. Seite um Seite hat sie mit dem gefüllt, was es zu beachten gilt, wenn ein Verein ein Open-Air-Konzert für 500 bis 1.000 Menschen ausrichtet. Das fängt damit an, dass sich der Vorstand auf eine Band einigt, und hört mit der Liste derjenigen, die am Tag danach abbauen, noch lange nicht auf.

15 bis 20 Jahre – ungefähr so lange ist es Annette Albrecht-Kesselhut, die für das Open-Air des Vereins zuständig ist. Allzu viele Tage sind es nicht mehr, bis am 30. Juli auf der Bühne im Park der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum die Band „True Collins“ eine große Menge zum Wogen bringen soll. Umso dichter werden die Planungen, umso kleinteiliger die Aufgaben, die Albrecht-Kesselhut erledigt oder auch verteilt. Eben ist sie noch mit dem Loccumer Henning Müller durch den Park gelaufen. Cocktails will er anbieten zu der Musik der Genesis-Coverband. Das ist neu beim Open-Air, weshalb die üblichen Stellplätze für Pavillons und Bierwagen verrückt werden müssen.

Auf den Vorstand kann Albrecht-Kesselhut bei den Vorbereitungen zählen. Zwei Tage lang muss aufgebaut, müssen Bier, Wein und Wasser ausgeschenkt, Fässer geschleppt, Gläser gespült und Parkplätze zugewiesen werden. Allein für das Aufstellen der großen Pavillons sind 32 Hände notwendig, die auf Ansage die Konstruktion anheben und die Plane zurechtrücken. Biertisch-Garnituren für bis zu 1 000 Besucher stellen sich ebenfalls nicht von allein auf und selbst für die Blumen-Deko auf den Tischen gibt es mittlerweile ein eingespieltes Team von Frauen, das am frühen Morgen Wegränder und Wiesen nach Sommerblumen absucht, die in großen Eimern angekarrt und auf kleine Vasen schön verteilt werden.

Manchmal geht dann aber trotz aller Umsicht etwas schief. Die Kühlanlage für die Getränke etwa, die beim einzigen Open-Air auf dem Loccumer Klostergelände aufgab. Eine verstopfte Toilette. Die Bierzapfanlage, die nicht funktioniert. Eine Lösung haben sie immer gefunden, sagt Albrecht-Kesselhut, und bei allen kleinen Pannen auch immer ein Publikum, das darüber hinwegsehen mochte. Wie geduldig sein Publikum ist, hat der Verein bereits bei seinem ersten Open-Air im Gründungsjahr 1994 erfahren. Damals kamen rund fünfmal so viele Besucher, wie der Verein kalkuliert hatte – mit dem Ergebnis, dass es an den Ess-Stationen Wartezeiten bis zu 90 Minuten gab. „Und keiner hat gemurrt“, erinnert sich Albrecht-Kesselhut.

Viele weitere Absprachen sind noch nötig, bevor der Park der Heimvolkshochschule einmal mehr zur Konzertbühne werden kann. Die Verträge mit der Band sind geschlossen, die Bühne bestellt, die Technik engagiert. Die Abstimmung mit der Heimvolkshochschule ist wichtig, ein Rettungsdienst muss vor Ort sein und einen Sicherheitsdienst engagiert der Verein, seit der die 500er-Marke bei den Besucherzahlen geknackt hat. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Finanzen. Ist das Wetter schön, trifft die Band den Publikums-Geschmack und sind keine großen Konkurrenz-Veranstaltungen am Abend des Open-Air, dann kann sich die Veranstaltung für den Verein durchaus lohnen und vielleicht sogar ein wenig Überschuss bringen.

Irgendwann ist dann nach der Mittagsstunde am Tag des Open-Air alles aufgebaut. Stehen Tische, Bänke und Zelte, sind die Lichtschlangen zwischen den Bäumen aufgehängt, gönnen sich die Helfer des „Kultour-Vereins“ eine kurze Pause.

Die Ruhe vor dem Sturm dauert aber nicht lange, denn schon trudeln die Musiker ein, bereiten sich auf den Soundcheck vor und wollen auch ein wenig betreut werden. Weitere Helfer stehen kurz danach im Park, üblicherweise um Annette Albrecht-Kesselhut geschart, die die Einteilung vornimmt, Fragen beantwortet, an andere weiterleitet und sich einmal mehr als Fels in der Brandung erweist.

Dann wird das Kassen-Zelt besetzt, kommen die ersten Gäste, beginnt in manchen Jahren die Vorband zu spielen. Die Parkplatzeinweiser auf dem Feld gegenüber der Heimvolkshochschule haben noch ein gutes Stück zu tun, bevor sie sich unter die Menge mischen können und mitfeiern und – wenn es richtig gut läuft – irgendwann im Dunkeln Feuerzeuge zu schwenken.

Hinter den Tresen ist nur ab und zu ein Seitenblick in Richtung Bühne möglich, wo wahlweise Songs von den Beatles, Queen, Abba, Westernhagen oder in diesem Jahr von Phil Collins und Genesis ertönen. Coverbands engagiert der „Kultour-Verein“ seit einigen Jahren, davor waren es Nächte unter einem Motto. Die Coverbands sind es aber, die erst den ganz großen Durchbruch gebracht haben.

Die tollste Party und das schönste Konzert sind jedoch auch einmal zu Ende und bislang sind die Gäste stets zufrieden abgezogen. Dass dann noch etliche Helfer mit Mülltüten über das Gelände laufen und auch schon abbauen, was über Nacht nicht offen stehen bleiben soll, sehen die Besucher nicht mehr. Ebenso wenig, wie sie sehen, dass am Sonntagmorgen viele ihre müden Knochen erneut zur Heimvolkshochschule tragen, um sich über den restlichen Abbau herzumachen. Da wird dann nicht nur schwer geschleppt sondern auch der Boden gescannt, um bis zur letzten Zigarettenkippe alles wieder einzusammeln.

Die Zählung des Geldes kommt später am Tag. Abgerechnet mit allen Beteiligten wird in den folgenden Wochen. Und dann – dann überlegt der Vorstand des Vereins schon wieder, welche Band im folgenden Jahr auftreten soll und welches der günstigste Termin ist. Denn nach dem Open-Air ist auch immer direkt vor dem Open-Air.

Konzert und Karten 

„True Collins“ hat der Rehburg-Loccumer „KulTour-Verein“ engagiert, um den Park der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum am Sonnabend, 30. Juli, 20 Uhr, zum Rocken zu bringen. Die großen Solo-Hits von Phil Collins und die legendären Genesis-Klassiker sollen beim Open-Air durch die Nacht schallen. „True Collins“ sind erfahrene Profi-Musiker, die ihre Leidenschaft für das Lebenswerk des britischen Superstars Phil Collins mit ihrem Live-Projekt zum Leben erwecken. In einer mitreißenden Show zeigt die Band alle Facetten der Ausnahmemusiker. Zu Nummern wie „I can’t dance“, „Invisible touch“ und „Don’t lose my number“ darf an diesem Abend getanzt werden und mit Balladen wie „One more night“, „Another day in paradise“ und „Throwing it all away“ wollen die fünf Musiker für Gänsehaut sorgen. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf – bis zum 29. Juli – 15 Euro, an der Abendkasse 17 Euro und ermäßigt jeweils sieben Euro weniger. Karten sind bei der Hotline des Vereins unter 05766/9419036 sowie über die Internetseite www.kultur-verein.de ebenso erhältlich wie bei der Firma Schumacher in Loccum, in der „Romantik Bad Rehburg“, und im Fotostudio Drogerie Schulz in Rehburg. Das Open-Air findet mit finanzieller Unterstützung der Volksbanken Nienburg und Steyerberg sowie der Avacon statt. Mitglieder der beiden Volksbanken bekommen einen Euro Ermäßigung auf den Eintrittspreis, sofern sie die Karten direkt bei den Volksbanken bestellen. Einlass zu dem Konzert ist ab 18.30 Uhr.

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