Nato-Übung „Joint Cooperation“ noch bis Donnerstag

Soldaten aus 20 Nationen sind auf die Zielgerade eingebogen

Hauptmann Jan Pitaski (USA / links) ist während der Übung im Team des Projekt-Managements eingesetzt. Die in Stuttgart lebende 29-Jährige analysiert Infrastruktur mit Staff Sergant Amilio Biolan (Rumänien), die als CIMIC-Spezialistin erstmals in Deutschland ist. - Fotos: Weiser / Nachtigall

Nienburg - Die Großübung „Joint Cooperation“, die seit vergangenem Freitag läuft und am Sonntag auf dem Gelände der Bundesschule des Technischen Hilfswerks (THW) in Hoya einen ersten Höhepunkt hatte, befindet sich bereits auf der Zielgeraden: Noch bis einschließlich Donnerstag üben 325 Soldaten aus 20 Nationen rund um Nienburg für den Auslands-Einsatz – so gestern Abend in Uchte.

Es ist die sechste Auflage dieser Großübung des Zentrums für Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr. „Streitkräftegemeinsame Zusammenarbeit“, so die Übersetzung des Namens der NATO-Übung. Jahr für Jahr wächst die Zahl der Nationen, die nach Nienburg reisen. „Eine echte Erfolgsgeschichte“, so Oberst Joachim Miller, der als Kommandeur des Zentrums die internationalen Teilnehmer begrüßt hatte.

325 Soldaten sind in diesem Jahr dabei – 75 mehr als 2015. Auch die Zahl der beteiligten Streitkräfte stieg von 13 auf 20 Nationen. „Das zeigt, wie hoch das Ansehen des Zentrums im Rest der Welt ist“, sagt Kommandeur Miller. Mit „JC“ können die Nienburger auch mit einem echten Alleinstellungsmerkmal wuchern: Die Übung ist NATO-weit die einzige im Bereich der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Die meisten Soldaten reisen als Teilnehmer an, einige auch als Beobachter.

Kanada, Großbritannien, Nigeria, Ukraine, Bosnien: Mehr Gäste brauchen auch mehr Platz. Der Übungsraum erstreckt sich über rund 1 800 Quadratkilometer, dehnt sich über drei Landkreise und 19 Gemeinden aus. Die Menschen in der Region haben sich an die verschiedenen Uniformen im Stadtbild längst gewöhnt. „Die Bundeswehr ist hier gut vernetzt und anerkannt“, so Miller. Das belege auch die Bereitschaft von Firmen, Politikern und zum Beispiel von Hilfsorganisationen, als Rollenspieler teilzunehmen.

Die Stadtwerke Nienburg, Feuerwehr, THW, Wasserschutzpolizei, der Flughafen Hannover, der Campingplatz Hämelsee, die Keksfabrik Freitag, die Bürgermeister von Kirchlinteln, Heemsen, Dörverden – nur einige der regionalen Unterstützer. Sie alle erhalten eine Art Drehbuch, schlüpfen in Rollen, damit die Bedingungen für die Soldaten so realistisch wie möglich sind. 100 Rollenspieler aus dem zivilen Bereich machen mit. Fast 180 einzelne Situationen werden im Verlauf der Übungswoche trainiert.

Das Szenario: Die Lage im fiktiven „Framland“ ist kritisch

Antiregierungsdemonstrationen, tausende Vertriebene suchen Zuflucht, das Nachbarland sieht sich von der NATO-Mitgliedschaft „Framlands“ bedroht. Und auch von Naturkatastrophen wird das angeschlagene Land nicht verschont. „Da gibt es einiges zu tun für unsere Experten der zivil-militärischen Zusammenarbeit“, erklärt Miller. „Für eine anstehende NATO-Operation müssen sie alle wichtigen Informationen zur Lage vor Ort zusammentragen.“

Dafür stehen die Spezialisten in engem Kontakt mit der Bevölkerung, Machthabern, humanitären und Regierungs-Organisationen. Die gesammelten Informationen bilden die Basis für das Vorgehen beim geplanten Einsatz. Dessen Ziel ist es, die Lage zu entspannen, Konflikte zu beseitigen und notleidenden Menschen zu helfen. „Unser Auftrag im Auslands-Einsatz unterscheidet sich gravierend von dem der Kampftruppen“, sagt Oberst Miller.

Englisch ist Übungssprache während „JC“. „Das Miteinander der verschiedenen Nationen funktioniert hervorragend“, sagt Oberst Miller, „der Erfahrungsaustausch ist wichtig“. Die Soldaten haben die Möglichkeit, sich über die Vorgehensweise der anderen Nationen zu informieren. So lernen sie von- und miteinander. „Nicht nur vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Auslands-Einsatzes ist das eine super Sache“, so der Kommandeur.

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