Mit Theaterpädagogik sollen Projektteilnehmer neue Chancen bekommen

Gesund für die Arbeits-“Bühne“

+
Die Proben für die Premiere laufen beim Projekt „work:ART“ auf Hochtouren.

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Es sind nicht gerade die Bretter, die die Welt bedeuten, vielleicht aber bringen sie wenigstens einen Job. Im Rahmen eines theaterpädagogischen Projekts üben derzeit Arbeitssuchende gemeinsam an einem kleinen gespielten Stück und gleichzeitig für den Arbeitsmarkt.

Das Unternehmen „Defakto“ bietet in Kooperation mit dem Jobcenter im Landkreis Nienburg seit März das Projekt „work:ART“ an. Dabei treffen sich die Teilnehmenden täglich und beschäftigen sich mit der Förderung von Schlüsselqualifikationen und individueller biographischer Entwicklung. Allein die Tatsache, einen geregelten Tagesablauf zu haben, ist für viele ein Fortschritt.

Zu sehen ist das Stück am Mittwoch, 14. September, am Donnerstag, 15. September, jeweils ab 19 Uhr im Gebäude Triemerstraße 11 in Nienburg – dem ehemaligen Kunsthof. Einlass ist eine halbe Stunde eher. Kostenlose Eintrittskarten können reserviert werden per E-Mail an verwaltung@defakto.org und im Internet. Aber auch spontane Besucher sind gern gesehene Gäste.

Zunächst hatte sich die Gruppe über den Inhalt des Theaterstücks Gedanken gemacht. Mit der Hilfe von Theaterpädagogin Cristiana Ripeanu entstanden daraus mehrere Szenen unter dem Titel „Hand in Hand Grenzenlos“. Die Gruppe setzt sich zusammen aus verschiedenen Nationalitäten. „Für uns war schnell klar, dass es wichtig ist, dass Menschen zusammenhalten“, erklärt eine der Teilnehmerinnen. Und das Ziel ist bei allen gleich: „Wir versprechen uns davon, wieder in Arbeit zu kommen und fitter zu werden“, sagt eine andere. Dabei ist speziell jener letzterer Punkt eine Besonderheit des Projekts. Neben der Theaterpädagogik und Training, sich zu präsentieren und auf mögliche Jobs vorbereitet zu sein, kümmert sich mit Andrea Becker eine Fachfrau ums Gesundheitscoaching. „Wir waren alle ‘Steiftiere’“, sagt eine der Aktiven. Dabei geht es zwar auch um Bewegung, ebenso spielt aber auch eine ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle. Im Jobcoaching geht es vor allem um die individuelle berufsbiographische Arbeit sowie um eine umfangreiche und gezielte berufliche Orientierung.

Mit ins Boot holen die Veranstalter dabei potenzielle Arbeitgeber. „Von Beginn an wurde ein Netzwerk zu regionalen Arbeitgebern und weiteren Akteuren des regionalen Arbeitsmarktes wie zum Beispiel den Kammern im Landkreis geschaffen“, teilt Projektleiter Oliver Ronning mit. Ganz falsch kann das Konzept nicht sein. Immerhin sind bereits drei Teilnehmende in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen vermittelt. Zusätzlich hat eine Frau einen Mini-Job bekommen.

Alle anderen hoffen, spätestens nach dem achtwöchigen Praktikum, dass sich den beiden Aufführungen ihres Stücks anschließt, längerfristig Beschäftigung zu bekommen. An vier Tagen sind sie dann im Betrieb, an einem treffen sie sich als Gruppe, um weiter an sich zu arbeiten.

Wer hat einen Platz?

Teilnehmende wie auch Organisatoren hoffen, noch einige Arbeitgeber ansprechen zu können, denn noch ist nicht für jeden ein Praktikumsplatz gefunden. Wer noch einen anbieten möchte, sollte sich bei Jobcoach Nina Lufen unter Tel. 0159/04437792 melden.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

Mehr zum Thema:

Internationales Fußballturnier in Großenkneten

Internationales Fußballturnier in Großenkneten

Fast 10 000 Tote durch Moskaus Syrien-Einsatz

Fast 10 000 Tote durch Moskaus Syrien-Einsatz

Polizeidirektor versetzt Johann-Dieter Oldenburg in Ruhestand

Polizeidirektor versetzt Johann-Dieter Oldenburg in Ruhestand

Tag der offenen Tür in der Christian-Hülsmeyer-Schule

Tag der offenen Tür in der Christian-Hülsmeyer-Schule

Meistgelesene Artikel

Wecholder Feuerwehr nutzt ihren Heimvorteil

Wecholder Feuerwehr nutzt ihren Heimvorteil

Zwei Verletzte bei Frontalzusammenstoß

Zwei Verletzte bei Frontalzusammenstoß

B6-Baustelle: Das erste Drittel ist fast geschafft

B6-Baustelle: Das erste Drittel ist fast geschafft

Kommentare