Rekord-Beteiligung beim Tell-Schießen auf dem Rittergut in Brokeloh

Mehr Apfel-Abschüsse als jemals zuvor

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Anvisieren und schießen – in diesem Fall ohne Bolzen – wollten in diesem Jahr mehr Menschen als je zuvor.

Brokeloh - Von Beate Ney-Jansen. „Rekord-Beteiligung“ meldete der Vorsitzende des Schützenvereins Brokeloh, Holger Palandt, zum Ende des Tell-Schießens auf dem Brokeloher Rittergut. So viele Besucher und auch Teilnehmer am jährlichen Wettbewerb mit Apfel-Abschuss hatten Schützenverein und Rittergut noch nie.

„Bratkartoffeln sind alle!“ Nicht weit nach der Mittagszeit waren erste Stationen auf dem Rittergut ausverkauft. Dauerregen war vorhergesagt worden, dann kam aber doch alles anders und das Wetter war so freundlich, dass mehr und mehr Besucher die Straße vor dem Rittergut zur Parkmeile machten.

Die Schützen, die am Räucherofen standen, konnten allerdings für Nachschub sorgen – 40 ihrer 100 Forellen räucherten noch langsam und behaglich über Buchenholz, um schließlich auch allesamt Leckermäuler zu finden, die sie verzehren wollten.

Wer warten musste, der konnte sich unterdessen anderweitig die Zeit vertreiben: Im alten Backhaus etwa, wo etliche Frauen des Arbeitskreises Brokeloh tapfer Wäsche wuschen, mangelten und bügelten wie vor 60, 70 Jahren. Gelächter schallte durch den Raum, als eine der Frauen den Stiel ohne den Pümpel wieder aus der heißen Lauge zog. „Nu is er kaputt“, war ihr trockener Kommentar – um sogleich tapfer ins heiße Wasser zu greifen und die Reparatur in Angriff zu nehmen.

Der einzige warme Arbeitsplatz war das nicht, denn auch den Holzbackofen hatten die Frauen ordentlich angeheizt und zogen Blech um Blech mit Pizza und Butterkuchen heraus. Dort, wo wegen der zahlreichen Gäste Ausverkauf gemeldet wurde, flitzte unterdessen Ritterguts-Besitzer Carsten Niemeyer hin und her und schleppte herbei, was Küche und Keller hergaben, um weitere hungrige Mäuler zu stopfen.

Die einzige „Quelle“ für den Aktionstag war das nicht – auch die Gastronomie im Ort wurde schnell noch eingespannt und um Bratwürste gebeten, die auf dem nun leeren Grill landen sollten.

Schweißtreibende Arbeit gab es in der Schmiede nicht nur für den neunjährigen Ruben. Er stand mit Hammer am Amboss bereit, bis der Schmied ihm ein rotglühendes Stück Eisen erneut darauf legte. Mit kräftigen Schlägen bearbeitete der Junge das Metall – wie viele andere an diesem Tag auch.

Ins Schwitzen kam aber auch Holger Palandt, der den Stand betreute, an dem das geschah, was diesem Aktionstag seinen Namen gibt: mit Armbrüsten auf Äpfel schießen. Der Saft der Äpfel spritzte manches Mal umher in dem improvisierten Schießstand, 64 erwachsene und 34 kindliche Teilnehmer wollten solch einen Schuss unbedingt einmal ausprobieren – und das waren beileibe nicht nur Brokeloher, denn selbst aus dem Landkreis Diepholz waren Gäste angereist. Den Sieg haben mit Henning Schrader bei den Erwachsenen und Jakob Prinzhorn bei den Kindern dennoch zwei Menschen aus dem Dorf davongetragen.

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