Projekt „Schüler leiten eine Station“ 

Klinik-Auszubildende haben für zwei Wochen das Sagen

Interdisziplinäres Team: Zwei Wochen lang leiteten Auszubildende der Mittelweser-Kliniken mithilfe von Pflegefachkräften, Praxisanleitern und Lehrern die Station 2 des Krankenhauses Nienburg.

Nienburg - Auf der Station 2 der Helios-Kliniken Mittelweser in Nienburg hatten in den vergangenen zwei Wochen die Auszubildenden des dritten Lehrjahres das Sagen: Dienstpläne schreiben, den Stationsalltag organisieren, Patienten versorgen und vieles mehr – neue Erfahrungen sammelten 16 Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflegeschule mithilfe der Pflegefachkräfte der Station, speziell ausgebildeten Praxisanleitern und Lehrern. Sie kümmerten sich eigenverantwortlich um alle Aufgaben, die für den Pflegedienst auf der Station anfallen.

„Das Projekt ‚Schüler leiten eine Station‘ ist bei uns bereits fest etabliert und hat dieses Jahr zum siebten Mal stattgefunden“, erklärt Rüdiger Seifert, Leiter des Klinik-Bildungszentrums. „Ziel des Projekts ist es, unseren Auszubildenden eine besondere Lernumgebung zu bieten. Sie können während der Zeit unter den wachsamen Augen des erfahrenen Pflegepersonals selbstständig sein. Das bedeutet einen enormen Sprung für die Entwicklung der Qualifikationen.“

Pflegedirektorin Sabrina Oldenburger fügt hinzu: „Durch das Projekt bereiten wir unsere Auszubildenden auf ihre Examensprüfungen im nächsten Jahr vor. Das eigenverantwortliche Arbeiten auf Station hilft den Schülern, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen.“

„Jetzt achtet man auf das große Ganze"

Dabei begann das Projekt für die Schüler nicht mit dem Stationsalltag, sondern bereits vor einigen Monaten. „Wir haben eine Stationsleitung gewählt, Dienstpläne geschrieben und den Stationsablauf organisiert. Außerdem wurden wir von unseren Lehrern auf die speziellen Krankheitsbilder der Unfallchirurgie und Orthopädie, die medizinische und pflegerische Behandlung und die administrativen Aufgaben vorbereitet“, erklärt Jara Sturhann, die von ihren Mitschülern zur Stationsleiterin gewählt wurde. „Die vergangenen zwei Wochen haben mein Blickfeld geöffnet. Wenn man selbst in der Verantwortung ist, behält man ganz andere Dinge im Blick. Vorher hatte man sein Augenmerk mehr auf den eigenen Aufgaben, jetzt achtet man auch auf das große Ganze.“

Zu den Aufgaben der Auszubildenden gehörten das Aufnehmen und Entlassen von Patienten, die Durchführung und Auswertung der gemeinsamen Visite mit den Ärzten, die Gestaltung des Dienstplans, die Pflege-Dokumentation, die Bestellung von Medikamenten und Medizinprodukten sowie die umsichtige und kompetente Betreuung der Patienten. „Ich dachte vorher, dass ich weiß, was mich im Stationsalltag erwartet“, sagt Etienne Salomé, stellvertretender Stationsleiter der Schülerstation. „Jetzt weiß ich es wirklich!“

Auszubildenden ziehen eine positive Bilanz

Zu den größten Herausforderungen für ihn und Jara Sturhann gehörte die Kommunikation mit allen an der Behandlung beteiligten Personen. „Wir mussten alles im Kopf behalten und manchmal auch Kritik üben, das ist nicht immer ganz einfach“, erklärt die Stationsleiterin. „Insgesamt haben wir als Team aber sehr gut zusammengearbeitet, vor allem auch mit den Pflegekräften der Station 2 und den Praxisanleitern, die uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.“

Insgesamt ziehen die Auszubildenden des dritten Kurses eine positive Bilanz. „Es hat uns großen Spaß gemacht. Während der zwei Wochen haben wir unsere Mitschüler ganz neu kennenlernen können und das Projekt hat unseren Klassenverband gestärkt. Wir haben die Herausforderungen gemeinsam gemeistert und konnten uns immer aufeinander verlassen“, sind sich Jara Sturhann und Etienne Salomé einig.

Ein Lob gibt es auch von Dr. Michael Stalp, Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie: „Ich freue mich, dass wir die Unterstützung der Auszubildenden erleben konnten. Alle waren mit Neugier und großem Engagement dabei und haben auch ihre eigenen Ideen eingebracht.“ 

sk / hen

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