Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ / Jeder Fünfte hat es schon gespielt

In Nienburg herrscht das „Poké-Fieber“

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Überall lassen sie sich fangen: Pokémons sind auf der Langen Straße in Nienburg , Zuhause im Garten oder auch in Geschäften zu finden.

Nienburg - von Kristina Stecklein. Vielen müssten sie bereits aufgefallen sein: Die zahlreichen Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen in Nienburg, die gebannt auf ihr Handydisplay schauen – als würden sie auf etwas warten. Bei einigen Smartphonebesitzern ist dies tatsächlich der Fall, denn nicht wenige von ihnen spielen das beliebte Spiel „Pokémon Go“.

Die besagte App ist seit dem 13. Juli in den Stores der jeweiligen Smartphone-Betriebssysteme erhältlich – und jeder fünfte Deutsche hat es bereits gespielt. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz Bitkom, gab in dieser Woche bekannt, dass immerhin 16 Millionen Bundesbürger schon auf „Monster-Jagd“ gewesen sind. Doch was genau fasziniert die Spieler an dieser App?

„Pokémon Go verbindet“, ist sich Mike Harnack aus Nienburg sicher. „Ich würde sonst nicht mit jedem reden, aber so spricht man auch mal mit fremden Personen – es verbindet einfach“. Der 28-Jährige ist Gründer der Facebook-Gruppe „Pokemon Go Nienburg“. Mittlerweile zählt sie über 700 Mitglieder. Hier wird sich ausgetauscht, von den neuesten Errungenschaften erzählt oder auch gemeinsame Treffen werden vereinbart. Aber auch auf gewisse Benimmregeln wird hingewiesen. Der Grünstreifen zwischen Media Markt-Parkplatz und Polizeiakademie hat sich nämlich mitttlerweile zu einem richtigen „Hotspot“ entwickelt. Der Grund: In der Nähe befinden sich drei so genannte Pokéstops, an denen sich besonders gut „jagen“ lässt.

Auch sie fangen fleißig Pokémons: Lukas, Finn, Basti und Ole (v.l.) treffen sich seit Spielstart regelmäßig zum Pokémon sammeln auf dem Grünstreifen am Media Markt-Parkplatz in Nienburg.

Gerade nach Feierabend, zur späten Stunde und am Wochenende sitzen hier zahlreiche Spieler und sammeln gemeinsam Pokémons. Der große Nachteil: Viele lassen ihren Müll liegen. Darauf wies der Gruppengründer auch per Facebook-Post hin. „Das geht natürlich nicht. Gestern erst war die Stadtreinigung da und hat hier aufgeräumt. Deshalb kann ich nicht sagen, ob es mittlerweile besser geworden ist. Ich habe auch schon angefragt, ob sich hier ein öffentlicher Mülleimer aufstellen lässt, aber das geht leider nicht. Den Müll müssen die Spieler also wieder mitnehmen“, betont Mike Harnack.

Während die App ihre Spieler dazu verleitet, an die frische Luft zu gehen, hat sie auch schon für negative Schlagzeilen gesorgt. So halten sieben von zehn Befragten das Spiel laut Bitkom für gefährlich, denn es lenke zu stark von der Umwelt sowie dem Straßenverkehr ab. Lediglich jeder fünfte Spieler sieht das allerdings als Problem. Auch Mike Harnack schließt sich dieser Meinung an: „Für die Handlungen ist nicht das Spiel zuständig, sondern der Spieler.“

Auch Lukas, Finn und Basti aus Marklohe sowie Ole aus Buchhorst sind von Anfang an dabei. „Unsere Eltern finden es gut, dass wir raus gehen“, sind sich die vier Jugendlichen einig. In Marklohe gehen sie auch manchmal los. „Pokémon“ kennen sie noch von „früher“. „Und jetzt kann man sie in der echten Welt sammeln“, erklärt Finn. Die Ferien konnten die Jugendlichen entsprechend „sinnvoll“ nutzen und an der frischen Luft verbringen. „Es ist schon passend“, sagt Maximilian Horstmann aus Nienburg. Für ihn und seine Freunde ist der Grünstreifen mit den „Pokéstops“ seit dem 13. Juli ebenfalls zum Treffpunkt geworden.

Was ist „Pokémon Go“?

Das Spiel in einer Kurzfassung erklärt

Bei Pokémon Go ist es das Ziel, kleine Monster – sogenannte Pokémons – zu sammeln und mit diesen einzelne Arenen zu besetzen. Die Arenen finden die Spieler in einer „echten“ Landkarte. Dort sind auch „Pokéstops“ gekennzeichnet. In der Regel sind dies Sehenswürdigkeiten wie der Spargelbrunnen, der Glasbläser auf der Langen Straße oder das Nienburger Rathaus. Hier erhalten die Spieler virtuell Bälle zum Einfangen der Pokémons oder andere Gegenstände, die ihnen nützlich werden könnten. Für das Fangen eines Monsters muss der Spieler auf das auf dem Display erschienene Pokémon klicken und anvisieren. Um zu den Pokéstops sowie den Pokémons zu gelangen, muss der Spieler tatsächlich hin gehen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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