Astrid-Lindgren-Schule für Musikarbeit zertifiziert

Für die Vielfalt an Klang, Gesang und Tanz

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Über das Zertifikat freuen sich (v.l.) Schulleiter Detlev Schmidt, Gesche Engel, Silvia Panning und Torben Langhans.

Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Musik taucht immer wieder auf. Überall. Und alle machen begeistert mit. Dafür hat die Nienburger Astrid-Lindgren-Schule (ALS) nun das Zertifikat „Musikalische Grundschule“ bekommen.

Dabei passt der Name in diesem Fall gar nicht so richtig. Die ALS ist schließlich nicht nur eine Grundschule. Kinder und Jugendliche von sechs Jahren bis zur Volljährigkeit besuchen die Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Dennoch – oder gerade deswegen – ist es eine besondere Auszeichnung.

Aus Nienburg hat es die Christophorus-Schule vom CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands) zum Zertifikat gebracht, ein paar Förderschulen tauchen in Niedersachsen noch auf, ansonsten sind es Regelschulen.

Die Voraussetzungen für die Auszeichnung sind relativ kurz auf den Punkt gebracht: „Es geht hauptsächlich darum, dass in der Schule viel Musik gemacht wird“, sagt Silvia Panning. Sie ist Musiklehrerin an der ALS und hat sich federführend gemeinsam mit Gesche Engel und Torben Langhans für die Zertifizierung stark gemacht. Zu Grunde liegen die „4M“, wie es in der Erläuterung heißt. Dabei könnte statt M auch das Wort „mehr“ da stehen: „Mehr Musik, in mehr Fächern, von mehr Beteiligten, zu mehr Gelegenheiten.“

Und so ist Musik mittlerweile eben fast überall in der Schule zu finden. Es gibt eine Musikpause, an der sich vor allem jene Schüler erfreuen dürfen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht raus können. Eine Gruppe studiert Poptänze ein, es gibt Trommler und eine Schulband, eine Tanzgruppe, die schon bei den Special Olympics auftrat. Einen Ehrenpreis erhielten Schulband und Tanzgruppe beim ROSA-Wettbewerb des Rotary-Clubs.

Sogar die Dienstbesprechungen beginnen mittlerweile musikalisch. Und alle, das freut Silvia Panning am meisten, ziehen mit. Jeder ist so dabei, wie es geht. Zweimal in der Woche kommen alle zu einem musikalischen Forum zusammen. Dabei singen sie zur Jahreszeit passende Lieder oder trommeln auf großen „Pezzibällen“. Reinhard Stille, Klangkünstler aus Steyerberg, stattete der Schule einen Besuch ab, und für diejenigen, die hörgeschädigt sind, übt die Schule Gebährden zu den Liedern ein.

Auch wenn das Zertifikat nun vorhanden ist und das dazugehörige Schild – das die Schule übrigens selbst anfertigen lassen musste – an einem gut sichtbaren Ort seinen Platz finden wird, ist nicht Schluss mit der Musik. So soll es bald ein altes Fußballtor geben, das mit allerlei Alltagsgegenständen bestückt wird, die Klang produzieren.

Zu einem Workshop war Gregory Perrineau, als Big G einst Gründungsmitglied der Band „Eruption“, an der Schule. Enstanden ist der „Schulbus-Song“, mit dem Schüler und Lehrer auf dem Nienburger Wochenmarkt auftraten, um Geld für eben jenen Bus zu sammeln.

„Wir erreichen ganz viele Schüler damit“, sagt Silvia Panning. Auch für freiwillige Veranstaltungen begeistere die Musik viele. Warum die Begeisterung bei den derzeit 76 Schülern der ALS so groß ist, macht die Musiklehrerin klar: „Musik fordert nichts.“ Jeder kann so mitmachen, wie es geht, oder Lieder und Klänge einfach aufsaugen.

Gültig ist das Zertifikat vorerst bis zum Ende des Schuljahres 2018/2019. Vergeben wird es von der Bertelsmannstiftung und dem Niedersächsischen Kultusministerium.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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