Christa Benkert päppelt junge Lebewesen für das Tierheim Drakenburg auf

Katzen-Oma bekannt wie ein bunter Hund

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Katzen sind ihre Leidenschaft und halten sie fit: Christa Benkert mit einem ihrer jungen Vierbeiner, die sie liebevoll aufpäppelt.

Nienburg - Von Kurt Henschel. Sie hat Humor, ist zufrieden und ausgeglichen – und sie hat ein Faible für Tiere: „Ohne sie kann ich mir ein Leben nicht vorstellen“, erklärt Christa Benkert aus Nienburg. Die 79-Jährige ist aber auch ein Geschenk für das Team des Tierheims in Drakenburg, denn für diese Einrichtung päppelt die Katzen-Oma die jungen Lebewesen auf, die ohne ihre Mama auskommen müssen.

„Ich bin hier bekannt wie ein bunter Hund“, so die überaus vitale Seniorin, die in ihrer Wohnung ein kleines Katzen-Heim betreibt und in ihrer selbstauferlegten Aufgabe buchstäblich aufgeht und dabei für sich den Sinn des Lebens findet.

Benkert, die das Herz am rechten Fleck trägt und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, ist in Schlesien geboren, lebt aber bereits rund 60 Jahre in Nienburg. Ihr Mann, ein Nienburger, mit dem sie zwei Kinder hat, ist vor 25 Jahren gestorben, doch Christa Benkert hat sich „auch in einer schweren Zeit nicht unterkriegen lassen“.

Als kurz darauf ihre Schwiegermutter und ihr damaliger „Straße-rauf-und-Straße-runter“-Mischlingshund gestorben waren, half ihr – wiederum – ein Tier: „Mein Enkel brachte mir eine Katze, damit ich nicht allein bin“, so Benkert. „Garfield“, wie sie das Tier nannte, bekam Diabetes und lebte aber ebenfalls nicht lange. Sie bekam dann einen neuen „Garfield“, der inzwischen 15 Jahre alt ist und dem Autor dieser Zeilen beim Ortstermin ständig den Kugelschreiber wegschnappen wollte. „Garfield“ war zuvor bei einer Frau gewesen, die in ein Pflegeheim musste. Christa Benkert übernahm den Kater, der „Chef im Hause“ ist. Mit ihm lebt noch die erwachsene „Luci“ bei Christa Benkert, ansonsten sind es momentan sechs Katzen-Babys, die sie betreut und alle zwei bis drei Stunden mit der Flasche füttert.

„Das könnten wir im Tierheim gar nicht leisten“, so Chefin Silvana Romann. Sie ist „so dankbar“, dass Christa Benkert diesen „Job“ macht. Seit nunmehr fast 20 Jahren hat sie Kontakt zum Tierheim, besucht es immer sonnabends mit ihrem Auto (morgen beispielsweise auch, um anlässlich eines Doppel-Geburtstags ein gemeinsames Frühstück einzunehmen) und holt junge Katzen von dort zu sich nach Hause.

„Wenn sie alt und kräftig genug sind, bekommen sie ihre erste Impfung und einen Chip. Erst danach vermitteln wir sie, sofern sie auch stubenrein sind“, so die engagierte Katzen-Oma.

Und wie läuft die Vermittlung? „Interessierte bekommen im Tierheim meine Telefonnummer. Dann vereinbaren wir einen Termin bei mir“, so Benkert. In geräumigen Käfigen beherbergt sie die Katzen-Babys, die sie auch in der Nacht hört, wenn sie sich melden. „Das ist so“, sagt Benkert, „obwohl ich eigentlich schlafe wie ein Brett“.

Aufhören will Christa Benkert nicht: „Ich mache so lange es geht und ich noch Autofahren kann“, beteuert sie. Die dreifache Großmutter und Bald-Urgroßmutter hockt aber keinesfalls nur in ihrem Zuhause – ganz im Gegenteil: „Ich gehe gern und oft ins Nienburger Theater“, erklärt sie. „Da bin ich mit zwei Abonnements schon ein Stammgast“. Außerdem strickt sie gern. Mit Vorliebe Socken und aktuell einen Schlafsack mit Ärmeln und Kapuze für den künftigen Urenkel. „Und wenn ich dazu keine Lust habe, dann löse ich Kreuzworträtsel“. Oder sie liest einen sogenannten „Groschenroman“, denn: „Ich lese nur, was schnell durch ist“, verrät die „Katzen-Oma“ aus Nienburg. Sie ist davon überzeugt, dass die Tiere sie jung- und fithalten, weshalb ihr vor dem 80. Geburtstag im kommenden Jahr nicht bange sei.

„Ich hatte immer Tiere um mich herum – vom Vogel über Hunde bis hin zu den Katzen. Sogar ein Affe war einmal unser Mitbewohner. Mein Mann hatte ihn damals aus einer Zoohandlung mitgebracht“, verrät die Wahl-Nienburgerin, die mit den übrigen Bewohnern im Mehrfamilienhaus den „Katzen-Tick“ teilt: „Wir helfen und unterstützen uns gegenseitig. Jeder hat die Wohnungsschlüssel des jeweils anderen, damit bei Abwesenheit immer jemand nach den Tieren sehen kann.“

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