Außerdem im Blickpunkt: Beckmeyer-Bewerbung in Samtgemeinde Mittelweser

Nun gilt’s: Wähler entscheiden über neues Kreistags-Gesicht

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Symbolbild

Nienburg - Von Kurt Henschel. Der Kreistag des Landkreises Nienburg bekommt ab November ein neues Gesicht. Wie das aussehen soll, darüber entscheiden am morgigen Sonntag bei der Kommunalwahl alle Wahlberechtigten, die nur noch das zu tun haben: Sie müssen von ihrem demokratischen Mitbestimmungsrecht Gebrauch machen, die ihnen zugewiesenen Wahllokale aufsuchen, ihre Kreuzchen auf den Wahlzetteln machen und diese in der bereitstehenden Urne versenken.

Ganz einfach also. Entscheidend dürfte der eigene Antrieb sein, sich mit seiner Wahlbenachrichtigung auch auf den Weg zu machen, um diese Bürgerpflicht, die tatsächlich ein verbrieftes Recht ist, auch zu erfüllen.

Hoffnung auf eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als zuletzt gewohnt hegen sämtliche Kandidaten, die sich um ein Mandat bemühen – für die Gemeinde- und Samtgemeinderäte, die Stadträte sowie eben den Kreistag, um den es an dieser Stelle fast ausschließlich gehen soll. 

Fast deshalb, weil ein Wechsel im Amt eines Samtgemeindebürgermeisters ebenfalls im Fokus steht: In der Samtgemeinde Mittelweser, die aus der Fusion zwischen Stolzenau und Landesbergen entstanden war, verabschiedet sich Ende Oktober der bisherige Chef der Verwaltung, Bernd Müller, auf eigenen Wunsch. Ihn beerben möchte und dürfte Jens Beckmeyer aus Nendorf. Er ist einziger Kandidat und hat eigentlich nur ein Problem: Er benötigt mehr Ja- als Nein-Stimmen, dann ist seine Job-Frage geklärt.

Zum Kreistag, der – inklusive Landrat Detlev Kohlmeier – auch in der neuen Wahlperiode 47 Mitglieder haben dürfte. Aber eben insgesamt auch ein anderes Gesicht, denn zahlreiche etablierte Angehörige dieses Gremiums ziehen sich nach etlichen Jahren ehrenamtlichen Engagements nun definitiv zurück.

Zur Erinnerung: Bei der CDU steigen Friedrich Andermann (Steimbke), Heinrich Gerling (Diepenau), Dörthe Heuer (Diepenau), Fritz-Karsten Hüneke (Landesbergen), Henry Koch (Heemsen) sowie Marco Kreibohm (Uchte) aus. Bei der SPD verabschieden sich neun Mitglieder: Neben Chef Ernst Brunschön (Rehburg-Loccum), der zwölf Jahre die Fraktion geführt hat und die „Kooperation“ zwischen SPD, Wählergemeinschaft und Grünen mit „aufs Gleis geschoben“ hatte, sind das der wahrscheinlich künftige Mittelweser-Samtgemeindebürgermeister Jens Beckmeyer (Nendorf), Bernd Brieber (Marklohe), Heinz-Dieter Meinzen (Landesbergen), Birgit Menzel (Nienburg), Heinz Schmidt (Hämelhausen), Rolf Warnecke (Nienburg) sowie Peter Westermann (Uchte) – fast sämtlich „Urgesteine“, die mehrere Jahrzehnte lang dem Kreistag angehört haben (Brunschön, Brieber, Schmidt und Westermann).

Während bei der Wählergemeinschaft (WG) nur der schwer erkrankte Hasseler Bürgermeister Günter Kesebom nicht weitermacht, sind bei der FDP und bei den Linken Heiner Werner (Nienburg) sowie Vikoria Kretschmer (Nienburg) festen Willens, ihr Mandat zu behalten. Aber nicht nur das: Beide hoffen, ab November für ihre Parteien nicht mehr allein – und damit ohne Fraktions-Status – im Kreistag sitzen zu müssen.

Lange überlegt hatten die Grünen im Kreistag, wie sie sich denn für die morgige Wahl aufstellen wollen. Vor allem deren Chef Manfred Sanftleben hatte lange über eine weitere Kandidatur nachgedacht, sich aber dann doch entschieden, das Grünen-Heer der Kandidaten als erfahrener Kommunalpolitiker nicht im Stich zu lassen. Nicht mehr zu finden sind auf der Liste der zugelassenen Wahlvorschläge die bisherigen Kräfte Heinz-Friedel Bomhoff (Liebenau), Christiane Bormann (Nienburg) und Jörg Brüning (Linsburg).

Erwähnt sind damit die bisherigen im Kreistag vertretenen Parteien. Ob es weiterhin bei diesen und in welcher Beziehung zueinander bleibt, ist völlig offen. Spannend ist dabei die Frage, ob noch neue Kräfte hinzukommen, denn: Um Mandate bewerben sich bei dieser Wahl in allen vier Wahlbereichen (je ein Kandidat, im Wahlbereich II sogar zwei) auch Kandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) sowie im Wahlbereich III (Mittelweser, Steimbke und Rehburg-Loccum) auch ein Pirat beziehungsweise eine Piratin: Es ist Martina Broschei, Mediatorin aus Stolzenau.

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