Loccumer „KlosterKlangFestival“ geht in die zweite Runde

Gastmahl, Thesen, Rap und Orgel

Horst Hirschler und Roger Cericius haben das „KlosterKlangFestival“ maßgeblich organisiert. - Foto: ade

Loccum - Von Beate Ney-Jansen. Zwei hecken gemeinsam etwas aus: Horst Hirschler, Abt des Klosters Loccum, und Roger Cericius von der VGH-Stiftung, der bereits das Kulturprogramm des Jubiläumsjahrs 2013 im Kloster begleitet hat, freuen sich auf die zweite Auflage des „KlosterKlangFestivals Loccum“. Vom 8. bis zum 31. Oktober stehen Wort und Musik in Vorfreude auf das Reformationsjubiläum auf dem Programm.

13 Veranstaltungen haben die beiden Männer zusammengestellt. Hochklassig sind sie alle und einige davon Uraufführungen. Einfach nur so jemanden engagieren, der ein feststehendes Programm vorträgt, kommt für Hirschler und Cericius nicht in Frage. Jede der Aufführungen haben sie genau beleuchtet und so manchem der Künstler, die auftreten werden, sehr konkret ihre Vorstellungen mitgeteilt. So werden etwa zum Auftakt des Festivals am Sonnabend, 8. Oktober, 18.30 Uhr, die Schauspieler Rainer Hauer und Katharina Bäuml an der Spitze einer großen Tafel in der Klosterkirche sitzen. 

Er als Lucas Cranach, sie als dessen Tochter. Zur Seite bekommen sie Hirschler, der Martin Luther mimen wird. Die Szene, die diese drei darstellen wollen, soll eines der legendären Gastmähler Luthers sein, im Mittelpunkt eine seiner Tischreden stehen. Als Luthers Gäste dürfen die Besucher zu Speis und Trank an der Tafel Platz nehmen und sich sogar in die Diskussion der Herrschaften einmischen. Eine Mischung aus Schauspiel und Improvisationstheater auf hohem Niveau und mit dem, was Luther 500 Jahre zuvor sagte, erwartet also die Besucher. „Ein Gastmahl“ ist der schlichte Titel – und verspricht, eine großartige Inszenierung zu werden, bei der jeder Anwesende zum Protagonisten werden kann.

Eine Woche darauf, am 15. Oktober, setzen sich drei Herren im Refektorium aufs Podest und diskutieren untereinander. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Hannovers Landesbischof Ralf Meister und der Sozialpsychologe Harald Welzer reden über Luther und sein Verhältnis zur Obrigkeit – dass sie dabei nicht in der Zeit von vor 500 Jahren verweilen, sondern Parallelen zu heute ziehen, ist gewollt. So wie Luther „dem Volk aufs Maul geschaut“ hat, wollen es am Sonnabend, 29. Oktober, auch der Rapper „SPAX“ und Slam-Poet Tobias Kunze tun. Den Sendbrief vom Dolmetscher des Reformators nehmen sie sich für ihr Programm vor.

Kontrastreich dazu sind etwa die Sonntagsmatineen. Vom 9. bis zum 30. Oktober sind sie für jeden Sonntag, 11 Uhr, bei freiem Eintritt geplant. Dreimal steht die Seifert-Orgel in der Klosterkirche im Mittelpunkt, für den 16. Oktober hat sich hingegen mit „Vivid Voices“ einer der besten Jazzchöre Europas angesagt.

Enden wird das Festival am Montag, 31. Oktober. Zum Reformationstag stehen wie in jedem Jahr Pastoren aus dem Kirchenkreis Stolzenau-Loccum im Altarraum und führen ein Schauspiel auf. „Martin eLeUTHERios – 95 Thesen gegen den Ablass“ ist der Titel, geschrieben von Nendorfs Pastor Jens Mahlmann und mit dem Thesenanschlag zu Wittenberg im Mittelpunkt. Dieser Tag ist der Beginn des Reformationsjubiläums und eben auch das Ende des „KlosterKlangFestivals“.

„Inhaltlich sind wir gewachsen seit unserem ersten Festival in 2015“, sagt Cericius. Ein Zeichen solle mit diesem Festival gesetzt werden, dass auch theologische Inhalte über Kultur vermittelt werden können. Das, meinen Cericius und Hirschler, könne mit diesem Programm gut gelingen.

Weitere Informationen und das vollständige Programm sind auf der Internetseite des Festivals hinterlegt. Eintrittskarten können über die Seite „Reservixx“ oder unter Telefon 05766/941575 gebucht werden.

www.klosterklangfestival.de

www.reservixx.de

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