Fritz Jansen nicht der einzige Kandidat: Dr. Inge Bast-Kemmerer sucht Duell

Schreibt Dr. Hotz etwa an neuer Slapstick-Komödie?

Neuer „Wirbel“ um die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Marklohe: Dr. Dieter Hotz will sie torpedieren und drei Dienstaufsichtsbeschwerden einreichen.
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Neuer „Wirbel“ um die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters in Marklohe: Dr. Dieter Hotz will sie torpedieren und drei Dienstaufsichtsbeschwerden einreichen.

Marklohe - Von Kurt Henschel. Noch gut in Erinnerung ist das „Drama“ um den früheren Markloher Samtgemeindebürgermeister Volker Friemelt, dessen vom Gros des Samtgemeinderats initiierte Abwahlverfahren letztlich Züge einer Posse angenommen und Mitte September per Bürgerentscheid zum Abschied des Amtsinhabers geführt hatte. Nachdem sich – wie berichtet – die Fraktionen des Samtgemeinderats auf Fritz Jansen, den Leiter des Amtes für Zentrale Dienste im Rathaus in Marklohe, verständigt hatten, tauchten bis zum heutigen Bewerbungsschluss zwei Namen möglicher Gegenkandidaten auf: Friedrich Decke und Dr. Dieter Hotz. Beide treten aber nicht gegen Fritz Jansen an.

Decke, 64 Jahre als und derzeit Ordnungsamtsleiter bei der Stadt Nienburg, muss aus gesundheitlichen Gründen passen. Hotz (61), der in Hude (Dithmarschen) lebt und früher einmal Samtgemeinde-Bewohner in Marklohe gewesen war, gab bei Vorstellungsabenden bekannt, dass er sich um den Posten des Samtgemeindebürgermeisters bewerbe.

Im Verlauf des Tages nun die „Überraschung“: Hotz erklärte am Telefon, dass er seine Bewerbung nicht einreiche, sondern stattdessen versuchen wolle, die für den 6. März geplante Wahl des neuen Samtgemeindebürgermeisters zu verhindern. Die Entscheidung für einen künftigen Samtgemeindebürgermeister in Marklohe könne auch am 11. September bei den Kommunalwahlen fallen, so Hotz. Er gibt dafür den finanziellen Aspekt an und plant, Dienstaufsichtsbeschwerden einzureichen – gegen die Verwaltungs-Mitarbeiter Fritz Jansen, Hans-Jürgen Ullmann sowie die neue Wahlleiterin Bärbel Rode (der bisherige Wahlleiter Jansen musste das Amt abgeben, da er selbst kandidiert). Falls es ihm gelinge, den Wahl-Termin von März zu eliminieren, solle bis zur tatsächlichen Wahl ein externer Bürgermeister aus einer Nachbargemeinde die Geschäfte in Marklohe führen. Das ist die angedachte Inszenierung des Dr. Dieter Hotz, der nach eigenen Angaben in einer Unternehmensgruppe, als Raumplaner und Geschäftsführer sowie „Consulter“ tätig sei und augenscheinlich für eine (neue) Slapstick-Komödie in Marklohe sorgt.

In Hotzes Begründung für die drei Dienstaufsichtsbeschwerden heißt es: „Ziel der Dienstaufsichtsbeschwerden und disziplinarrechtlichen Ahndungen sind Verstöße gegen die guten Sitten des christlichen Abendlandes.“ Weitere Details nennt Hotz nicht – er kündigte eine ausführliche Begründung bis zum 1. Februar an. Seine bisher erstellten Unterlagen will er auch dem Landkreis Nienburg, dem Innenministerium in Hannover sowie dem Petitionsausschuss des niedersächsischen Landtags zukommen lassen.

Fakt ist seit Montag, 18 Uhr: Es bleibt einmal bei dem Kandidaten, der – wie Mitte Dezember entschieden und verkündet – Fritz Jansen heißt. Neben Decke und Hotz, die wegfallen, hat aber noch eine Frau ihren Hut in den Ring geworfen: Es ist Dr. Inge Bast-Kemmerer aus Marklohe.

Der überraschende Auftritt und das plötzliche Wieder-Auftauchen von Dieter Hotz, der in Nienburg eine Postfach-Adresse hat und vor einigen Jahren bereits eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den damaligen Markloher Samtgemeindebürgermeister und jetzigen Landrat Detlev Kohlmeier geführt haben soll, sorgt bei Politikern für Kopfschütteln: Hans-Jürgen Bein, Cord Kirchmann sowie Bernd Föge kritisierten die Hotz-Äußerungen und stellten praktisch im Vorlauf die „Vertrauensfrage“. Auch Einwohner äußerten sich während der Vorstellungabende, so war zu hören, verärgert über Hotz, der schnell „aus der Haut gefahren“ sei, „herumgebrüllt“ und sich „ziemlich arrogant“ verhalten habe.

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