Square-Dance-Gruppe: Neue Mittänzer gesucht

Mit fliegenden Röcken und jeder Menge Spaß

Die Gruppe „Who’s calling“ würde sich über neue Mittänzer freuen.

Nienburg - Von Julia Kreykenbohm. Ihnen zuzuschauen ist auch immer ein bisschen, wie eine kleine Zeitreise zu machen. In die 50er, 60er Jahre. In die Zeit der wogenden Petticoats und langen Hemden.

Und dieses Bild war auch das erste, was Daniela Kipka aus Nienburg vom Square Dance bekam. „Ich war da noch ein Kind und fasziniert“, erinnert sich die heute 39-Jährige. Sie hatte es immer mal ausprobieren wollen und als sie mit Mitte 20 in Hannover die Chance dazu bekam, fasste sie sich ein Herz, nahm an dem Kurs teil – und der Funke sprang endgültig über. Bis heute ist sie begeisterte Square Dancerin und hat in diesem Jahr sogar gemeinsam mit ihrer Schwester eine Gruppe für Nienburg gegründet.

In ihr tummeln sich Tänzer aus anderen Gruppen aus der Umgebung. „Wir wollten alle gern die Möglichkeit haben, zentraler zu tanzen“, erläutert Kipka. Und das tun sie jetzt jeden Dienstag im „Sprotte“ auf einem sogenannten Clubabend. Die 16 Mitglieder sind zwischen 33 und 70 Jahre alt und würden sich über neue Mittänzer freuen. Kipka ist sich bewusst, dass viele Menschen ein etwas „angestaubtes“ Bild von den Square Dancern haben und sie auch teilweise etwas belächelt werden. 

Das empfindet sie als sehr schade, denn „Square Dance ist ein toller Sport und hält einen körperlich und geistig fit. Wir nehmen uns auch nicht so bierernst. Uns geht es vor allem darum, gemeinsam mit anderen Menschen etwas Schönes zu erleben.“ Mitmachen könne jeder, vorausgesetzt, er – oder sie – ist noch „gut zu Fuß“.

Zunächst einmal müssen die Square Dancer eine Art „Ausbildung“ machen, die ungefähr ein Jahr dauert. Dabei erlernen sie die rund 70 Figuren. Danach gibt es eine kleine Prüfung und ab da können die Neu-Tänzer an den Square-Dance-Tanzveranstaltungen in ganz Europa teilnehmen. „Das ist auch etwas, was diesen Sport so reizvoll macht“, erklärt Kipka. „Man kann sich gegenseitig besuchen, knüpft auf diese Weise Kontakte und wird immer nett und freundlich aufgenommen.“

Doch wie genau läuft so eine Tanzveranstaltung ab? Vier Paare stehen sich im Square – also Quadrat – gegenüber und tanzen miteinander. Ein Lied erklingt. Ein Mann, der „Caller“ genannt wird, ruft die Namen verschiedenster Figuren in den Saal, wie „Circle left“ oder „Swing“, die die Tänzer dann umsetzen müssen. Das ist der „Pattern Call“. 

Dann geht es in die zweite Runde, die „Singing Call“ genannt wird. Da fängt der „Caller“ an, ein bekanntes Lied zu singen und baut in den Text die Figuren ein. Ungefähr zehn bis 15 Minuten dauern diese beiden Runden, die zusammen als „Tip“ bezeichnet werden. Danach geht man kurz von der Tanzfläche, schnauft durch und findet sich erneut zusammen, diesmal in neuen Gruppen. Alles ganz locker.

„Je öfter man die Tanzveranstaltungen besucht, desto besser lernt man die anderen kennen. Man ist per Du und irgendwann kennt man alle. Es ist einfach eine schöne Sache“, findet Kipka. „Wir machen ja keine Wettbewerbe daraus, es soll einfach nur Spaß machen.“ Und weil es in einer großen Gruppe noch mehr Spaß macht, sucht die Nienburger Square-Dance-Gruppe „Who’s calling?“ neue Tänzer. 

Wobei Tänzer vielleicht eine falsche Vorstellung hervorruft, überlegt Kipka. „Ich selber bin keine Tänzerin, habe es auch nie gelernt. Beim Square Dance geht es um Bewegung, es ist also mehr Sport.“ Wer daran Freude hat, könne auch Gefallen am Square Dance finden. Ebenfalls falsch sei die Vorstellung, dass ausschließlich zu Country-Musik getanzt werde. „Inzwischen haben wir eine ganz bunte Mischung. Unser ,Caller’ beispielsweise hat auch Lieder von Santiano im Repertoire.“ Kostüme sind – außer für große Veranstaltungen – keine Pflicht. Man müsse auch kein Englisch beherrschen.

Ausgebildete Tänzer können auch unabhängig von ihren Gruppen Tanzveranstaltungen besuchen, egal ob in Deutschland oder Europa. „Wir kennen Tänzer, die steigen in ihr Wohnmobil und fahren von Event zu Event.“

Wer Lust hat, Square Dance einmal unverbindlich auszuprobieren, sollte sich den Januar vormerken, denn dann bietet „Who’s calling?“ ein paar Schnupperabende an, zu denen jeder kommen kann. Zum Schluss noch die Frage: Warum „Who’s calling“? Kipka lacht. „Meine Schwester und ich haben ewig hin und her überlegt, wie wir die Gruppe nennen sollen. Und irgendwann sagte ich: Also, wenn uns gar nichts einfällt, nennen wir uns einfach ,Who’s callin’. Und sie fand das gut. Daran sieht man auch mal wieder, dass bei uns der Spaß im Vordergrund steht.“

Wer mehr über die Square-Dance-Gruppe „Who’s calling?“ wissen möchte, kann sich unter 0172/4186289 oder unter whoscalling@gmx.de melden. Die Gruppe ist auch bei Facebook.

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