Roadster-Treffen in der „Romantik Bad Rehburg“ 

Eine Traube Männer nur für „Emmy“

Auf drei Rädern zum Roadster-Treffen: ein Morgan Threewheeler hat einen bevorzugten Platz zugewiesen bekommen. - Foto: Ney-Janßen

Bad Rehburg - Von Beate Ney-Janßen. Das Dröhnen der Motoren ist bereits zum neunten Mal durch den Park der „Romantik Bad Rehburg“ geschallt. Zum Roadster-Treffen sind Fahrzeuge aus vielen Gegenden in die Anlage gekommen.

Ein kurzer Regenschauer zur Mittagsstunde brachte Bewegung in diejenigen, die es sich schon auf der Terrasse des „Carpe Diem“ gemütlich gemacht hatten. Wer wollte schon auf feuchten Sitzen zurückfahren? So wurden also in Windeseile Verdecke ausgeklappt oder auch Regenschirme aufgestellt – und die Kaffeestunde ebenso fix bei Gesprächen über Motoren, Chassis und Egoisten-Bügel wieder aufgenommen.

„Was, das macht ihr schon zum neunten Mal?“, staunte ein Paar aus der Pfalz, „dann müssen wir zum kleinen Jubiläum im nächsten Jahr wohl auch wieder dabei sein“. Wer ein besonderes Fahrzeug fährt, dem ist eben kaum jemals ein Weg zu weit, um unter seinesgleichen zu kommen. Dass diese Gemeinschaft nicht nur lange Strecken fahren mag, sondern auch recht groß ist, merkte Ulrich Helms, der das Treffen erneut organisiert hatte. Rund 100 Fahrzeugen, schätzt er, habe er einen Parkplatz zwischen den historischen Gebäuden der „Romantik“ zugewiesen. Bei ständigen Zu- und Abfahrten konnte er die Anzahl nur grob schätzen. Sicher sein konnte er sich aber, dass manche der Ankommenden schon dann umlagert waren, wenn sie ihren Motor kaum abgeschaltet hatten.

Der historische Rolls Royce etwa hatte sofort eine Traube interessierter Männer um die Motorhaube versammelt. Kühlerfigur „Emmy“ konnte nur staunen. Ähnlich erging es dem Messerschmidt Kabinenroller, der aus dem Schaumburgischen anrollte. Ein schmales Plätzchen zwischen einem der Bäume der Allee und einem riesigen Mercedes genügte ihm vollauf.

Die erste Reihe der Fahrzeuge war jedoch den Caterham vorbehalten – spritzigen, kleinen Flitzern, bei denen zwischen Fahrersitz und Fahrbahn nur wenige Zentimeter liegen, die teils historisch, teils fabrikneu sind und deren Fahrer eine eingeschworene kleine Gemeinschaft bilden. Einen solchen Caterham fährt auch Helms und mit etlichen solcher Fahrer hatte er bereits ein langes Wochenende hinter sich, als das Roadster-Treffen startete – zwei Tage zuvor waren sie in Rehburg-Loccum angekommen und hatten selbstverständlich einen großen Teil ihres Wochenendes in ihren Autos verbracht.

„Dass es hier so viele Kurven gibt“, staunte das Paar aus der Pfalz nach einer Ausfahrt gen Einbeck. So weit nördlich in Deutschland hatten sie nur plattes Land und gerade Strecken erwartet. Genau diese Kurven sind es aber, die die Caterham-Fahrer begeistern und einen von ihnen wohl auch zu dem Spruch inspirierten, den er sich an den Wagen geklebt hat: „Auch fliegen kann nicht schöner sein.“

Das Roadster-Treffen selbst macht jedoch in erster Linie seine Vielfalt aus. Alt oder neu, „oben ohne“ oder ordentlich zugeknöpft, mit vier, drei oder zwei Rädern – wer ein ausgefallenes Fahrzeug vorzuweisen hat, wird auch im kommenden Jahr auf den Rasenflächen der „Romantik Bad Rehburg“ einen stilvollen Parkplatz unter seinesgleichen bekommen. Diese Vielfalt ist gewollt, wird geschätzt und bringt die Caterham-Gemeinschaft auch mit anderen Auto-Narren in Kontakt.

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