Polizei Nienburg plant im Oktober eine Woche zum Einbruchsschutz

Aus dem eigenen Zuhause eine sichere „Burg“ machen

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Freuen sich auf viele Besucher: Torsten Grund (von links), Michael Sievers (beide Firma „Sievers&Söhne“), Andreas Kalusche (aks), Hauptkommissar Dietmar Scholz, Enno Hübers (Comp-Pro), Michael Linkerdörfer (AGT), Ulli Struckmeier (Tischlerei) und Barbara Riegger (Polizeimuseum/-akademie).

Nienburg - von Julia Kreykenbohm.  Ein Zitat gefällt Hauptkommissar Dietmar Scholz von der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg ganz besonders, weil es den berühmten Nagel auf den Kopf trifft: „Jeder Einbruch ist ein traumatisches Erlebnis der eigenen Wehrlosigkeit.“

Manche Opfer von Einbrüchen müssten danach in Behandlung, weil sie nicht damit fertig werden würden, dass ein Fremder sich Zutritt zu ihrem Zuhause verschafft hat, ihren vier Wänden, die Sinnbild für Schutz, Sicherheit und Privatsphäre sein sollen.

Im vergangenen Jahr wurden über 16 000 Einbrüche in Niedersachsen registriert. Das ist zwar eine deutlich geringere Zahl als noch im Jahr 1993, wo noch 32 000 Taten verzeichnet wurden, doch seit 2009 steigen die Zahlen wieder an. Die Polizei kann die Einbrecher, bei denen es sich im Raum Nienburg häufig um lokale Einzeltäter handelt, zwar oft schnappen – aber dann es ist eben schon zu spät. Der Sachschaden – und eben häufig auch der seelische Schaden – ist da.

Um möglichst vielen Bürgern das schreckliche Erlebnis zu ersparen, hat sich Scholz gemeinsam mit dem Polizeimuseum und der Polizeiakademie etwas überlegt. Und zwar eine Woche, ganz im Zeichen des Einbruchsschutzes. Denn für ihn steht fest: Jeder kann etwas dafür tun, um aus seinem Zuhause eine „Burg“ zu machen.

Vom 24. bis 29. Oktober sind alle interessierten Bürger eingeladen, zu den Öffnungszeiten des Polizeimuseums in Nienburg vorbeizukommen. Dort können sie sich von Dietmar Scholz beraten lassen, was sie zum Schutz ihrer Häuser tun können und welche Finanzierungshilfen es gibt. So gibt die KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zehn Prozent Zuschuss für Sicherungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Gegensprechanlagen oder Alarmanlagen. „Das können maximal 15 000 Euro für ein Einfamilienhaus sein“, weiß Scholz. Im kommenden Jahr sollen es sogar 20 Prozent werden. Leider nicht gefördert würden neue Fenster, aber „da gibt es andere Quellen“, die man anzapfen könne.

Und damit die Beratungen von Scholz nicht nur reine Theorie bleiben, hat sich der Hauptkommissar noch fünf lokale Betriebe mit ins Boot geholt, die ihn bei der Präventionswoche unterstützen. Die Firma „Sievers&Söhne“ aus Haßbergen berät im Fenster- und Türenbau, die AGT, Gesellschaft für Telekommunikation in Drakenburg zeigt elektronische Einbruchsicherung, die Tischlerei Struckmeier aus Drakenburg gibt Tipps beim Nachrüsten von Fenstern, die „aks Schlüsselzentrale“ aus Nienburg erklärt das Nachrüsten von Sicherungen, Beschlägen und Tresoren und Comp-Pro, Telekommunikationslösungen aus Drakenburg, steht im Bereich Video-Überwachung Rede und Antwort.

Die Firmen werden Exponate zur Verfügung stellen und auch Mitarbeiter für die Woche im Polizeimuseum abbestellen. „So können die Leute gleich zu den richtigen Ansprechstellen weitergehen“, freut sich Scholz. An einem Tag der Woche soll auch der Diplom-Ingenieur Sascha Scheller vom Landeskriminalamt vor Ort sein.

„Wir hoffen, dass viele Leute kommen und sich informieren“, sagt Scholz. Eintritt in das Museum sowie die Beratungen sind kostenlos. Hintergrund der Woche ist übrigens der „Tag zum Einbruchsschutz“, der am 30. Oktober ist.

Nähere Informationen zu der Präventionswoche werden noch in den kommenden Wochen bekanntgegeben, sagt Scholz.

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