Ardagh feiert / Größte Produktionsstätte der Gruppe in Deutschland

Seit 125 Jahren entsteht in Nienburg Glas

+
So sieht das Gelände des Ardagh-Group-Glaswerks in der Weserstadt Nienburg aus der Luft heutzutage aus.

Nienburg - Die Zeiten, da Glas noch mundgeblasen das Haus verließ, sind längst Geschichte. Ebenso die Firmen-Bezeichnung „Himly Holscher & Co.“ in Nienburg. Längst heißt das Unternehmen „Ardagh“ und ist die größte Produktionsstätte der Ardagh-Gruppe in Deutschland. Einen Grund zum Feiern gibt es heute, denn genau vor 125 Jahren startete die Produktion in der Nienburger Glashütte.

Seit dem 18. Januar 1891 gehört die Glashütte zur Stadt an der Weser und ist Hauptsitz der Ardagh-Group.

Dass die Glashütte gerade in Nienburg an der Weser entstanden sei, hatte laut Geschäftsführung vor allem mit dem Fluss zu tun: Am Anfang, so berichtet Pressesprecherin Polina Witte, sorgte die Weser für die Anlieferung wichtiger Rohstoffe und für den Abtransport der gefertigten Produkte. „Viel Wasser ist seitdem geflossen und einiges hat sich verändert“, so die Sprecherin des Unternehmens.

Als die Produktion vor 125 Jahren begann, stellten die Glasmacher Flaschen und Behälter noch manuell her – eben mundgeblasen. Inzwischen gibt es laut Witte nur noch ganz wenige manuelle Schritte im Produktionsprozess, denn hochspezialisierte Maschinen haben längst einen großen Teil der Herstellung übernommen. Neben einer ereignisreichen Geschichte mit Wirtschaftskrisen, Umstrukturierungen und Veränderungen sieht sich das Unternehmen auch vor einer spannenden Zukunft.

Neben dem Anlass zum Feiern gebe es laut Jens Schaefer, dem Geschäftsführer der Firma, „auch die Zuversicht, dass wir die kommenden Herausforderungen weiterhin so erfolgreich meistern und der Standort auch künftig ein verlässlicher Wirtschaftsfaktor in der Region bleibt“.

Im Jahr 2007 hatte Ardagh das Werk in Nienburg übernommen. Das Firmen-Gelände ist fast 500000 Quadratmeter groß (knapp 70 Fußballfelder), beschäftigt mehr als 700 qualifizierte Mitarbeiter und produziert 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr.

Dass das Glaswerk in Nienburg bewegte und bewegende 125 Jahre überlebt habe, liege nicht nur an einer gehörigen Portion Unternehmer-Mut. „Es ist auch den qualifizierten und engagierten Mitarbeitern zu verdanken, die oft bereits seit Generationen bei uns arbeiten“, so Werkleiter Herbert Wilcken.

Er sieht „viel Bewegung“ in der Glasbranche. Einerseits sei die Konkurrenz durch ausländische Produktionsstandorte immer spürbarer, auf der anderen Seite befänden sich nirgends derart viele glasproduzierende Unternehmen wie in Deutschland. Aber das Werk in Nienburg investiere regelmäßig – auch in die Ausbildung der eigenen Fachkräfte. Wilcken: „Nur mit gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern kommen die Vorteile modernster Technologie und Ausstattung auch wirklich zum Tragen.“

Ardagh bildet Industriemechaniker, Mechatroniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, Fachkräfte für Lagerlogistik, Verfahrenstechniker für Glastechnik, Industriekaufleute und Fachinformatiker für Systemintegration aus. Auch ein Studium mit dem Abschluss „Bachelor of Arts“ und „Bachelor of Engineering“ sei möglich, so der Werkleiter. Und Geschäftsführer Jens Schaefer sagt dazu: „Damit bereitet die Ardagh-Group in Nienburg bereits im Jubiläums-Jahr den Weg für die nächsten 125 Jahre.“

hen

Mehr zum Thema:

Viele Spitzenpolitiker bei Trauerfeier für Shimon Peres

Viele Spitzenpolitiker bei Trauerfeier für Shimon Peres

In Paris beginnt die Zukunft des Autos

In Paris beginnt die Zukunft des Autos

Tödliches Feuer in Krankenhaus in Bochum

Tödliches Feuer in Krankenhaus in Bochum

Uralt-Raffinerie gefährdet Curacaos Traumtourismus

Uralt-Raffinerie gefährdet Curacaos Traumtourismus

Meistgelesene Artikel

Wecholder Feuerwehr nutzt ihren Heimvorteil

Wecholder Feuerwehr nutzt ihren Heimvorteil

Fünf Einbrüche in Hoyaer Geschäfte in einer Nacht

Fünf Einbrüche in Hoyaer Geschäfte in einer Nacht

B6-Baustelle: Das erste Drittel ist fast geschafft

B6-Baustelle: Das erste Drittel ist fast geschafft

Kommentare