Kirche kunterbunt

Niedersachsen startet in Reformation-Jubiläumsjahr

Hannover - Die Reformation war keine zentral gesteuerte Kirchenreform. Entsprechend vielfältig und bunt fällt das Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation" in Niedersachsen aus. Gottesdienste werden gefeiert, Bäume gepflanzt und - typisch evangelisch - es wird viel gesungen.

Niedersachsen ist heute ein Kernland der evangelischen Kirche, im 16. Jahrhundert aber setzte sich die neue Konfession nur schrittweise und auch nicht vollständig durch. Zum Start des Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation" gibt es in Niedersachsen denn auch keinen zentralen Auftakt, sondern eine Vielfalt von Gottesdiensten, Konzerten, Ausstellungen und Aktionen quer durch die Regionen. Einiges davon begann bereits vor dem Jubiläumsjahr, mit dem am 31. Oktober 2017 dem Thesenanschlag von Martin Luther in Wittenberg vor 500 Jahren gedacht wird.

Zwar feiert Hannovers Landesbischof Ralf Meister zum Start des Jubiläums am Montag in der Marktkirche einen Festgottesdienst, viele Aktionen aber finden quer durchs Land statt. So werden in allen Teilen der Landeskirche 202 Luther-Eichen gepflanzt. Aufgegriffen wird damit eine alte Tradition - die erste Luther-Eiche wurde in Wittenberg an dem Ort gepflanzt, an dem Luther die päpstliche Bannandrohungsbulle verbrannte. Die meisten der jetzt noch existierenden Luther-Eichen wurden 1883 anlässlich des 400. Geburtstags des Reformators gepflanzt. "Es entstehen Orte, die nachhaltig an das 500. Reformationsjubiläum erinnern", sagt der Initiator des Projekts, Superintendent Ulrich Wöhler.

Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahrs ist das Pop-Oratorium "Luther", das von 2000 Sängerinnen und Sängern am 14. und 15. Januar in Hannover aufgeführt wird. Der Europäische Stationenweg, ein Geschichtenmobil zur Reformation, macht vom 23. bis 25. November in Osnabrück und vom 5. bis 7. Dezember in Wolfsburg Halt. Der bundesweit zentrale Buß- und Versöhnungsgottesdienst von Protestanten und Katholiken ist am 11. März in Hildesheim geplant. Das Braunschweiger Landesmuseum zeigt vom 7. Mai bis zum 19. November 2017 die Reformationsausstellung "Im Aufbruch".

Die lange Dauer der Erinnerungsfeiern findet der landeskirchliche Referent für Kunst und Kultur, Achim Kunze, legitim: "Die Themen, die uns wichtig sind, passen nicht in ein Jahr." Deshalb habe die Kirche zehn Jahre vor dem eigentlichen Jahrestag die Luther-Dekade ausgerufen. Nun aber, ein Jahr vor dem eigentlichen Jubiläum, gehe es richtig los.

Wie etwa in Osnabrück, wo am Reformationstag Skizzen von Nikola Dicke auf Kirchentüren projiziert werden. Entwickelt hat die Lichtkünstlerin ihre Werke aus 95 Thesen, die Osnabrücker auf einer Webseite eingeben konnten. "Reformation 5.0 - Welche Erneuerung brauchen wir heute" ist die Aktion betitelt, in der manche den Wunsch nach mehr Menschlichkeit äußern, sich "Rücksicht und Respekt statt Egoismus und Ellenbogen" wünschen oder fragen, ob Kirche nur noch ein unternehmerisches Gebilde ist oder vielmehr auch religiöse Heimat.

Genau so eine Auseinandersetzung wünscht sich Achim Kunze: "Klima, Flüchtlinge, Wutbürger. Wir müssen über Diskussionen an die Grenzen dessen herangehen, was zu klären ist." Die Kirche müsse wieder eine gesellschaftliche Kraft werden, die öffentlich über aktuelle Fragen spreche. "Damals war Kirche viel öffentlicher als heute."

Nicht alles Gedenken aber geht über den Kopf. So will das Kloster Lüne in Lüneburg unter dem Titel "Mahl anders. begegnen genießen hören" seinen Gästen zeigen, wie inspirierend Glaubenstraditionen sein können. Gäste werden, während sie die regionale Klosterküche genießen, von Fachleuten, Musikern und Darstellern unterhalten. In Gödens in Friesland zeigt das Museum im Landrichterhaus mit der Ausstellung "Radikal angepasst - Erste Täufer in der Herrlichkeit Gödens", wie es 1535 möglich war, dass sich Täufer in dem Örtchen ansiedeln konnten.

In Bremen beginnt das Jubiläumsjahr mit einem großen Gottesdienst, es folgen Kunstprojekte, Vorträge und Fortbildungen für Lehrer. Vom 24. bis 26. März hält in der Hansestadt das Geschichtenmobil des Europäischen Stationenwegs.

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