Vietnamesischer Dolmetscher fasziniert im Steimbker Seminarhaus

Ngo Ngoc Diep erkennt den Schmerz an Nasenspitzen

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Der vietnamesische Dolmetscher Ngo Ngoc Diep erläutert in Steimbke das Gesichtsreflexzonenverfahren seiner Heimat.

Nienburg - Von Sven DeckertSTEIMBKE · Ngo Ngoc Diep tritt bescheiden und zurückhaltend auf. Der zierliche Mann betrachtet freundlich und aufmerksam das Gesicht einer Frau aus dem Publikum. Dann fragt er sie, ob sie häufig Schulterschmerzen habe? Etwas irritiert bejaht die Frau die Frage. „Viele körperliche Beschwerden werden durch Stress ausgelöst“, sagt Ngo Ngoc, streicht vorsichtig mit den Fingerspitzen über die Augenbrauen der Frau und beginnt an einer Stelle leicht zu drücken. Eine halbe Minute später bemerkt die Frau eine spürbare Linderung: „Das können Sie auch selbst machen“, sagt der Mann Anfang 60.

Ähnliches wiederholt sich an diesem Abend noch einige Male. Einmal drückt Ngo Ngoc Diep auf den Nasenrücken, ein anderes Mal im Bereich der Mundwinkel. Nicht immer ist der Erfolg so deutlich, aber alle Teilnehmer registrieren zumindest eine Änderung zum Besseren.

Der gebürtige Vietnamese führt keine Zaubertricks vor, sondern demonstriert das Gesichtsreflexzonenverfahren seiner Heimat. „Der ganze Körper hat seine Entsprechung im Gesicht“, erklärt Ngo Ngoc Diep, der neben seiner Arbeit als Heilpraktiker für Psychotherapie auch als Dolmetscher arbeitet und das Soziokulturzentrum der Pagode in Hannover leitet.

Erlernt hat er die Technik nach eigenen Worten noch in Vietnam von einem Meister und sie später in Deutschland immer weiter verfeinert. Als Mitglied im Verbund Kompetenzzentrum Mitte unter Leitung der Heilpraktikerin für Psychotherapie, Melanie Göldner, stellte er das Verfahren schon einige Male im Seminarhaus des Kompetenzzentrums in Steimbke vor. Jedes Mal wächst die Zahl der Zuhörer.

„Für viele Menschen in Deutschland ist es schwer, körperliche Zusammenhänge und Funktionsweisen zu akzeptieren, die nicht der üblichen Meinung entsprechen. Wenn ich mir mit dem Hammer auf den Finger haue, tut mir der Finger weh. Aber jeder, dem das schonmal passiert ist, weiß: Mir schmerzt nicht nur der Finger, mir wird auch übel – und dabei habe ich mir ja nicht in den Magen geschlagen. Es können sich also Symptome herausbilden, die auf den ersten Blick gar nichts mit der Ursache zu tun zu haben scheinen.“

Das, sagt der Heilpraktiker, gelte besonders auch für seelische oder psychische Beschwerden. „Der Körper, die Seele und der Geist hängen doch zusammen. Wenn es der Seele nicht gut geht oder der Geist sich überanstrengt, schmerzt irgendwann der Körper.“ Zielsicher sagt er den Zuhörern im Saal buchstäblich „aufs Gesicht zu“, wo sie Beschwerden haben – und liegt meistens richtig. „Das kann man über leichte Rötungen und Schwellungen selbst erkennen“, sagt er und erklärt am eigenen Gesicht und mit entsprechenden Zeichnungen, worauf zu achten und wie etwas zu erkennen sei. „Oftmals lässt sich der Ort der Beschwerden über das Gesicht sogar leichter erkennen als ihn im eigenen Körper zu lokalisieren.“ Anschließend folgen Klopf-, Druck- und Massagetechniken, um die Beschwerden zu lindern oder verschwinden zu lassen.

Als die Teilnehmer das Seminarhaus verlassen, drücken oder reiben nicht wenige in ihren Gesichtern herum, und einige sind deutlich erstaunt. Ein Mann massiert so kräftig sein rechtes Jochbein, als wolle er sich für die just gelösten Schmerzen umgehend Ersatz verschaffen.

Am Dienstag, 26. Februar, ist Ngo Ngoc Diep das nächste Mal zu Gast im Kompetenzzentrum Mitte und bietet einen „Schnuppertag“. Weitere Informationen gibt es bei Melanie Göldner unter Telefon 01 72 / 5 12 67 56 oder im Internet unter

http://www.goeldner-coaching.com

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