Gasthaus Okelmann in Warpe erweitert Angebot / Töchter steigen in Betrieb ein

Das Konzept „Tradition“

Kristin, Maren und Helmut Okelmann (v.l.) sind von ihrem Konzept überzeugt. ·
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Kristin, Maren und Helmut Okelmann (v.l.) sind von ihrem Konzept überzeugt. ·

Warpe - Von Rebecca GöllnerMehrere Generationen unter einem Dach – für die meisten unvorstellbar. Stress und Streitigkeiten scheinen programmiert. Nicht so bei Familie Okelmann aus Warpe. Denn jetzt steigen sogar die beiden Töchter Maren (27) und Kristin (22) in das Gastro-Unternehmen ein und planen bereits Großes.

Es sprudelt leidenschaftlich aus den beiden Frauen heraus. Sie können es kaum abwarten, dass „ihr“ Projekt endlich fertiggestellt ist: der Neubau eines Hotels sowie eines Hofladens samt Café und Backhaus.

Die Idee dazu entstand Anfang 2010. Maren Okelmann studierte Tourismusmanagement in Heide (Schleswig-Holtstein) und suchte nach einem passenden Thema für ihre Abschlussarbeit. „Mir kam schnell die Idee, etwas über unseren Betrieb zu machen“, sagt die 27-Jährige.

Gesagt, getan. Sie recherchierte in Bibliotheken, im Internet und bei Statistikämtern. „Ich habe mich gefragt, was in die Region passt, und was wir besonders gut können“, so die Jungunternehmerin. Was dabei heraus kam, war ein detailliertes „Marketingkonzept für das Landgasthaus Okelmann in Warpe“. Es spiegelt das wider, wofür das Gasthaus seit fünf Generationen steht: Tradition und Familie.

Auch ihre jüngere Schwester Kristin war sofort Feuer und Flamme. Ebenso wie Maren möchte sie in den elterlichen Betrieb einsteigen. „Für mich war das eigentlich schon immer klar“, so die 22-Jährige. Mit diesem Hintergedanken absolvierte sie in den vergangenen zwei Jahren eine Ausbildung für Tourismus- und Hotelmanagement.

Mit diesem fundierten Wissen und ihren Erfahrungen – schließlich sind sie mit dem Gasthaus-Trubel aufgewachsen – nehmen sie ihr Ziel ehrgeizig in die Hände. Nach zahlreichen Gesprächen mit Architekten, Innenausstattern, Banken und Co. konnte vor einigen Wochen der erste Spatenstich für ihr Neubau-Vorhaben gesetzt werden. „Mittlerweile steht das Erdgeschoss, Ende der Woche kommt das Dach“, erzählen die beiden nicht ohne Stolz. Wenn alles klappt, möchten sie im nächsten Sommer Einweihung feiern.

„Groß wird es“, sagt Maren Okelmann mit einem Grinsen auf den Lippen. Hotel sowie Hofladen umfassen jeweils zwei Stockwerke. „Das Café wird in einem modernen Landhausstil erstrahlen“, erzählt sie. Rund 60 Gäste sollen später darin Platz finden. Neben Sahnetorten, Oma Marthas Frankfurter Kranz und Cup-Cakes bieten Okelmanns im Hofladen auch Spezialitäten aus der Region, „Klüngelkram“ sowie Selbstgenähtes von heimischen Designern an.

Zehn neue Zimmer entstehen im Hotel. „Dann haben wir insgesamt 16 Zimmer“, erklärt Kristin Okelmann. Im alten Hotel nebenan stehen bereits seit einigen Jahren sechs Zimmer für Gäste zur Verfügung.

Bei diesen Ausmaßen würde wohl so manch anderer ins Straucheln geraten. Schließlich haben die beiden Frauen gerade erst ihre Ausbildung beziehungsweise das Studium abgeschlossen. Maren und Kristin sagen jedoch ohne zu zögern: „Nein, wir haben keine Angst vor dieser Herausforderung.“ Und auch, wenn sie das Zepter für den neuen Geschäftszweig übernehmen, stehen ihre Eltern mit Rat und Tat zur Seite.

Ansonsten setzen sich Helmut und Annegret Okelmann nicht etwa schon zur Ruhe, sondern kümmern sich weiterhin um den Saal- und Gaststättenbetrieb.

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