Anlagen können 1.000 Haushalte versorgen

Windpark Hämelhausen eingeweiht

Die fünf „Mühlen“ der Windparks Hämelhausen und Hämelheide.

Hämelhausen - Von Horst Friedrichs. Sie nennen sich „Windmüller“, und sie betreiben „Mühlen“. So klingt es, wenn Fachleute für Windkraftanlagen sich treffen und über ihr Metier sprechen. Dies war am Sonnabend in Hämelhausen der Fall, wo ein Windpark eingeweiht wurde.

Sichtbares Zeichen des Anlasses war ein Festzelt an der Westener Straße, unmittelbar neben einer der neuen Anlagen. Zahlreiche Gäste trafen sich dort mit den Betreibern des Windparks Hämelhausen; am Vormittag waren es die für die Verwirklichung des Projekts Zuständigen und die am Bau Beteiligten, am Nachmittag waren jene Nachbarn eingeladen, die von ihren Häusern aus die Rotoren sehen können.

„In Hämelhausen hat es gut geklappt.“ Das bescheinigte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer in seiner Ansprache zur Einweihung dem örtlichen Geschäftsführer des Windparks Hämelhausen, Stefan Meinke. Durch frühzeitiges Einbinden der Betroffenen, so Meyer weiter, sei es Meinke als Ortsansässigem gelungen, eine breite Akzeptanz für den Windpark zu schaffen. In früheren Jahren sei dies weitaus schwieriger gewesen.

Meyer: „Seit 15 Jahren bearbeiten wir dieses Thema in den Rathäusern.“ Ein enormer Prozess sei zu bewältigen gewesen – von allgemeiner Ablehnung über Einsprüche bis hin zu Bürgerinitiativen. Erst seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 sei diesbezüglich ein Wandel zu verzeichnen. Mit dem Windpark Hämelhausen, so erklärte der Samtgemeindebürgermeister weiter, seien in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya jetzt fünf Windparks in Betrieb. Der nächste, mit neun Anlagen, entstehe in Hoyerhagen.

Geschäftsführer Heino Knief von der PPG-Plan GmbH aus Bassum, der zuständig für die Realisierung des Projekts war, begrüßte die Gäste der Einweihungsfeier im Festzelt und wies darauf hin, dass auch der Windpark Hämelhausen, wie viele andere, demnächst dem Bundesverband für Windenergie (BWE) beitreten werde. Letzteren und zugleich dessen Landesverband vertrat als Einweihungsgast Horst Mangels aus Oldenburg. In seinen Begrüßungsworten erklärte Mangels: „Die Windenergie polarisiert seit 20 Jahren.“

Mit der Änderung des regionalen Raumordnungsprogramms für den Landkreis Nienburg, erläuterte Geschäftsführer Stefan Meinke in seiner Festrede, sei die Grundlage für das Windpark-Projekt in Hämelhausen gelegt worden. Das Plangebiet umfasse etwa 48 Hektar. Im Landkreis Nienburg gebe es 19 Vorranggebiete für Windparks mit einer Gesamtfläche von 1 820 Hektar; darin sei Hämelhausen enthalten. Nach dem Baubeginn im vergangenen Jahr befinde sich der Windpark Hämelhausen aktuell im Probebetrieb. Die Planungs- und Errichtungsphase habe sieben Jahre gedauert. Zum Windpark Hämelhausen, so Meinke, gehören drei Anlagen. Daneben sei der Windpark Hämelheide entstanden, dessen Betreiber ihre zwei Anlagen in eigener Regie betreiben. Eine dritte Gesellschaft sei aber für die Verwaltung beider Windparks geschaffen worden.

Söhnke Schierloh, Geschäftsführer-Partner von Heino Knief informierte über die Technik der insgesamt fünf Hämelhauser Windkraftanlagen. Die 40 bis 41 Millionen Kilowattstunden, die sie erzeugen, seien für die Versorgung von 1.000 Haushalten mit grünem Strom ausreichend. In ihrem Umspannwerk in Heidhüsen speisen die Hämelhauser Windparks ihren Strom in das Netz des Energieversorgers Avacon ein.

Die Rotorblätter der Anlagen sind knapp 62 Meter lang; mit einer Nabenhöhe von 137 Metern erreichen die „Mühlen“ eine Gesamthöhe von rund 200 Metern.

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