Samtgemeinderat schrumpft / CDU bleibt stärkste Fraktion

Vier „Wahlgewinner“ und die FDP

Samtgemeinde - Von Michael Wendt. Statt bislang 38 Sitze waren für den neuen Rat der Samtgemeinde Grafschaft Hoya am Sonntag nur noch 32 zu vergeben. Und obwohl sie deshalb allein rechnerisch weniger Mitglieder stellen können, sind alle Parteien mit dem Ausgang der Wahl zufrieden. Die CDU hat Stimmen verloren, ist aber stärkste Partei geblieben, SPD und Grüne haben ihre Position verteidigt und die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) hat sogar zwei Sitze gewonnen. Nur die FDP ist demnächst alleine durch Petra Ahnemann im Rat vertreten. Allerdings erreichte sie bereits 2011 keine Fraktionsstärke (mindestens zwei Ratsmitglieder), und deshalb ist ihr die politische Partnersuche nicht fremd.

Dennoch sagt Petra Ahnemann bezogen auf ihren neuen Status als FDP-Einzelkämpferin: „Ich bin froh, dass ich schon Erfahrung habe.“ Die Hämelhauserin sitzt bereits seit zwei Wahlperioden im Samtgemeinderat. „Wenn ich kann, werde ich mich einer anderen Fraktion anschließen“, sagt sie. Schließlich wolle sie mit ihrer Stimme auch etwas bewirken, und die Entscheidungen würden ja oft in den Fraktionssitzungen vorbesprochen.

Hinzu kommt, dass ein einzelner Kandidat ohne Fraktionsstatus in den Ausschusssitzungen in der Regel kein Stimmrecht hat.

„Ich hoffe auf eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit, die wir schon gehabt haben, aber vielleicht entstehen ja auch andere Konstellationen“, sagt Petra Ahnemann. Sie hofft also auf eine erneute Gruppenbildung von CDU, FDP und UWG.

Wilhelm Schröder: „Gespräche geführt“

CDU-Spitzenkandidat Wilhelm Schröder (Bücken) wird da konkreter: „Ich habe bereits erste Gespräche geführt.“ Die Gruppe habe sich nach der letzten Sitzung des Samtgemeindeausschusses quasi versprochen, die Zusammenarbeit fortzusetzen.

Erstmals hat in den Gesprächen darüber auch Heiko Lange ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Der Hasseler UWG-Spitzenkandidat erhielt mit 833 Stimmen die zweitmeisten aller Kandidaten. Nur die Hoyaerin Heide Wirtz-Naujoks (944 Stimmen) von der SPD war bei den Wählern noch beliebter.

Heiko Lange: „Zünglein an der Waage“

Heiko Lange freut sich aber vor allem über das gute Ergebnis der UWG. „Ich bin sehr zufrieden. Mein Wunsch war es, dass drei Leute von uns in den Rat kommen, jetzt sind es vier geworden“, sagt der Soldat. Er freue sich insbesondere, das zwei von links und zwei von rechts der Weser kommen. Lange: „Wir werden auf jeden Fall Gespräche mit SPD und CDU führen. Man möchte ja auch mitbestimmen können, und dafür sind Plätze in den Ausschüssen eine wesentliche Sache.“ Die UWG sehe sich als drittstärkste Kraft so ein bisschen als Zünglein an der Waage. „Die Samtgemeinde wird davon profitieren, wenn Kompromisse gefunden werden müssen“, glaubt Heiko Lange.

Zurückhaltender, was eine mögliche künftige Zusammenarbeit angeht, gibt sich SPD-Spitzenkandidat Bernd Meyer. „Wir werden das in den Gremien erörtern und eventuell Gespräche mit den anderen suchen“, sagt der Schweringer. Aber das habe er nicht allein zu entscheiden, auch wenn er derzeit SPD-Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat ist. Das gute Ergebnis der SPD, die ihren Stimmenanteil gegenüber der Wahl 2010 nahezu gehalten hat, führt Bernd Meyer auf eine konstant gute Arbeit zurück, die die Partei abgeliefert habe.

Hoch erfreut über das Wahlergebnis zeigt sich Frank Lange von den Grünen. Kein Wunder, hat die Partei doch fast zwei Prozentpunkte hinzugewonnen und ihre Sitzzahl auch im geschrumpften Rat verteidigt. „Ich bin froh, dass ich ab November kein Einzelkämpfer mehr bin“, sagt der Bücker. Zuletzt hatten mehrere Grüne aus unterschiedlichen Gründen den aktuellen Rat verlassen. Ob die Grünen eine formale Zusammenarbeit mit anderen Ratsgruppen anstreben, sei noch nicht besprochen.

Wahlbeteiligung sehr unterschiedlich

Die Wahlbeteiligung lag bei 55,4 Prozent, schwankte aber je nach Wahlbüro stark. So gaben in Bezirk Eitzendorf/Magelsen nur 45,2 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab, „nebenan“ im Büro für Wechold/Heesen waren es 77,5 Prozent.

Der neue Samtgemeinderat kommt erstmals am Donnerstag, 3. November, in der Hoyaer Gaststätte „Lindenhof“ (Deichstraße 27) zusammen.

Ein Thema dürfte ihn und die Mitgliedsgemeinden ab 2017 besonders beschäftigen: Die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans. Bislang plant die Samtgemeinde auf Basis zweier Pläne, die die Samtgemeinde Eystrup und Hoya getrennt voneinander in den 70er-Jahren entwickelt haben.

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