Studenten aus Berlin präsentieren Entwicklungskonzept für die Stadt

Mehr Grün, mehr Fluss für Hoya und seine Besucher

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Eine Idee der Studenten: Dank eines in der Weser treibenden Pontons soll es einen unmittelbaren Zugang zum Fluss geben.

Von Michael Wendt. Hoya muss ran ans Wasser, die Stadt muss sich zur Weser hin öffnen und den Fluss stärker einbeziehen! Diese Forderung ist bereits in mehreren Entwicklungskonzepten enthalten. Studenten der Technischen Universität Berlin haben sie jetzt erneuert. Bei der jüngsten Ratssitzung präsentierten sie ihre seit 2014 entwickelten Zukunftsideen. Die Ratsleute sowie zehn Zuhörer im Ratssaal hörten gespannt zu.

Es war an Christoph Rinne und Kevin Schmidt, die Projektarbeit der rund 20-köpfigen Gruppe vorzustellen. Sie taten dies top vorbereitet, überaus ortskundig, schonungslos kritisch und ehrlich lobend. Sie hielten der Stadt den sprichwörtlichen Spiegel vor.

2014 hatten die Studenten ihr Projekt im Auftrag des Rats begonnen – mit einer Bestandsaufnahme im Innenstadtbereich, denn um den ging es in ihrer Arbeit. Anschließend erarbeiteten sie ein Leitbild „Hoya 2030“ und entwickelten konkrete Ideen für einzelne Bereiche der Stadt.

Als Besucher nahmen die Berliner Dinge wahr, die vielen Hoyaern wahrscheinlich nicht (mehr) auffallen: Der Funkturm stört optisch, die Papierfabrik ebenso. Es gibt eine gute Mischung aus Wohnungen und Geschäften an der Langen Straße und der Deichstraße mit gleichmäßig verteilten Wohneinheiten, und die Straßen sind in einem guten Zustand (die Wohnstraßen teilweise allerdings nur in einem befriedigenden).

In manchen Analysen kam die großstädtische Berliner Sicht durch. Doch das änderte nichts an den treffenden Beschreibungen der Studenten, die ihre Analyse mit Karten, Grafiken und Tabellen untermauerten.

Dem Bereich „öffentliches Grün“ maßen sie große Bedeutung bei und kritisierten: Es gibt zahlreiche Grünflächen, aber kein stimmiges Gesamtbild. Mit mehr und näher beieinanderliegenden Grünanlagen ließe sich die Aufenthaltsqualität in Hoya steigern. Zwei Vorschläge: Der hintere Teil des „Guder-Parkplatzes“ zwischen Langer Straße und Lindenallee könnte als Park mit Spielplatz umgestaltet werden, und hinter dem Alten Rathaus könnte ein Spielplatz gebaut werden.

Besonders widmeten sich die Berliner zwei Bereichen:

„Bermuda-Dreieck“

Zwischen der Gaststätte „Lindenhof“, dem Arbeitsamt und dem Fitness-Studio liegt das sogenannte Bermuda-Dreieck. Heruntergekommene Gebäude, Flachdachgaragen und der verlassene Verkaufsraum einer ehemaligen Tankstelle prägen das Bild. Die Studenten entwickelten für diesen Bereich die Idee eines Gebäude-Ensembles mit Wohn- und Geschäftsräumen, das einen grünen Innenhof umrahmt.

Zugang zur Weser

Für den Bereich neben der Eisdiele an der Deichstraße schlagen die Studenten einen Weserzugang vor. Ihre Idee: Ein Treppe führt herunter auf die Uferpromenade, die (an dieser Stelle verbreitert) Platz zum Abstellen von Fahrrädern bietet. Von dort aus gelangt man mittels einer weiteren Treppe auf einen großen Steg (Ponton) und kann „mit der Hand ins Wasser greifen“, wie es die Studenten formulierten. Man könne auf dem Ponton auch Angeln, ein Eis essen, sich sonnen, lesen, und und und. Damit der Fluss auch für Touristen greifbar wird, sollte der Weserradweg über die Uferpromenade geführt werden.

Für ihre Ausarbeitungen erhielten die Studenten Lob von allen Seiten, das größte von Stadtdirektor Detlef Meyer: „Sie waren zwei Tage in Hoya und haben das treffend analysiert. Der externe, neutrale Blick zeigt immer, wie schön die Stadt ist und welches Potenzial sie hat. Den Ansatz, den Weserradweg über die Weserpromenade zu führen, finde ich richtig gut.“

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