Rolf und Nermin Vogt erweitern ständig das Caller Weihnachtshaus

Alle Jahre wieder was Neues

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Das Weihnachtshaus in voller Lichterpracht, wie es sich dem aus Richtung Calle kommenden Besucher zeigt.

Calle - Von Horst Friedrichs. Schwarz und undurchdringlich senkt sich die Dunkelheit über das Land. In der Einsamkeit am Ortsrand von Calle sieht man fast die Hand vor Augen nicht. Doch unvermittelt gibt es eine sanft einsetzende und zugleich gewaltige Lichtexplosion.

Ohne große Ankündigung und ohne einen Laut löscht strahlend bunte Helligkeit das Dunkel aus: Rolf Vogt hat das Lichterkleid seines Weihnachtshauses eingeschaltet. Die Menschen, die diesen Moment miterleben, sind fasziniert. Nicht anders ergeht es jenen, die der Lichterglanz im weiteren Verlauf eines vorweihnachtlichen Abends anlockt. Alle gemeinsam kommen aus dem Staunen so schnell nicht heraus. So ergeht es selbst den Stammgästen, die alle Jahre wieder vorbeikommen und schon alte Weihnachtshaus-Hasen sind. Denn Rolf Vogt und seine Frau Nermin lassen sich immer wieder neue, buchstäbliche Glanzlichter einfallen, mit denen sie ihre Besucher überraschen. In den adventlich-behaglichen kleinen Zelten auf dem Platz neben dem Weihnachtshaus können Kinder und Erwachsene den soeben erlebten Augenschmaus trefflich nachwirken lassen. Von Limonade bis Glühwein und von Lebkuchen bis Bratwurst wird adventlich Duftendes geboten, damit auch die Geschmacksnerven nicht zu kurz kommen.

Die „Kommandozentrale“ des Weihnachtshauses. Von hier aus steuert Rolf Vogt das Lichtermeer.

Rolf Vogt arbeitet das ganze Jahr über an seinem Weihnachtshaus. Es wird immer prachtvoller. Dabei inspirieren seine Frau und er sich gegenseitig zu neuen zündenden Ideen. So war es Nermin Vogt, die in diesem Jahr mit einem besonderen Einfall zu einer Bereicherung des Gesamtwerks beitrug. „Sieh mal, wie sich das spiegelt“, sagte sie zu ihrem Mann, als sie vor der verglasten Haustür standen und die neu installierten Lichtbögen bewunderten, die den Weg zum Eingang überspannen. Danach gab es nicht mehr viel zu sagen und zu überlegen. Die Eheleute schritten zur Tat, bestellten einen Spiegel von 1,90 x 1,65 Meter Größe und stellten ihn direkt vor ihre Tür. Der Spiegel erweckt den Eindruck, dass ein Tunnel aus Licht mitten durch das Haus führt.

„Das Schönste ist die Freude der Besucher“

„Den vorderen Eingang brauchen wir sowieso nicht“, sagt Rolf Vogt. „Wir haben ja den Hintereingang.“ Die Freude über den neuen Glanzpunkt ist seiner Frau und ihm wichtiger.

Und überhaupt ist es ebendies, das sie beide antreibt: „Das Schönste ist es, die Freude der Menschen zu erleben“, sagt der Weihnachtshaus-Eigentümer. „Wenn ich das Leuchten in den Augen der Kinder und auch der Erwachsenen sehe, weiß ich, dass sich all die Arbeit gelohnt hat.“

Nermin Vogt ist in ihrem Reich, dem großen Zelt auf dem Weihnachtshaus-Parkplatz, mit Glühwein und einer Vielfalt anderer vorweihnachtlicher Gaumenfreuden und Artikel für dem Besucheransturm gerüstet.

Seit drei Jahren ist der 68-Jährige jetzt Rentner. „Aufs Dach zu steigen wird schon ein bisschen mühsamer“, gibt er lächelnd zu. „Aber auf der großen Tanne vor dem Haus habe ich keine Probleme. Da klettere ich mit meinem voll gepackten Rucksack hinauf, setze mich ganz oben gemütlich in die weichen Äste und werfe die neu angeschlossenen Lichterketten hinunter.“ Neben dem verspiegelten Eingang sind auch die innovativen Büschel-Lichter aus Holland dieses Jahr neu am Caller Weihnachtshaus – und vor allem: ein großes Rentier samt Schlitten und einem dicken Weihnachtsmann. Neue Lichtgestaltung wurde auch der großen Tanne vor dem Haus zuteil, und eine neue Lichterpyramide gibt es obendrein.

Mit der Langzeit-Baustelle und der Vollsperrung der vorbeiführenden Straße Richtung Calle und Asendorf haben die Gäste der Familie Vogt keine nennenswerten Probleme. „Die Ortskundigen finden sowieso zu uns“, sagt Rolf Vogt, „und alle anderen brauchen auf ihrem Navi nur die Hausnummer 32 einzustellen, und schon werden sie über eine Umleitung auf unseren Parkplatz geführt.“ Die Hausnummer sei wichtig, betont der Weihnachtshaus-Eigner, denn nur mit dem Ortsnamen im Navi lande man vor der Baustelle auf der falschen Ortsseite.

Das Karussell war gut und doch ein Reinfall

Rolf Vogt bedauert, dass er das kleine Karussell vor den Zelten nicht mehr betreiben kann. Nachdem er es im Osten gekauft hatte, lief es drei Jahre lang einwandfrei. Dann aber stellte die Aufsichtsbehörde fest: Das Baubuch war eine Fälschung. „Wir mussten das Karussell stilllegen“, erzählt Vogt. Doch dem findigen Herrn der Lichter fiel prompt eine Lösung ein: Aus dem Karussell wurde ein Podest für Schaukel-Automaten.

Weihnachtshaus in Calle 2015

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