Historische Uhr samt Glocke in Hoyaer Grundschule wieder in Betrieb genommen

Neuer Klang in alter Schule

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Noch zwei Minuten: Anne Wasner, Rolf Walnsch, Lars Meyer und Andreas Torst (von links) warten unter der neuen Grundschul-Uhr auf den ersten Halb-Stunden-Schlag des soeben in Betrieb genommenen Glockenspiels. Die moderne Uhr hängt am Neubau und ergänzt das historische Modell am Giebel des Altbaus. 

Hoya - Von Horst Friedrichs. Was die Stunde geschlagen hat, ist für Hoyaer im Stadtzentrum jetzt hörbar. In den Chor der Kirchenglocken mischt sich seit Donnerstag der Glockenschlag der Grundschule – allerdings mit zarter Stimmgewalt. „Wir nehmen Rücksicht auf die Nachbarn“, sagte Schulleiterin Anne Wasner am Donnerstagnachmittag anlässlich der Inbetriebnahme der beiden zeitgeschalteten Grundschulglocken.

„Eine zusätzliche Bereicherung sowohl für das historische Gebäude als auch für den Ortskern Hoyas“, bewertet der stellvertretende Stadtdirektor Rolf Walnsch das Glockenspiel an der Langen Straße.

Zwei Glocken sind es, die unter dem Dach des historischen Grundschulgebäudes installiert wurden. Der stellvertretende Hausmeister Lars Meyer setzte sie am Donnerstag pünktlich um 15.15 Uhr in Betrieb und ließ für die Anwesenden zugleich eine Hörprobe ertönen.

Eine der Glocken ist so alt wie das Gebäude selbst: 151 Jahre. Eine früher vorhandene gleichaltrige zweite Glocke wurde durch eine neue, hinzugekaufte, ersetzt. „Die Glocken sind unterschiedlich groß und haben daher auch unterschiedliche Töne“, erläutert Rolf Walnsch. Jede halbe Stunde wird mit einem Einzelschlag „verkündet“, während zur jeweils vollen Stunde die erreichte Gesamtzahl der Stunden geschlagen wird. Allerdings wird die Nachtruhe eingehalten; erst ab morgens um sieben erheben die Grundschulglocken ihre Stimmen, und abends um zehn ist dann „Zapfenstreich“.

Verbunden mit dem Glockenschlag an der Langen Straße sind zwei große Zifferblätter: zum einen das historische am Gebäudegiebel an der Langen Straße, zum anderen das neue, modern gestaltete am Neubau der Grundschule an der Philipp-Schwarze-Straße. Die Schüler sind so mit einer nahezu allgegenwärtigen Zeitansage alten Stils rundum-versorgt.

Gleichzeitig gibt es einen nicht zu unterschätzenden Lerneffekt: Viele Kids „können“ nur digitale Zeitanzeigen lesen. Die Grundschuluhren und -glocken bieten ihnen die Möglichkeit, sich auch mit herkömmlichen „Zeitansagen“ vertraut zu machen.

Bereits bei der Sanierung des alten Schulgebäudes – im Rahmen des Neubaues der Grundschule – wurden im Dachstuhl die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, um dort wieder ein Glockenspiel unterbringen zu können. Nach der Sanierung des Uhrwerks konnte die im Giebel befindliche Uhr schon vor einiger Zeit wieder in Betrieb genommen werden. Ergänzend dazu wurde eine elektrische Uhr für den Betrieb des Glockenspiels installiert – auch das war Voraussetzung, damit die inzwischen wieder eingehängten Glocken geläutet werden können.

„Sowohl von Einwohnern als auch von Besuchern der Stadt wird das neue Erscheinungsbild des alten Schulgebäudes nach seiner Restaurierung als sehr gelungen bezeichnet“, sagt Rolf Walnsch. „Und nach Abbruch des Nachbargebäudes Nummer neun kommt es nun noch besser zur Geltung.“

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