Als Veranstaltung mit historischen Hintergrund zertifiziert

Katharinenmarkt erhält europäische Anerkennung

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Über 70 Mitglieder des Katharinenmarkt-Vereins und viele Gastschausteller schlüpfen beim Markt in historische Rolle, unter ihnen der Vereinsvorsitzende Hans Soltau (rechts). 

Hoya - Das ist eine neue Form der Anerkennung: Seit 24 Jahren wird der Katharinenmarkt in Hoya gefeiert, jetzt erhielt er die Zertifizierung der Confédération Européenne des Fêtes et Manifestation historique (CEFMH), also des Europäischen Bündnisses der historischen Feste und Veranstaltungen. Darin aufgenommen werden nur Veranstaltungen, die einen wahren historischen Hintergrund haben. „Ich finde es schon bemerkenswert, dass unsere kleine Stadt mit ihrem Katharinenmarkt in Europa auf sich aufmerksam macht“, sagt Hans Soltau, der Vorsitzende des Katharinenmarkt-Vereins.

Im vergangenen Jahr hatte der Hoyaer den Markt in Bremen bei einer Sitzung der CEFMH vorgestellt. Offenbar mit Erfolg, denn mittlerweile ist er zertifiziert und gelistet in der Festkultur Europas. Auf dem diesjährigen Markt erhält die Stadt das Banner der CEFMH und wird es hissen. „So steht Hoya in einer Reihe mit den großen Stadtfesten in Europa, und es öffnen sich die Tore für internationalen Kulturaustausch“, erklärt Hans Soltau. Spielleute und Darsteller etwa können künftig einfacher in Hoya gastieren, weil es im internationalen CEFMH-Netzwerk Programme dafür gibt.

In diesem Jahr feiert Hoya am Sonnabend und Sonntag, 17. und 18. September, den Katharinenmarkt.

Mit dabei sind mehr als drei Dutzend Handwerksmeister mit ihren Ständen und Hütten. Sie präsentieren Handwerk und Handel im 15. Jahrhundert. Dem Ruf des Grafen Otto III. folgen in diesem Jahr auch Ritter, die für das Wochenende mit ihren Zelten im Bürgerpark lagern.

Der Katharinenmarkt-Verein und seine Partner zeigen ein historisches Spektakel im Sinne einer Zeitreise in die Blütezeit der Hoyaer Grafen – mit Spiel, Theater, Musik und Handwerk. Die Besucher sollen sich zurückversetzt fühlen ins Jahr 1428, als die Grafentochter Katharina zur Äbtissin des Klosters Wienhausen gewählt wurde und ihr Vater Otto III. ihr zu Ehren ein Fest gab.

„Lebendige Geschichte der Stadt Hoya zur Blütezeit der Grafen von Hoya erleben – das ist das Ziel des jährlichen historischen Projekts“, sagt Hans Soltau. Dafür schlüpfen mehr als 70 Mitglieder des Vereins in historische Rollen und beleben den Markt mit Geschichte und Geschichten aus alter Zeit.

Drei Festbereiche sind zu erleben: Am Hofe im Schatten der Kirche St. Martin lagert der Graf von Hoya mit Gefolge. In der Alten Martinskirche wird am Festsonntag ein mittelalterlicher Gottesdienst (nicht in der lateinischen Sprache) gefeiert, und am Nachmittag singt der Chor „VerVoices“ dort Madrigalen (mehrstimmigen Liedern) und Spiellieder aus dem Mittelalter.

Im Bürgerpark schließlich wird gleich einem lebendigen Museum gelagert und gewerkelt, gezecht und gefeilscht, palavert und gespielt. Musiker und Schauspieler geben ihren Gästen von zwei Bühnen etwas auf die Ohren und die Augen, teilt der Katharinenmarkt-Verein mit.

„Es ist nicht ganz leicht, den Besuchern stetig etwas Neues zu bieten“, sagt Hans Soltau, „wir können das Mittelalter nicht neu erfinden, und das müssen wir auch nicht.“ Gerade die langsame Veränderung im Marktprofil und Ausstrahlung der Veranstaltung sei es, was die Besucher in einer sich immer schneller drehenden Welt mögen.

„Man möge sich die Zeit nehmen, mit den Handwerkern ins Gespräch zu kommen und in Ruhe über den Markt zu bummeln“, wirbt Hans Soltau, der selbst die Rolle des Marktvogts spielt.

www.cefmh.eu

www.arge-historica.de

www.katharinenmarkt-hoya.de

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