Historisches Altstadt-Fest

Jubel, Jubel - auf dem Katharinenmarkt

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Graf und Gefolge präsentierten die „Europafahne“.

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Jubel, Jubel!“ Ohne Unterlass schallten die begeisterten Rufe der „Untertanen“ über den weitläufigen Katharinenmarkt. Ihre Huldigungen galten keinen Geringeren als der Äbtissin Katharina, dem Hoyaer Grafen Otto III und seinem Gefolge. Zwei Markttage lang – nun schon zum 24. Mal – erwachten die Hochwohlgeborenen zu neuem Leben und ließen es so richtig krachen. Die Darsteller der Altvorderen, allen voran der gestrenge Marktvogt Hans Soltau, verstanden es vortrefflich, die Besucher in Festtagsstimmung zu bringen. Ein Höhepunkt des Geschehens war am Sonnabendnachmittag die Überreichung einer höchst besonderen Europafahne. Und wieder erscholl es markig und vielstimmig: „Jubel, Jubel!“

Ein Jongleut schnuppert Höhenluft.

Johannes Faget von „Fogelfrei“, jetzt „ars vivendi – Verein zur Förderung, Bewahrung und Vermittlung historischen Kulturgutes“, hatte die Fahne von einer Tagung der „Confédération Européenne des Fêtes et Manifestations Historiques“ (CEFMH) mitgebracht und überreichte sie feierlich dem Hoyaer Magistrat, verkörpert von Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer in spätmittelalterlicher Amtsrobe einschließlich federgeschmückten Huts mit kühn geschwungener breiter Krempe. Ebenso zeit- und stilgerecht waren die anderen gekleidet – ob Graf oder Bauer, Ritter oder Knappe, Musikant oder Gaukler. Alles in allem wurde die Hoyaer Welt des 15. Jahrhunderts nicht nur als Augenweide lebendig, sondern auch als Gaumen- und Ohrenschmaus auf dem weitläufigen Gelände rund um Martinskirche, Heimatmuseum und Bürgerpark Hoya.

Melanie und Jens Wicke mit Tochter Christin – repräsentativ für die Verjüngung des Katharinenmarktvereins.

„Jubel!“, stimmten die teils historisch gewandeten Marktbesucher von Neuem an, als die solchermaßen ausgezeichneten Hoyaer Repräsentanten stolz die ausgerollte Fahne vorwiesen. Stolz ist auch angesagt, denn das Banner ist die sichtbare Dokumentation der Auszeichnung durch die CEFMH, das „Europäische Bündnis der historischen Feste und Veranstaltungen“. Damit wurde der Katharinenmarkt in Hoya jetzt zertifiziert und in der Festkultur Europas gelistet (wir berichteten). Somit steht Hoya in einer Reihe mit den großen Stadtfesten Europas, und es eröffnen sich Möglichkeiten für einen internationalen Kulturaustausch. Ein erstes Beispiel dafür schilderte Johannes Faget im Gespräch mit der Kreiszeitung: „Eine italienische Fahnenschwenkergruppe möchte mit Hoya eine Partnerschaft eingehen.“

Hoyas Bürgermeisterin Anne Sophie Wasner begrüßte die Besucher des 24. Katharinenmarkts in ihrer Ansprache mit einem Rückblick auf die bisherigen Veranstaltungsorte und mit einem Ausblick auf das 25-jährige Jubiläum im kommenden Jahr. Mit „Jubel!“ quittierten die zahlreichen Zuhörer diese Aussicht. Pastor Andreas Ruh würdigte das tolle Ambiente der Veranstaltung und den Hintergrund, die Gebeine der Grafen in der Nähe zu wissen, nämlich in der Martinskirche.

Katharinenmarkt in der Hoyaer Altstadt

Der Vorsitzende des Katharinenmarktvereins, Marktvogt „Hans von der Soltau“, dankte den ehrenamtlichen Mitwirkenden und den Beteiligten von „ars vivendi“. Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer hob hervor, wie stolz Verein und Stadt sein können, nunmehr zur europäischen Förderkulisse zu gehören. Johannes Faget: „Lasst uns in andere Länder die Kunde tragen, dass es sich in Hoya gut feiern lässt.“

24. Katharinenmarkt in Hoya

Nicht weniger stolz sind die Verantwortlichen auf eine große Zahl neuer, junger Mitglieder, die sich dem Katharinenmarktverein angeschlossen haben. „30 junge Leute haben sich letztes Jahr bei uns eingetragen“, berichtete Hans Soltau. Stellvertretend für die jungen Verantwortungsträger stellte er das Ehepaar Melanie und Jens Wicke mit seiner Tochter Christin vor.

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