Gut besuchter Diskussionsabend /

Integration der Flüchtlinge ist die nächste Herausforderung

Die Podiumsdiskussion in Eystrup bestritten (von links): Moderatorin Beate Waibel-Flanz, Ordnungsamtsleiter Uwe Back, Renate Paul vom Arbeitskreis „Brot und Salz“, Referentin Petra-Angela Ahrens und Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer. - Foto: Horst Friedrichs

Eystrup - Von Horst Friedrichs. „Keine Probleme mit den Flüchtlingen in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya.“ Das war das Fazit, das die Zuständigen jetzt während eines Vortragsabends mit Podiumsdiskussion im Gasthaus Parrmann in Eystrup zogen. Sie alle waren der Meinung, dass die dezentrale Unterbringung der derzeit 312 Asylbewerber im Samtgemeindegebiet hervorragend funktioniere. Das häusliche Umfeld sei eine der Voraussetzungen für eine gelungene Integration. Nicht minder bedeutend sei die gute Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Betreuern.

„Skepsis oder Zuversicht“ lautete die Überschrift eines Vortrags, den Petra-Angela Ahrens (Hannover) vom sozialwissenschaftlichen Institut der evangelischen Kirche Deutschland zur Einführung in das Thema des Abends hielt. Der Untertitel: „Erwartungen der Bevölkerung zur Aufnahme von Flüchtlingen zwischen November 2015 und August 2016“. Bevor die Referentin loslegte, mussten die zahlreichen Zuhörer im Saal des Gasthauses Parrmann jedoch eine Stunde warten. Ursache: Schneefälle und auf die Oberleitung gestürzte Äste von Bäumen am Bahndamm hatten den Zug, mit dem Ahrens aus der Landeshauptstadt anreiste, sich verspäten lassen.

Die Wartezeit bis zum Beginn des Vortrags überbrückte Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer mit den neuesten Fakten über die Flüchtlingshilfe in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. „Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge sind uns gut gelungen“, betonte Meyer, „doch nun kommt eine Herkulesaufgabe auf uns zu, nämlich die Integration.“

Petra-Angela Ahrens, ausgebildete Soziologin, schilderte in ihrem Vortrag die einzelnen Berichte und Schaubilder ihrer Studie „Skepsis oder Zuversicht“. Große Meinungsunterschiede zum Flüchtlingsthema gebe es nach wie vor zwischen dem Osten und dem Westen Deutschlands. „Es ist zu einfach, alles nur negativ oder positiv zu sehen“, betonte Ahrens. Sie unterstrich die große Bedeutung der dezentralen Unterbringung: „Wo viele Flüchtlinge an einem Ort untergebracht werden, gibt es Probleme.“

Der Vortragsabend, veranstaltet vom Arbeitskreis „Brot und Salz“, ging zurück auf eine Idee von Beate Waibel-Flanz (Hoyerhagen), die auch die an den Vortrag anschließende Diskussion moderierte. Die Plätze am Podium nahmen Petra-Angela Ahrens, Detlef Meyer, Ordnungsamtsleiter Uwe Back und Renate Paul, Sprecherin des Arbeitskreises „Brot und Salz“, ein.

Paul ließ die Zuhörer wissen, dass es 56 Paten seien, die die Flüchtlinge in der Samtgemeinde betreuen. „Für dieses Engagement sind wir dankbar“, sagte die Arbeitskreis-Sprecherin. Detlef Meyer fügte hinzu: „Die Integration wird eine Aufgabe sein, die wir nur in Gemeinsamkeit lösen können.“ Der Schlüssel seien Sprache und Bildung, erklärte Meyer auf die Frage der Moderatorin, wie die Samtgemeinde bei besagter Aufgabe aufgestellt sei. Uwe Back äußerte sich dazu optimistisch: „Viele Handwerksbetriebe suchen Mitarbeiter. Wir haben keine großen Sorgen, was die entsprechende Unterbringung der Flüchtlinge betrifft.“

„Wir haben derzeit 144 Arbeitsfähige unter den 312 Asylbewerbern“, berichtete Paul. „Die Paten leisten große Hilfe bei der Jobvermittlung, und die Sprachkurse laufen gut.“ Allerdings: Das Jobcenter müsse sich den Anforderungen anpassen, sagte Paul und ergänzte: „Es kann nicht sein, dass die Ehrenamtlichen alles tun.“

Auf den Hinweis eines Zuhörers, dass die Flüchtlinge aus völlig anderen Kulturkreisen kämen und daher eine völlig andere Mentalität als die Einheimischen hätten, erklärte Back, dass es in der Samtgemeinde in Bezug auf die Religionen keine Befürchtungen gebe. Auch Renate Paul betonte, dass es keine durch Religionen verursachten Probleme gebe.

Die Studie „Skepsis oder Zuversicht“ gibt es als pdf-Datei im Internet:

www.ekd.de

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