IG Industriedenkmal Senffabrik Leman präsentiert historische Maschine

Eystruper Winterdampf lockt viele Besucher an

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Detlev Jung (links) und sein Sohn Richard zeigten unter anderem eine Zimmer-Fontäne, die sie mithilfe eines restaurierten Heinrich-Motors von 1914 antrieben.

Eystrup - Von Marion Thiermann. Die Interessengemeinschaft (IG) Industriedenkmal Senffabrik Leman organisierte am Sonnabend zum vierten Mal den Eystruper Winterdampf, der großen Anklang fand. „Es war heute ungewöhnlich voll, da haben wir nicht mit gerechnet“, freute sich Horst Müller-Kuntzer von der IG.

Auf die zahlreichen Besucher wartete ein abwechslungsreiches Angebot. Im „Dampfcafé“ konnten sie sich anhand einer Diashow über die Firmengeschichte der Senffabrik Leman informieren, die 1809 an der Hauptstraße in Eystrup gegründet wurde, 1897 zur Zwillingslinde umzog und seit 1914 ihren Standort am Eystruper Bahnhof hat. Noch heute wird dort Senf, Öl und Essig hergestellt.

Und natürlich ging es auch um sie: norddeutschlands größte, betriebsfähige, stationäre, 200 PS starke Dampfmaschine (Baujahr 1911). Sie wurde in einer Notsituation im Jahr 1928 gebraucht mitsamt Dampfkessel angeschafft, da das Kraftwerk in Dörverden, das damals auch die Senffabrik Leman speiste, zu schwach war und es zu Stromausfällen kam.

Eystruper Winterdampf

Neben der großen Dampfmaschine bestaunten die Besucher zahlreiche Modelldampfmaschinen, die von ihren Erbauern, die teilweise aus Hamburg, Bremen und Oldenburg angereist waren, in feinmechanischer Handarbeit errichtet wurden.

„Das ist Spielzeug für betuchte Herren“, erklärte Diplom-Ingenieur Lothar E. Geisler aus Twistringen. Er präsentierte den „Flammenfresser“, einen Nachbau der ersten Wärmekraftmaschine der Welt, die 1758 patentiert wurde.

Aber auch kleine Balancierdampfmaschinen sowie Dampfmaschinen, wie sie früher in Bergwerken vorhanden waren, liefen am Wochenende mit Druckluft – teilweise auch mit Spiritus. Thomas Meyer aus Bremen betrieb seine Zwei-Zylinder-Verbunddampfmaschine mit Gas.

Der neunjährige Leon Meyer war der jüngste Aussteller. Er zeigte Wilesco-Maschinen und Eigenbauten von Messingmaschinen, die er zusammen mit seinem Opa Dieter Hunsinger aus Groß Mackenstedt gebaut hat. Ihre Modelle laufen mit Stirlingmotoren. „Diese werden auch Heißluftmotoren genannt“, erklärte Detlev Jung aus Bad Segeberg, der mit seinem Sohn Richard unter anderem eine Zimmer-Fontäne „Modell Jugendstil“ präsentierte, die von einem alten, restaurierten Heinrich-Motor aus dem Jahr 1914 angetrieben wurde.

Die IG Industriedenkmal Senffabrik Leman warb während des Winterdampfs für den am 7. und 8. Mai stattfindenen Güterumschlag am Eystruper Bahnhof: „Erleben Sie historischen Straßen- und Güterverkehr, LKWs, Autos, Nutzfahrzeuge sowie andere Verkehrsteilnehmer im Stil der 50er-Jahre.“

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