Aktionstage in Eystrup: Eisenbahnfans besuchen Krafthaus und Dampfcafé

Feuer, Wasser und Kohle schüren Emotionen

In Eystrup ging es zu wie in alten Zeiten.

Eystrup - Von Heide Wirtz-Naujoks. Das Krafthaus und das Dampfcafé der Senffabrik Leman in Eystrup öffneten an den vergangenen beiden Wochenenden Tür und Tor für interessierte Besucher. Die seit drei Jahren wieder betriebsfähige, denkmalgeschützte Dampfmaschine mit ihrem imposanten Schwungrad wurde für zahlreiche Vorführungen „unter Dampf gesetzt“.

Ehrenamtliche der „Interessengemeinschaft Industriedenkmal Senffabrik Leman“ im Heimatverein Eystrup hatten das Café in der ehemaligen Werkstatt des Krafthauses während zahlreichen Arbeitsstunden eingerichtet. Das aus alten Holzmöbeln bestehende Interieur präsentiert charmant die Spuren der Vergangenheit. Die Wände sind mit Fotos und Erinnerungsstücken rund um die Essig- und Senffabrik dekoriert.

In dem Gebäude hatten die engagierten Vereinsmitglieder um die Eystruper Horst Müller-Kuntzer und Wolfram-Wernher Köhr an den jetzigen Aktionstagen alle Hände voll zu tun. Anlässlich des 50. Geburtstags der Museumseisenbahn Bruchhausen-Vilsen pendelten auf der Normalspurstrecke zwischen Syke und Eystrup zwei historische Dampfzüge. Mit ihrem Aufenthalt in Eystrup verbanden viele Fahrgäste einen Besuch des Dampfcafés, wo sie sich mit Snacks stärken oder Senfspezialitäten kosten konnten.

Die Feuerwehr füllte den Wassertank der Museumsbahn auf.

Auf dem Gleis gab es Spannendes zu sehen. Der Preußen-Zug der Mindener Museums-Eisenbahn (MEM) etwa gilt als Schmuckstück. Die Lokomotive und die Waggons sind schon über 100 Jahre alt, aber dank gewissenhafter Restaurierung und Pflege in tadellosem Zustand. Feuer, Wasser und Kohle schüren die Emotionen vieler Eisenbahnfans. Mechthild Schröder aus Bremen fuhr im Führerstand der Dampflok als Heizerin mit. „Es wird zunehmend schwieriger, geeigneten Brennstoff für die kohlebefeuerten Loks zu bekommen. Die Lokomotivkohle muss eine bestimmte Körnung aufweisen“, erklärte sie.

Die Freiwillige Feuerwehr Eystrup füllte mit einem Schlauch den großen Wassertank der Lok auf.

Viele Eisenbahnfans waren aus Nah und Fern angereist. Das Ehepaar Verhoek aus dem niederländischen Apeldoorn kam nicht zum ersten Mal in die Mittelweserregion. Die beiden bezeichnen sich selbst als „dampfbegeistert“ und interessieren sich für alle Arten von Maschinen, die durch den Druck von Wasserdampf angetrieben werden. Ihre Nostalgiereisen führen sie zuweilen auch in den Harz und in die Schweiz.

Die Feuerwehr füllte den Wassertank der Museumsbahn auf.

Eine besondere Route hatte sich Carsten Rotermund aus Lilienthal überlegt. Für ihn war ganz klar der Weg das Ziel: Er startete mit dem Moorexpress von Worpswede nach Bremen. Von dort ging es mit der Deutschen Bahn nach Syke, wo er in den historischen Dampfzug nach Eystrup stieg. Auf dem Rückweg fuhr er mit der Deutschen Bahn nach Verden, um von dort mit dem Raddampfer wieder nach Bremen zu gelangen. Die Museumseisenbahn hingegen setzte sich nach dem fahrplanmäßigen Aufenthalt in Eystrup mit etlichen Fahrgästen zischend und fauchend wieder in Richtung Syke in Bewegung.

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