Bremers kommen zusammen

Familientreffen auf Rittergut von Behr in Hoya

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Auf dem Hof des Ritterguts von Behr in Hoya versammelten sich die Teilnehmer eines Treffens der Familie Bremer. Sie kamen unter anderem aus Leer, Munster, Landesbergen, Nienburg, Verden, Hassel, Ehrenburg, Wildeshausen und Bremen. 

Hoya - Von Horst Friedrichs. Auf dem Rittergut von Behr in Hoya wurden ihre Dienste geschätzt. Darin sind sich die 22 Teilnehmer am Familientreffen der Bremers alle einig. Der Name Bremer ist auf den Lohnlisten der Familie von Behr seit mehr als 100 Jahren häufig zu sehen. Als Landarbeiter, Dienstmädchen, Küchenhilfen, Pferdeknechte und Kutscher waren Bremers und Verwandte auf dem Gutshof an der Weser beschäftigt. Ihre Nachfahren aus verschiedenen Teilen Norddeutschlands trafen sich am Sonntag auf dem Rittergut und schwelgten in Erinnerungen.

Wie herzlich die Beziehungen zwischen den einstigen Arbeitgebern und den Bediensteten auf dem Gutshof waren, wussten die Teilnehmer des Familientreffens einmütig zu formulieren: „Jeder der ehemaligen Mitarbeiter erhielt an seinen Geburtstagen stets entweder schriftliche oder sogar telefonische Glückwünsche.“

Gedanken wanderten in die Vergangenheit – schon als die Teilnehmer des Bremer-Treffens vom Parkplatz vor dem Rathaus auf den benachbarten Gutshof spazierten. Das alte Kopfsteinpflaster der Zufahrt mochte sie daran erinnert haben, dass diesen Weg einst auch ihre Vorfahren benutzt haben mussten.

Angst im Jagdzimmer und beim Abtrocknen

Die Familie von Behr war zum Zeitpunkt des Bremer-Treffens am Sonntag nicht anwesend, hatte die Hofbesichtigung vorab aber genehmigt. Bei strahlendem Sonnenschein, vor dem mächtigen Fachwerk-Gutshaus, gab es so manche Anekdote, die sich die Bremers und ihre Verwandten zu erzählen hatten. Da gab es die Geschichte einer Bremer-Tochter, die beim Abwaschen des teuren Rittergut-Porzellans immer Heidenängste ausstand, weil sie befürchtete, etwas zu zerbrechen. Eine andere „Bremerin“ fürchtete sich vor dem Reinigen des Jagdzimmers, weil die Trophäen dort von der Wand fallen konnten.

Doch es gab durchaus auch kritische Bremers in den Reihen der Von-Behr-Mitarbeiter. Es hieß, dass eine Bremer-Tochter federführend an einem Streik beim Spargelstechen mitwirkte. Lange Auseinandersetzungen mit der Gutsherrschaft scheint es aber wohl nicht gegeben zu haben, denn der Lohn wurde um einen oder zwei Pfennige erhöht, und es wurde weiter Spargel gestochen.

Eine jüngere, noch lebende Bremer-Verwandte schildert bildhaft, wie sie mit einer Tochter auf dem Dachboden in den dort lagernden Hochzeitskleidern und verstaubten Büchern stöberte. Einst dort erzählte Schauergeschichten aus einem düsteren Hirtenhaus des Guts verursachen noch heute Gänsehautgefühle.

Gehörte Gräfin Sophie auch zur Familie?

Um „Sophies Welt“, nämlich um die der Gräfin Sophie Bremer (1805-1891), ging es anschließend bei einem Vortrag im Hoyaer Heimatmuseum. Ob sie, das letzte Kind der über Jahrhunderte bedeutenden Adelsfamilie von Staffhorst, mit den heutigen Bremers verwandt ist, haben diese noch nicht feststellen können – aber sie arbeiten daran.

Vor dem Treffen am Sonntag hatte die Familie auf dem Friedhof in Martfeld bereits eine besondere Ruhebank eingeweiht, die schon im vergangenen Jahr angekündigt worden war (wir berichteten). Eine Künstlerin aus den Reihen der Bremers hat die Bank aus Eichenholz und Stahl speziell für ältere Menschen gestaltet, mit einer geraden Rückenlehne und vier Aufstehhilfen. Bereits am 20. August wurde die Bank unter der Regie des Martfelder Kirchenvorstands aufgestellt.

Nach dem Besuch von Rittergut und Heimatmuseum setzten Bremers ihr Treffen bei Verwandten auf dem Bultberg in Hassel fort. Bilder aus der Familiengeschichte wurden gezeigt, und die Anwesenden gedachten zweier vor Kurzem verstorbener Verwandter aus den USA und aus Verden. Ein ehrenvolles Andenken galt überdies einem 1943 in der Ostukraine gefallenen, damals 20-jährigen Familienangehörigen, der in Martfeld geboren wurde und zuletzt in Bücken gelebt hatte. In keinem der beiden Orte wird sein Name auf einem Ehrenmal genannt. Angaben über den Gefallenen fanden sich nach langer Suche im Archiv der Kreiszeitung und beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

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