Fritz Groß ist Spitzenkandidat der CDU in Hoya

„Die Bürger ins Boot holen“

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Fritz Groß: „Es geht nicht um die Partei. Es geht um die Sache.“

Hoya - Von Michael Wendt. Die CDU in Hoya steckt im Umbruch. Nachdem sie bei der vergangenen Stadtratswahl nur 4 der 15 Sitze erreichte, tritt sie am 11. September mit einem neuen Team an. Der bisherige Spitzenkandidat, Ex-Bürgermeister Edmund Seidel, kandidiert nicht erneut. Statt seiner steht Fritz Groß auf Listenplatz eins, würde bei einer entsprechenden CDU-Mehrheit also Bürgermeister.

Im Gespräch mit unserer Zeitung rückt er aber nicht seine Person in den Mittelpunkt, sondern spricht viel lieber über die Zukunftsthemen der Stadt, lobt die Zusammenarbeit mit der Verwaltung als „hervorragend“ und nennt die seit 2011 praktizierte Kooperation mit der SPD ein „Erfolgsmodell“. Es gehe auch gar nicht um die Partei, sondern um die Sache.

Der Polizeihauptkommissar im Ruhestand sitzt aktuell die dritte Wahlperiode im Stadtrat. Seit 2011 ist er Fraktionssprecher. „Da bekommt man viel mit und trägt Entscheidungen mit“, sagt er und fügt an: „Spaß macht es!“

Aufgewachsen ist Fritz Groß in Nienburg. 1974 zog er mit seiner Frau Ursula nach Hoya. Viele kennen ihn noch in seiner Rolle als Polizisten, zunächst in Hoya, später leitete er dann bis zu seiner Pensionierung (2008) 15 Jahre lang die Dienststelle in Bruchhausen-Vilsen.

„Im Polizeidienst habe ich vieles aus Familien aller Couleur mitbekommen“, sagt er, „das hilft in der Kommunalpolitik“. Außerdem werde er häufig von Bürgern angesprochen. „Es sind oft Kleinigkeiten, mit denen man den Bürgerwillen erfüllt – und das ist unsere Aufgabe.“ Als Beispiel nennt er die beiden neuen Buswartehäuschen an der Rudolf-Harbig-Straße. „Dort standen die Schulkinder immer im Regen.“ Solche Sachen müsse man nicht nur sehen, sondern als Probleme erkennen und beseitigen.

Dabei sei es wichtig, mit den Bürgern zu sprechen („die wählen dich schließlich“) und sie ins Boot zu holen. Das habe die Stadt in den vergangenen Jahren getan. „Beim Schloss, beim Umbau der Von-Kronenfeldt-Straße, bei der Innenstadt-Sanierung – bei all diesen Themen hat es vorher Bürgerversammlungen gegeben“, sagt der Vater zweier Töchter.

Die Errichtung von Tempo-30-Zonen, die angeschobene Innenstadt-Sanierung, die Ärzteförderung: Das und mehr zählt Fritz Groß zu den Erfolgen der Stadtratsgruppe aus CDU und SPD. „Die Stadt zeigt jetzt schon ein besseres Bild“, sagt der 67-Jährige. Er sagt aber auch: „Man muss Geduld haben. Wir sind zehn Mitgliedsgemeinden in der Samtgemeinde, da kann nicht alles gleich ad hoc gemacht werden.“ Eine Innenstadt-Sanierung braucht naturgemäß Zeit. Wie langwierig Projekte manchmal sind, zeige sich auch beim Deichbau, „einer wichtigen Entscheidung für die Firmen in Hoya-Ost“.

Und was sind die Zukunftsthemen? Die Innenstadt-Sanierung wird Hoya weiterhin beschäftigen, sagt Fritz Groß. „Wir wollen zum Beispiel einen direkten Weserzugang schaffen.“ Auch die Ausweisung neuer Wohnbau-Gebiete und die Erweiterung des Industriegebiets seien wichtig. Außerdem solle die fachärztliche Versorgung weiter verbessert werden, und in absehbarer Zeit bedürfe es einiger neuer, junger Allgemeinmediziner.

„Was mir auch am Herzen liegt, ist die Schlossnutzung. Die müssen wir voranbringen“, fordert Fritz Groß. Als vergleichsweise kleine Zukunftsprojekte nennt er die Aufwertung des Spielplatzes an der Promenade und das mögliche Aufstellen einer Schutzhütte am Wohnmobil-Stellplatz am Hafen.

„Was für mich auch wichtig ist: moderate Preise für Gas, Abwasser und den Freibad-Eintritt.“ Dafür will er sich im Samtgemeinderat einsetzen, für den Groß ebenfalls kandidiert. Bei allen Entscheidungen müssen stets „Arm und Reich, jung und alt berücksichtigt werden“, sagt er.

Die Gegenkandidatin

Die Hoyaer SPD geht mit Anne Wasner als Spitzenkandidatin ins Rennen. Die 64-Jährige ist seit 2011 Bürgermeisterin und möchte es bleiben. Sie ist Mutter zweier Töchter und in Helzendorf aufgewachsen. Anne Wasner ist Lehrerin und leitet seit 2007 die Grundschule in Hoya.

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