Themenreiche Sitzung des Warper Rats

Breitbandkabel willkommen, Stromtrasse unerwünscht

Helzendorf - Von Horst Friedrichs. „Wir sind nicht die Wutbürger, aber man hat uns dazu getrieben.“ Das sagte Günter Brünjes von der „Bürgerinitiative gegen den Trassenwahn“ (BI) am Dienstagabend während einer Sitzung des Warper Gemeinderats im Dorfgemeinschaftshaus Helzendorf.

In der Einwohnerfragestunde erkundigte sich Brünjes nach dem aktuellen Stand der Stromtrassen-Planung und ließ die Ratsmitglieder zugleich wissen, dass auch ein zweiter Entwurf, den die BI vorgelegt habe, vom Trassen-Bauherrn Tennet abgelehnt worden sei. Weitere Themen der Sitzung waren die Jahresabschlüsse 2014 und 2015, die Ausschilderung touristischer Ziele, der geplante Skulturenpfad und die Breitbandversorgung. Außerdem wurden Hermann Heuermann und Manfred Reinke für ihre langjährige Ratsarbeit geehrt (Bericht dazu folgt).

Doch zurück zu Günter Brünjes. Der Windhorster machte seinem Ärger über die Planungen zum Neubau der Stromtrasse von Stade nach Landesbergen Luft. „Pflanzen- und Tierwelt, so scheint es, sind wichtiger als wir Menschen“, sagte er. Gemeindedirektor Detlef Meyer berichtete über den Stand der Planung. 

Tennets neue Vorzugs-Variante entspreche nicht den Vorstellungen der Bürgerinitiative. So solle ein neues Umspannwerk in Magelsen gebaut werden; das Umspannwerk Wechold solle aber gleichzeitig bestehen bleiben. Es sei vorgesehen, die aktualisierten Pläne auf Infoveranstaltungen im Oktober vorzustellen (wir berichteten am Dienstag).

40 Angebote für Skulpturenpfad

Über die Planung eines Skulpturenpfads in Warpe, gestaltet von Künstlern, die in der Gemeinde beheimatet sind, berichtete Jürgen Köneking, zweiter stellvertretender Gemeindedirektor.

Insgesamt 18 Künstler seien derzeit eingeladen, sich mit Werken daran zu beteiligen. Am 17. September sollen ihnen die insgesamt zehn vorgesehen Standorte gezeigt werden, danach gebe es sechs Wochen Zeit, Angebote einzureichen.

Die Ratsmitglieder Jörg Twietmeyer und Helmut Krebs warfen die Frage auf, weshalb der Rat darüber noch nicht informiert worden sei. Auch Ratsmitglied Christian Kamphausen bemängelte die unzureichende Information des Gremiums. „Wir stehen erst am Anfang des Projekts“, erklärte Gemeindedirektor Detlef Meyer. Nach einer bundesweiten Ausschreibung seien 40 Angebote eingegangen, aus denen die besagten 18 herausgefiltert worden seien. Bislang habe man es nur mit Vorbereitungen zu tun; die endgültige Entscheidung über die Auswahl der Skulpturen treffe der Gemeinderat.

Ratsmitglied Heinz Wedekind fügte hinzu, es gebe in diesem Zusammenhang noch kein einziges konkretes Projekt.

Gemeinde macht Überschüsse

Warpe sei schuldenfrei und zeichne sich durch eine solide Haushaltsführung aus, erklärte Gemeindedirektor Detlef Meyer zum Jahresabschluss 2014, den der Rat einstimmig verabschiedete. Das Ergebnis schließt mit einem Überschuss von 117.000 Euro ab. Ebenfalls einstimmig wurde der Gemeindedirektor entlastet.

Lediglich zur Kenntnis genommen, dies ebenfalls einstimmig, wurde der Jahresabschluss für 2015, den das Rechnungsprüfungsamt noch nicht geprüft hat. Auch 2015, sagte Detlef Meyer, schließe mit einem Überschuss von rund 7000 Euro positiv ab. Die flüssigen Mittel der Gemeinde betragen knapp 653.000 Euro.

Neue Schilder sollen auf Betriebe hinweisen

Einstimmig beschloss der Rat einen Plan für das Aufstellen von Schildern, die auf die touristisch bedeutenden Betriebe in Warpe hinweisen sollen. Nach den in der Samtgemeinde bereits vorhandenen Vorbildern sollen auch in Warpe einheitlich grüne Schilder aufgestellt und bei Bedarf ergänzt werden.

Breitbandversorgung: Landkreis übernimmt

Zusätzlich auf die Tagesordnung gesetzt wurde das Thema Breitbandversorgung. Diese kommunale Aufgabe überträgt die Gemeinde Warpe dem Landkreis Nienburg. Das beschloss der Rat und stimmte auch einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung zu. Der endgültige Abschluss der Vereinbarung wurde dem Samtgemeindeausschuss übertragen.

Ratsmitglied Manfred Reinke und Bürgermeister Hermann Heuermann unterstrichen die Bedeutung der Breitbandversorgung für Gewerbebetriebe, landwirtschaftliche Betriebe und letztlich alle Einwohner der Gemeinde.

Rubriklistenbild: © dpa

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