Helmut Bartels Atelier 

Bilder und Skulpturen vom Waldgott

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Kreise und Kugeln ziehen sich durch das Werk von Helmut Bartels. Diese Formen finden sich auch in den aktuellen Bildern und Skulpturen des Bückers. In einigen hat er zudem die Rinde eines in Neuseeland heiligen Baums verarbeitet. 

Bücken - Von Bert Strebe. Die Oberflächen wirken matt, leicht marmoriert und ein bisschen geheimnisvoll. Als würde man von oben auf eine Ansammlung flacher brauner Kultsteine schauen. Aber die Objekte sind senkrecht auf eine Leinwand montiert. Was ist das? „Rinde vom Kauri-Baum aus Neuseeland“, sagt Helmut Bartels. Er hat die Stücke wie etwas sehr Wertvolles arrangiert und äußerst behutsam mit ein paar farbigen und ein paar goldenen Pinselstrichen konturiert – und zeigt sie an den nächsten beiden Sonntagen der Öffentlichkeit.

Helmut Bartels hat sich eine zünftige Baskenmütze aufgesetzt und einen Schal umgehängt. In seinem Haus an der Bücker Feldstraße 14 legt er letzte Hand an den Aufbau seiner neuen Atelier-Ausstellung mit dem Titel „Kontraste“. Bartels, 1945 in Stolzenau geboren und in Loccum aufgewachsen, hat jahrzehntelang in Wechold und in Hoya als Kunstlehrer gearbeitet. Das war das eine Standbein. Das andere war die freie Kunst. Darauf hat er inzwischen, nach der Pensionierung 2010, sein ganzes Gewicht verlagert.

Helmut Bartels ist mit Plastiken an öffentlichen Gebäuden berühmt geworden, und seine Bilder, in denen er in den unterschiedlichsten Formen Gold verarbeitet hat, haben im Laufe der Jahre viele Liebhaber gefunden.

Bartels’ Motive haben oft mit dem Kreis, mit der Kugel zu tun – da geht es symbolisch um das Leben und seine Entstehung. „Eigentlich versuche ich immer, die Schöpfung neu zu interpretieren, die Schönheit hervorzuheben“, sagt der Künstler, und in seinen Augen funkelt die Begeisterung über sein Lebensthema.

Die Natur hat er in Neuseeland, wo seine Tochter lebt, auf neue Art zu schätzen gelernt. Helmut Bartels berichtet von Sand und gemahlenem Lavagestein, die er zu Farben verarbeitet; von den teils Jahrtausende alten Kauri-Bäumen, die den Maoris, den Ureinwohnern Neuseelands, heilig sind. „Den Gott des Waldes, Tane Mahuta, darf man gar nicht anfassen. Aber wenn ein Stück Rinde runterfällt, darf man es nehmen.“ Solche Rindenstücke finden sich heute, mit Respekt bearbeitet, in Bartels’ Bildern wieder. 22 solcher Werke sind in der Ausstellung zu sehen, außerdem rund 50 Skulpturen, vorwiegend aus weißem Beton.

Und ein paar ganz kleine Objekte, zart, geschwungen, löchrig, trompetenförmig, skurril, auf schwarzen Mini-Podesten. Was ist das? „Muscheln“, sagt Helmut Bartels. „Der harte Kern von Muscheln, das, was die Umwelteinflüsse überlebt.“ Sie stammen vom Strand in Neuseeland. „Das ist so schön und so organisch, das kann ich nicht toppen. Damit mache ich gar nichts, die klebe ich nur auf einen Sockel.“ Und nach einer kleinen Pause fügt Helmut Bartels an: „Natur ist Kunst.“

Die Ausstellung „Kontraste“ im Atelier Bartels, Feldstraße 14 in Bücken, ist an den Sonntagen 9. und 16 Oktober jeweils von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

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