Gründungsveranstaltung im „Lindenhof“ ein Erfolg 

Arbeitskreis will Hoya attraktiver gestalten

Um die Verschönerung Hoyas ging es während der Gründungsversammlung eines Arbeitskreises im „Lindenhof“ Hoya, zu der Architekt Norbert Thoss (Mitte) eingeladen hatte. - Foto: Horst Friedrichs

Hoya - Von Horst Friedrichs. Gibt es bald einen „BGH“ in Hoya? Schon möglich, erfuhren Teilnehmer einer Diskussionsrunde, zu der Architekt Norbert Thoss eingeladen hatte: Bürger der Grafenstadt trafen sich am Freitagabend im „Lindenhof“, erörterten Gesichtspunkte zur Verschönerung Hoyas und gründeten einen Arbeitskreis. Der könnte „BGH“ heißen, was natürlich nicht Bundesgerichtshof, sondern „Bürger gestalten Hoya“ bedeuten würde. Dies war einer von drei Namensvorschlägen, die Norbert Thoss in seinem ausführlichen Konzept für den Arbeitskreis machte.

15 Anwesende trugen sich am Freitagabend spontan als Mitglieder ein. In einem Monat ist das nächste Treffen im „Lindenhof“ vorgesehen. Dann werden die Vorstandswahl und auch die endgültige Namensgebung auf der Tagesordnung stehen. Weitere Interessierte sind schon jetzt zum Mitmachen eingeladen.

„Ich bin angenehm überrascht“, sagte Norbert Thoss, als am Freitagabend immer mehr Besucher eintrafen und das kleine Clubzimmer des Gasthauses schon bald nicht mehr ausreichte. Nach dem Umzug ins größere Clubzimmer entwickelte sich eine rege Diskussion, die rasch deutlich machte, dass Thoss mit seiner Idee ins Schwarze getroffen hat: Ein Arbeitskreis soll die Verschönerung der Stadt Hoya fördern. Das war für jene 15 Bürger, die sich gegen Ende der Versammlung in die Gründungsliste eintrugen, eine geradezu selbstverständliche Konsequenz. Und an Ideen, die äußeren und auch inneren Werte der Grafenstadt zu verbessern und zu verschönern, mangelte es schon bei den ersten Diskussionbeiträgen und Anregungen ganz und gar nicht. Wie schafft man es, die Ideen und Pläne von Hoyaer Bürgern zu verwirklichen?, erwies sich letztlich als Frage aller Fragen.

Rainer Fellermann von der Fördergemeinschaft brachte es auf den Punkt: „Wie wollen wir sicherstellen, dass es uns gelingt, die Entscheider zu überzeugen?“ Teile seiner persönlichen Vorschläge, so Fellermann, seien umgesetzt worden. „Unser Arbeitskreis wird mehr Gewicht haben als ein Einzelner“, sagte Norbert Thoss optimistisch. Rainer Fellermann hielt dem entgegen: „Die Fördergemeinschaft ist ein großes Gremium, und trotzdem ist ihr nicht alles gelungen.“ Die Teilnehmer der Versammlungsrunde waren sich darin einig, dass öffentliche Ausschuss- und Ratssitzungen gezielt besucht werden müssten, um den entwickelten Ideen, Anregungen und Plänen gegenüber den Ratsmitgliedern Nachdruck zu verleihen.

„Besucher Hoyas finden unsere Stadt schön“, sagte Irene Möller, Ehrenbürgerin und Seniorchefin des Filmhofs. „Aber die Gastronomie und die Hotellerie müssen gefördert werden. Sie unterstrich die kulturelle Leistung des Filmhofs und wurde darin von Norbert Thoss und den Versammlungsteilnehmern bestätigt.

Frauke Gieße-Claus beschrieb einen „intransparenten Vorgang“, mit dem man es zu tun bekomme, wenn man sich einbringen möchte. Und: „Wir sind es leid, immer wieder Vorschläge zu machen, die dann in Schreibtischschubladen enden.“

Michael Linke schilderte seine Reaktion auf das erste Erleben Hoyas, nachdem er von Berlin nach Wechold gezogen war: „O Gott, habe ich damals gesagt. Aber inzwischen habe ich Hoya liebgewonnen.“

Olaf Heye umriss den Stand der Planungen zum Bau eines Ärztehauses auf dem Grundstück im Bereich der ehemaligen „Scharfen Ecke“ an der Einmündung Lange Straße/ Bücker Straße.

Nachdem er die Besucher der abendlichen Versammlung begrüßt hatte, stellte Norbert Thoss zunächst sein Konzept vor und begann mit einer Darstellung der derzeitigen Situation der Grafenstadt. Danach hat Hoya 3 799 Einwohner und 3 118 sozialversicherte Arbeitnehmer allein im Bereich der Stadt. Das ist der Stand vom Ende vergangenen Jahres. Zu den positiven Aspekten der Grafenstadt zähle eine sehr gute Infrastruktur mit allen Schulsystemen, attraktiven Naherholungssystemen, guter ärztlicher Versorgung und sehr guten Einkaufsmöglichkeiten. Außerdem gebe es preisgünstige Baugrundstücke und hervorragende Sportmöglichkeiten, einschließlich Wassersport. „Und die Weser fließt mitten durch Hoya“, rief Thoss in Erinnerung.

Aber es gebe auch negative Aspekte. Ein Teil der Bevölkerung halte Hoya für unattraktiv. Das zeige sich auch daran, dass viele leitende Angestellte der örtlichen Firmen nicht in Hoya, sondern in Nachbargemeinden leben. Als positiv bewertete Thoss den Ankauf von Immobilien in wichtigen Lagen durch die Stadt sowie die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen. Ausführlich beschrieb Thoss die einzelnen Schritte, mit denen der Arbeitskreis die Verschönerung Hoyas betreiben und zudem Überzeugungsarbeit bei Rat und Bevölkerung über die notwendigen Maßnahmen leisten könne. Auch ein ehrenamtlicher Vorstand solle bei der nächsten Zusammenkunft gebildet werde. Als Namensvorschläge nannte Thoss neben „Bürger gestalten Hoya“ (BGH), „Hoyaer Gestaltungsgruppe“ (HGG) oder „Hoyaer schöner gestalten“ (HSG). Angedacht wurde, die Treffen des Arbeitskreises einmal monatlich stattfinden zu lassen, jeweils abends im „Lindenhof“.

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