Ein Besuch beim „Repair Café“ im Selbstversuch: Seit zwei Jahren helfen Ehrenamtliche

Und er brummt wieder

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Marcel Gümmer untersuchte im das Fernsteuerauto, schraubte, reinigte und probierte – am Ende mit Erfolg.

Nienburg. Seit zwei Jahren helfen Ehrenamtliche beim "Repair Café" in Nienburg, wenn etwas nicht mehr so funktioniert wie es soll: ein Selbstversuch.

Seine 20 Jahre hat der kleine Flitzer locker auf dem geschundenen Buckel, wahrscheinlich ist es fast ein Vierteljahrhundert. Gefahren ist er aber seit Jahren nicht mehr. Und nun sollte er auf Kommando – und streikte. Der Fernsteuerwagen war ein Fall für das „Repair Café“, das es in diesem Monat seit zwei Jahren in den Räumen der Nienburger Volkshochschule (VHS) gibt.

Das Interesse an der „Sand Krabbe“, so der viel versprechende Name des geländetauglichen Renners, war geweckt worden, als sich der Große der beiden Söhne ein eigenes per Fernsteuerung betriebenes Auto gekauft hatte. Da käme doch so ein Gebrauchter, der einst immer treu seine Dienste tat, gerade recht. Aber er wollte eben nicht. Oder er konnte nicht. Was auch immer.

Nun war er sicher nicht gerade vorbildlich gelagert gewesen. Viele Jahre in einem leicht feuchten Kellerraum sind dem Zustand eines solchen Vehikels ganz bestimmt nicht förderlich. Und dass ganz offensichtlich einige Batterien einst ihre Säure nicht mehr bei sich behalten konnten, war vermutlich auch nicht eben förderlich. Und da sich das technische Vermögen des Eigentümers auch in recht überschaubaren Grenzen hält, waren die Möglichkeiten daheim schnell erschöpft. Also ab zum „Repair Café“

Dort kümmern sich seit 2014 ehrenamtliche Bastler um kleinere und größere Schätze der „Kunden“. Sieben Tüftler an vier Tischen sind es an diesem frühen Abend. Von 17 bis etwa 20 Uhr sind sie da. Um die Wartezeit zu verkürzen gibt es Kuchen und Getränke. Die Dienstleistung kostet nichts, eine Spende reicht aus – wenn gewünscht.

Marcel Gümmer untersuchte im das Fernsteuerauto, schraubte, reinigte und probierte – am Ende mit Erfolg.

Um die „Sand Krabbe“ kümmert sich Marcel Gümmer. Er ist mit Abstand der jüngste der Helfer, nur knapp älter als sein „Patient“. Er probiert und schraubt, er sucht und findet, er säubert hier etwas und dort etwas, so richtig ist der Grund für den Streik des Autos aber nicht erkennbar. Aufgeben ist seins aber nicht. Dabei erklärt er dem Besitzer des Autos – der übrigens recht früh aufgegeben hatte und zugegebenermaßen auch keinen großen Optimismus mehr an den Tag legte – was er tut und welches Teilchen wozu dienen soll. Denn das „Repair Café“ soll auch Hilfe zur Selbsthilfe geben. Das Angebot in Kooperation mit dem Diakonischen Werk kommt gut an, große Pausen machen die „Reparateure“ nicht. Dafür schleppt einer der Besucher gleich diverse Geräte in den Keller, um zu sehen, ob es sich lohnt, sie zu behalten. Weltweit gibt es solche Angebote mittlerweile, günstige Alternativen zur professionellen Schadensbehebung und umweltfreundlicher als die Entsorgung.

Schwierig werden könnte es, wenn Fernbedienung und Fahrzeug keinen Kontakt bekämen, meint Gümmer. Da müsse man die Frequenz messen. Das ist vor Ort allerdings nicht möglich. Und am Ende auch gar nicht mehr nötig. Beim Einlegen der letzten Batterie zucken die Räder. Gümmer schmunzelt, der freudig erregte „Kunde“ stellt das Schätzchen auf den Boden, bedient vorsichtig die Fernbedienung – und sieht zu, wie sich der Flitzer in Bewegung setzt.

Ein voller Erfolg, auch wenn bis zum Schluss nicht ganz klar ist, woran es denn gelegen hat. Das macht nichts. Auch Gümmers Mitstreiter freuen sich – und mit Abstand am meisten der Nachwuchs daheim, der nach dem Abendessen noch eine Runde drehen darf.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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