Zwischen Kamellen und Sicherheitsdebatte: Karneval im Land startet

Damme/Bremen -  Den einen entlockt der Start des Straßenkarnevals in Niedersachsen nicht mal ein müdes Lächeln. Die anderen schreien begeistert „Helau“. Wo Narren in den nächsten zwei Wochen auf ihre Kosten kommen und Karnevalsmuffel besser Zuhause bleiben sollten, zeigt ein Überblick.

Mit einem Mix aus Marschmusik und Samba-Rhythmen starten die Niedersachsen und Bremer an diesem Wochenende in den Karneval. Die Narren in Damme bei Vechta und in Bremen beginnen mit den Straßenumzügen eine Woche früher als anderswo. Den Auftakt macht der Umzug des Samba-Karnevals in Bremen am Samstag mit rund 100 Tanz- und Trommlergruppen. Im vergangenen Jahr trotzten rund 30 000 Menschen dem schlechten Wetter und feierten gemeinsam zwischen bunten Kostümen, Stelzenläufern und Akrobaten. Noch größer geht es dagegen in Damme zu. An den zwei Umzügen am Sonntag und Montag nehmen rund 9000 Teilnehmer teil, sagte der frischgebackene Präsident der Dammer Carnevalsgesellschaft, Benno Goda. „Wir rechnen mit 60.000 bis 80.000 Zuschauern in den Straßen.“ Nach dem Umzug am Sonntag folgt am Montag der „Dammer Rosenmontag“.

Grund für den um eine Woche vorgezogenen Rosenmontag ist bis heute der Bischof von Münster. Er wollte 1892 dem unsittlichen Karnevalstreiben ein Ende setzen und verordnete über den Rosenmontag ein 40-stündiges Non-Stop-Gebet. Die pfiffigen Dammer aber verlegten die tollen Tage einfach um eine Woche nach vorn - und halten an der Tradition bis heute fest. Traditionell ist auch der Wettbewerb in den an Karneval der 16 000-Einwohner-Ort Damme und Niedersachsens zweitgrößte Stadt Braunschweig eintreten. Wer veranstaltet den größten Umzug im Land? Während Damme in Sachen aktiver Teilnehmer vorne liegt, punktet Braunschweig mit der Zuschauerzahl. Bei gutem Wetter rechnen die Veranstalter beim sogenannten Schoduvel am 7. Februar mit bis zu 300.000 Gästen. Nach der Absage ihres Umzugs wegen einer Terrorwarnung vor einem Jahr nehmen die Braunschweiger Jecken das Thema diesesmal besonders aufs Korn. Zwei Wagen thematisieren den Terror und der Zug steht unter dem Motto: „Jetzt erst recht“. Bei den anderen Umzügen im Land liegt der Schwerpunkt dagegen eher auf lokalen Themen. „Das ist eher die Aufgabe von Düsseldorf“, sagte Rainer Behrens vom Karnevalsverein in Hannover über die großen Satire-Wagen. In Hannover werden am 6. Februar rund 120.000 Menschen durch die Landeshauptstadt ziehen. Auch Osnabrück wird an diesem Tag zum Narren-Mekka.

Zum 40. Jubiläum des sogenannten Ossensamstags rechnen die Veranstalter wieder mit 60.000 Zuschauern. Sicherheit ist bei allen Umzügen in diesem Jahre ein besonderes Thema. In Braunschweig ist die Polizei mit doppelt so vielen Einsatzkräften auf der Straße wie im vergangenen Jahr. Auch die Videoüberwachung wird ausgeweitet. Sicherheit sei das Thema Nummer eins, erklärte auch der Organisator des Osnabrücker Karnevals, Rainer Möllers. Grund zur Sorge sehen aber sowohl Karnevalisten als auch die Polizei derzeit nicht. „Seit Jahren haben wir eine verschwindend geringe Zahl von Straftaten während der Umzüge“, sagte Dammes Karnevalspräsident Goda. Er glaube auch nicht, dass die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln und Hamburg ausstrahlten. dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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