Update: Lok kam erst nach 150 Metern zum Stehen

Zwei Schwerverletzte bei Zusammenstoß zwischen Güterzug und Linienbus

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Mehrere Verletzte fordert der Zusammenstoß eines Gelenkbusses mit einem Güterzug an einem Bahnübergang bei Melle.

Osnabrück - Das hätte auch schlimmer ausgehen können: Bei Osnabrück ist ein Güterzug in einen Bus gekracht. Der lange Gelenkbus stand mit seinem hinteren Teil auf den Schienen, als sich die Schranken schlossen. Nun wird geklärt, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Mitarbeiter der Bahn sichern in Melle die Unfallstelle an einem Bahnübergang.

Beim Zusammenstoß eines Güterzuges mit einem Bus sind in Melle bei Osnabrück mindestens neun Menschen verletzt worden. Zwei kamen ins Krankenhaus, einer davon wurde mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert.

Der Gelenkbus war gegen 8.30 Uhr aus bisher unbekannter Ursache auf einem Bahnübergang im Meller Ortsteil Westerhausen stehen geblieben. Der Güterzug krachte nach Angaben der Polizei in den hinteren Teil des Busses, in dem 15 Menschen saßen. Schüler waren nicht darunter.

Rettungshubschrauber im Einsatz

Die Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht, auch zwei Rettungshubschrauber und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes waren im Einsatz. 

Sowohl der Busfahrer als auch der Lokführer erlitten einen Schock. Die Lok kam erst etwa 150 Meter hinter dem Bahnübergang zum Stehen. 

Der Bus aus Spenge in Nordrhein-Westfalen war nach Angaben der Polizei im Auftrag der privaten Westfalenbahn unterwegs, die wegen Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Osnabrück und Melle einen Schienenersatzverkehr eingerichtet hatte.

Eine junge Frau, die mit ihrem Kinderwagen in den Bus einsteigen wollte, erlebte das Unglück aus nächster Nähe mit. Zwei Menschen mit Fahrrädern seien in den Bus zugestiegen, mit ihrem Kinderwagen habe sie etwas länger gebraucht, erzählte die 36-Jährige, die ihren Namen nicht nennen will. 

Der Bus habe mit dem Heck auf dem Bahnübergang gehalten. "Nur ein Stück weit, es war nicht viel. Ich dachte, oh mein Gott, das Heck steht auf der Schiene." Als das rote Licht anging und sich die Halbschranken senkten, habe sie dem Busfahrer zugerufen, er solle weiterfahren, berichtet die Mutter, die noch sichtlich geschockt wirkt.

Aber die Türen seien nicht zugegangen. "Ich hörte es hupen und bin mit dem Kinderwagen schnell ein paar Meter weitergegangen." Dann habe es geknallt. "Gott sei Dank sind alle auf ihren eigenen Beinen aus dem Bus herausgekommen", berichtete die Frau. Von anderen Fahrgästen aus dem Bus hörte sie anschließend, der Fahrer habe noch versucht, die Türen zu schließen, das habe aber nicht geklappt. "Ich dachte, er hat mich nicht gehört. Ich rief immer nur: "Vor, vor, fahren sie vor!"", erzählt die junge Frau.

Bahnstrecke zeitweilig gesperrt

Wegen Bauarbeiten der DB Netz AG sei die Strecke zeitweise für Züge gesperrt, sagte ein Sprecher der Bielefelder Westfalenbahn. Für die Zeitabschnitte, in denen kein Zug fahren könne, sei ein Schienenersatzverkehr per Bus eingerichtet worden. Für die Abwicklung des Ersatzverkehrs und die Einrichtung der Haltestellen sei allein das Busunternehmen verantwortlich.

dpa

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