Mehr als 400 Kündigungen nach Feuer

Stadt Lohne sieht gute berufliche Chancen für Wiesenhof-Arbeiter

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Wiesenhof

Lohne - Wiesenhof in Lohne will nach dem Feuer in der Schlachterei 400 Mitarbeitern kündigen. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind nach Expertenansicht gar nicht mal schlecht.

Nach der Ankündigung des Geflügelfleischproduzenten Wiesenhof, am Standort Lohne mehr als 400 Beschäftigten zu kündigen, sieht die Stadt gute Chancen auf neue Jobs für die Arbeiter. "Lohne ist nicht nur Wiesenhof", sagte am Mittwoch der Sprecher der 25.000-Einwohnerstadt, Christian Tombrägel. „Wir haben ungefähr 14.000 sozialversicherte Jobs hier bei 2000 Unternehmen.“ Kunststoffindustrie, Maschinen- und Anlagenbau seien weitere starke Branchen. Die Arbeitslosenquote im Kreis Vechta liegt derzeit bei 3,9 Prozent.

Hohe Spezialisierung

Blick auf das Wiesenhof-Gelände nach dem Großbrand

Auch bei der zuständigen Agentur für Arbeit in Vechta gibt man sich optimistisch. Unter den Entlassenen seien zwar viele ungelernte Leute, aber die seien erfahrene Schlachthofarbeiter mit einer hohen Spezialisierung. „Das sind Fachmänner und Fachfrauen auf ihrem Gebiet, und das heißt, sie sind auch gefragt“, sagte der Sprecher der Arbeitsagentur, Frank Halbsguth. Am Ostermontag hatte ein technischer Defekt einen Großbrand in der Schlachterei ausgelöst. Versicherungsangaben zufolge liegt der Schaden bei rund 300 Millionen Euro. Vor dem Brand haben bei der Schlachterei 1200 Menschen gearbeitet, darunter 450 Leiharbeiter und Werkvertragsarbeiter. An dem Standort wird im Moment die Zerlegung weitergeführt mit bis zu 90 000 Hähnchen am Tag. Von den einst 750 bei Wiesenhof festangestellten Mitarbeitern werden dort nur 213 Menschen weiterbeschäftigt; 411 Mitarbeiter sollen im Juli die Kündigung bekommen.

Solidarität und wirtschaftliches Interesse

Schon unmittelbar nach dem Brand hatten sich bei der Agentur für Arbeit die ersten Leiharbeiter gemeldet, sagte Halbsguth. Und es hätten auch andere Schlachthofbetreiber angefragt, die Fachkräfte suchten. Das habe einerseits etwas mit Solidarität zu tun, aber auch mit eigenen wirtschaftlichen Interessen. Die Leute seien fit in ihrem Bereich und auch gefragt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir einen Großteil der Arbeitssuchenden in andere Beschäftigung unterbringen können.“

Ein großer Teil der 200 entlassenen Leiharbeiter habe schon wieder neue Beschäftigung. Ähnliches gelte auch für die gut 100 Wiesenhof-Mitarbeiter mit befristeten Verträgen, die zu Ende Juni ihre Stelle verloren haben. Die hätten sich bereits vor drei Monaten als arbeitssuchend gemeldet - das sei ganz normales Geschäft. Für Leute, die qualifiziert oder umgeschult werden müssten, stünden ausreichende Finanzmittel zur Verfügung, sagte Halbsguth. Die Betroffenen hätten gute Chancen, schnell aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen. Wiesenhof habe für den Neubau der Schlachterei eine Bauvoranfrage gestellt, die vom Bauausschuss der Stadt mehrheitlich positiv beantwortet wurde, sagte Stadtsprecher Tombrägel. “Wir sind froh, dass Wiesenhof sich früh geäußert hat, am Standort Lohne zu bleiben. Man will hier auch keine Steine in den Weg legen.“

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