Kreis Peine

Erster Vogelgrippe-Fall in Niedersachsen festgestellt

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Wegen der Geflügelpest ist ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet worden.

Hannover - Bei der Untersuchung einer Wildente ist erstmals seit Beginn der aktuellen Epidemie in Niedersachsen das gefährliche Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen worden.

Das tote Tier wurde beim Eixer See im Kreis Peine gefunden. Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bestätigte in der Nacht zum Mittwoch die hochpathogene Variante des Virus. Der Kreis will nun - wie bereits 20 andere Landkreise in Niedersachsen - eine Stallpflicht für Geflügel anordnen. 

Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) betonte, es seien alle Vorkehrungen getroffen, "um im Ernstfall schnell zu agieren". Er appellierte an alle Geflügelhalter, strikt die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. "Das gilt insbesondere für Hygienevorkehrungen etwa durch Schleusen, Desinfektionsmatten, Handwaschbecken und Schutzkleidung. Zutritt zu den Beständen sollten allein die Tierhalter haben." 

Wildvogelmonitoring in Niedersachsen

In Niedersachsen werden rund die Hälfte aller deutschen Hühner, Puten und Enten gehalten. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) bestätigte, dass es sich um den ersten H5N8-Fall in diesem Jahr in Niedersachsen handelt. Die tote Ente sei am Montag beim Laves eingegangen, untersucht und dann wegen des Vogelgrippeverdachts nach Riems geschickt worden, sagte Laves-Sprecherin Hiltrud Schrandt. 

Seit Jahresanfang seien bislang mehr als 700 Tiere im Rahmen des jährlich durchgeführten Wildvogelmonitorings in Niedersachsen beprobt worden. 2014 gab es laut Agrarministerium bereits zwei Fälle, bei denen H5N8-Viren festgestellt wurden. Rund um den Fundort im Kreis Peine wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet. Hier gebe es in 50 Betrieben etwa 1.600 Tiere, so Landkreissprecher Henrik Kühn. In einer zusätzlichen Beobachtungszone von zehn Kilometern würden in Geflügelhaltungen rund 120.000 Tiere leben. 

Vogelgrippe in sechs Bundesländern

Wegen der Vogelgrippegefahr gilt inzwischen in mehr als der Hälfte der Landkreise in Niedersachsen vor allem im Westen und Nordwesten die Stallpflicht. Inzwischen wurden aus sechs Bundesländern Vogelgrippe-Fälle gemeldet. Seit Mittwoch gilt auch in den Landkreisen Friesland, Wittmund und Wesermarsch wegen der Vogelgrippegefahr die sogenannte Aufstallungspflicht. Viele Rassegeflügelschauen wurden abgesagt. Der Landkreis Peine richtete zur Information ein Bürgertelefon ein, das von Donnerstag an unter der Rufnummer 05171-4017777 montags bis freitags jeweils von 10 Uhr bis 15 Uhr erreichbar ist.

Die Umweltschutzorganisation Nabu mahnte eine intensivere Ursachenforschung an. "Die Vogelgrippe-Viren entstehen ursprünglich in kommerziellen Geflügelbetrieben, verbreiten sich mutmaßlich durch den Geflügelhandel und können anschließend auch Wildvögel befallen. Eine umgekehrte Übertragung von Wildvögeln zurück auf Hausgeflügel wurde bisher noch nie zweifelsfrei nachgewiesen", so Niedersachsens NABU-Chef Holger Buschmann. "Wildvögel sind Opfer, keine Täter. Die Vogelgrippe sollte darum als das bezeichnet werden, was sie ist: als Geflügelpest."

Keine Gefahr für den Menschen

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen verwies darauf, dass es keine Gefahr für den Menschen durch den Verzehr von Geflügel gebe. Dennoch gelte es bei der Lagerung und Zubereitung von Geflügelspeisen einige generelle Hygieneregeln zu beachten. So sollten Geflügelspeisen gründlich durchgegart werden, da das Vogelgrippevirus hitzeempfindlich sei. Auch sollten Messer und Schneidebrett nach der Benutzung direkt mit heißem Wasser und Spülmittel abgewaschen werden.

Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Veterinäramt JadeWeser, Norbert Heising, betonte, das Infektionsrisiko sei groß. Es gelte, die heimische Geflügelpopulation zu schützen. Allerdings bietet die Aufstallung der Geflügel keine Garantie gegen eine Ansteckung mit der Vogelgrippe. Das Virus wird über den Kot der Wildvögel übertragen, der auf verschiedene Weise, etwa durch Mäuse oder Ratten oder auch durch Spuren von Exkrementen am Schuhwerk in die Ställe gelangen kann.

Sperrbezirk eingerichtet

Bei dem im Kreis Peine entdeckten Tier sei vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems in der Nacht zum Mittwoch die hochpathogene Variante des Virus bestätigt worden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Es sei ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet worden. Hier gebe es in 50 Betrieben rund 1.600 Tiere. In einer zusätzlichen Beobachtungszone von zehn Kilometern würden in Geflügelhaltungen rund 120.000 Tiere leben. Im Kreis Peine gilt bislang keine Stallpflicht wegen der Vogelgrippe.

Die Aufstallung des Geflügels ist nach Expertenansicht keine Garantie gegen eine Ansteckung mit der Vogelgrippe. Das Virus wird über den Kot der Wildvögel übertragen, der auf verschiedene Weise, etwa durch Mäuse oder Ratten oder auch durch Spuren von Exkrementen am Schuhwerk in die Ställe gelangen kann.

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