Eiche ist Sorgenkind

Niedersachsens Wald trotzt Wetter, Schädlingen und Umweltgiften

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Die Schäden in Niedersachsens Wäldern sind in diesem Jahr gering geblieben.

Hannover - In den Wäldern Niedersachsens ist der Anteil schwer geschädigter oder gar abgestorbener Bäume in diesem Jahr gering geblieben. Die Bäume haben den Risiken von Witterung, Schädlingen und Umweltgiften getrotzt.

„Die aktuelle Bestandsaufnahme ist vor allem für den Klimaschutz eine sehr gute Nachricht“, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) anlässlich der Vorlage des Waldzustandsberichts am Montag in Hannover.  

Die verringerte Belastung durch Schwermetalle und die Senkung der Schwefelemissionen hätten seit den frühen 80er-Jahren enorme Verbesserungen gebracht, hieß es.

Ganz genesen sei der Wald allerdings noch nicht. Ein Sorgenkind sei derzeit die Eiche. Sie weist mit 30 Prozent die höchste Kronenverlichtung auf. Zum Blattverlust haben unter anderem Insektenfraß und Pilzbefall beigetragen. Fichten und Buchen sind mit 28 Prozent ähnlich schwer betroffen. Stabil zeigte sich die Kiefer mit nur 16 Prozent Kronenverlichtung.

Vor allem im Harz überdurchschnittlich warm

Das Vegetationsjahr 2015/2016 war mit einer Mitteltemperatur von 10,6 Grad nach 2007 und 2014 ein besonders warmes Jahr. Die Temperatur lag in sieben Monaten mehr als 1,5 Grad über dem jährlichen Mittel. Vor allem im Harz war es überdurchschnittlich warm und trocken. Vermehrt sei in Niedersachsen sogenannter Trockenstress aufgetreten. Der wechselhafte Witterungsverlauf mit einem regnerischen Mai habe auch die Schäden durch Pilze begünstigt.

Die Landesregierung werde weiter gezielt den Wandel zu einer naturnahen Waldwirtschaft und zu Mischwäldern fördern, kündigte Meyer an. Nadelholz-Monokulturen müssten nach und nach abgeschafft werden. „Denn nur so stärken wir die Widerstandskraft der Wälder gegen Insekten, Pilze und Umweltgifte", sagte Meyer.

Für Privatwälder bietet das Land unter anderem verschieden gestaffelte Zuschüsse an, wenn Mischkulturen einen bestimmten Laubbaum-Anteil vorweisen oder Laubbaumkulturen einen gewissen Anteil an Nadelbäumen. Rund ein Viertel Niedersachsens ist von Wald bedeckt. Von den 1,2 Millionen Hektar sind etwa 336.000 Hektar Landeswald und 707.000 Hektar Privatwald.

In den Landesforsten liegt der Mischwaldanteil bereits bei rund 70 Prozent, sagte ein Sprecher. In den nächsten Jahrzehnten sollten es 90 Prozent werden. Der Anteil der Laubbäume solle dabei auf 65 Prozent erhöht werden. Seit 1991 seien dort allein mehr als 70 Millionen Buchen gepflanzt worden.

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Wälder bedecken in Niedersachsen eine Fläche von gut 12.000 Quadratkilometern, nur Bayern und Baden-Württemberg haben mehr Wald. Zwischen Harz und Nordsee ist ein Viertel der Landesfläche von Bäumen bedeckt, bundesweit ist es rund ein Drittel. 

Der Anteil der Nadelbäume liegt in Niedersachsen bei 53 Prozent, 2002 waren es noch 57 Prozent. Führende Baumart ist die Kiefer, die 29 Prozent der Waldfläche einnimmt. Die Fichte bedeckt 17 Prozent der Wälder, die Buche 14, die Eiche 13 Prozent. In Niedersachsen herrscht Privatwald vor, nur 28 Prozent der Waldfläche gehören den Landesforsten.

dpa

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