Vermittlungsstelle für Facharzt-Termine geht an den Start

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Viele Patienten sitzen in einem Wartezimmer einer Arztpraxis.

Hannover - Wer nicht privat krankenversichert ist, hat oft größte Schwierigkeiten, einen Termin beim Spezialisten zu ergattern. Dies soll sich nach dem Willen der Bundesregierung ändern. Allerdings müssen die Patienten Zugeständnisse machen.

Kassenpatienten in Niedersachsen sollen nicht mehr monatelang auf einen Termin beim Facharzt warten müssen. Am 25. Januar geht aus diesem Grund die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) an den Start. Die Einrichtung vermittelt Patienten mit einer als dringend gekennzeichneten Überweisung vom Hausarzt innerhalb von vier Wochen einen Besuch beim Spezialisten. Für Termine beim Gynäkologen oder Augenarzt können sich Patienten auch direkt an die Vermittlungsstelle wenden. Zunächst ist dies nur telefonisch unter +49 511 5699 9793 möglich, voraussichtlich ab April auch über das Internet (www.meinfacharzttermin.de).

Alle Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder sind dazu verpflichtet, derartige Servicestellen einzurichten. Sie werden aus den Honoraren der Ärzteschaft finanziert. Die niedergelassenen Mediziner hatten zuvor vergeblich versucht, das Bundesgesundheitsministerium von dem Vorhaben abzubringen.

„Mit hohem finanziellem und bürokratischem Aufwand wird damit in unserem Gesundheitssystem eine weitere regulatorische Instanz geschaffen“, kritisierte der KVN-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch, am Donnerstag in Hannover. Kassenpatienten sollten sich erst an die Stelle wenden, wenn alle anderen Versuche, einen Termin zu bekommen, gescheitert seien, riet er. „Und eins muss klar sein: Es wird keine Termine bei Wunschärzten, zu Wunschzeiten oder in Wunschregionen geben.“

Dagegen sind die Krankenkassen von der Idee überzeugt. Bei der zeitnahen Terminvergabe bei Fachärzten hätten die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder bisher offenkundig häufig versagt, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes in Berlin, Florian Lanz. „Die Terminservicestellen können für die Patienten eine wirklich gute Sache werden, wenn die Kassenärztlichen Vereinigungen sie professionell und serviceorientiert umsetzen.“

Pro Quartal gibt es in Niedersachsen insgesamt etwa 14,5 Millionen Behandlungsfälle. Die KVN geht zudem von knapp fünf Millionen dringlichen Überweisungen und knapp zwei Millionen Behandlungen bei Frauen- und Augenärzten aus. Die Terminservicestelle werde vermutlich von etwa drei Prozent der Patienten in Anspruch genommen, hieß es. Für den Betrieb hat die KVN eine Million Euro pro Jahr im Haushalt zurückgestellt.

dpa

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