Imkerei erfreut sich großer Beliebtheit

Regen vermiest Honigernte in Niedersachsen

+
Der Regen ist wohl für eine schwächere Honigernte im Jahr 2016 verantwortlich.

Celle/Wachtberg -  Trotz der Varroa-Milben steht es nicht schlecht um die Bienen in diesem Jahr. Die Imkerei erfreut sich steigender Beliebtheit. Doch dürfte es beim Honig kaum eine Rekordernte geben - das feuchte Wetter hat Folgen für die fleißigen Hautflügler.

Den Bienen geht es gut, doch wird es in diesem Jahr wegen des nassen Wetters wohl nicht allzu viel Honig geben. „Das Jahr ist bislang für die Bienen gut gelaufen, es gab sehr wenige Verluste im Winter“, sagte Werner von der Ohe, Leiter des Bieneninstituts in Celle. Sorgfältig müssten aber auch weiterhin die aus Asien eingeschleppten Varroa-Milben im Auge behalten werden, warnte er. 

Das Jahr 2014 hatte der Biologe in diesem Zusammenhang ein "Katastrophenjahr für Bienen" genannt. Mit den Bienen seien 2014 zwar auch viele der Parasiten verschwunden, doch sei es wichtig, dass die Imker entsprechende Abwehrmaßnahmen ergreifen. „Die Varroa muss weiter unter Kontrolle gehalten werden“, betonte er. 

Die Bienenbestände in Niedersachsen erholen sich nach dem Befall durch die Varroa-Milbe.

Auch wenn sich die Bienenvölker gut entwickelt hätten, so dürfte die Honigernte in diesem Jahr unter dem langjährigen Durchschnitt liegen, schätzte von der Ohe. Zwar hätten sich die Völker von den großen Verlusten 2014/2015 erholt, doch sei das feuchte Wetter mit dem vielen Regen nachteilig gewesen. „Die Pflanzen haben den Bienen nicht genug Nektar und Honigtau anbieten können“, erklärte er. 

„Wichtig sind Anpflanzungen von Bäumen und Sträuchern, die Bienen und anderen Insekten Nahrung liefern“, betonte von der Ohe. „Sie liefern Nahrung über Jahre und werden von den Bienen stärker genutzt als etwa Kräuter.“ Vier Fünftel der heimischen Pflanzen seien auf Bestäubung durch die Bienen angewiesen. Das gelte etwa für Obstbäume, Raps, Sonnenblumen und Erdbeeren. 

„Es gibt aber auch einen wichtigen ökologischen Aspekt, nämlich die Bestäubung der auch für Vögel unentbehrlichen Sträucher mit ihren Beerenfrüchten“, ergänzte er. 

Imker: Beruf mit Zukunft

„Auch weiterhin beobachten wir eine deutliche Zunahme von Neu-Imkern“, sagte der Bienenexperte. „So haben wir eine weitere Verbreitung von Bienenvölkern und damit eine Sicherung der Bestäubung.“ Seit Jahren steige vor allem in den Städten die Zahl der Imker deutlich. Auch als Beruf erfreue sich die Beschäftigung mit den fleißigen Hautflüglern zunehmender Beliebtheit, sagte er. 

„In den letzten zwei Jahren haben deutlich mehr junge Menschen eine Ausbildung zum Imker begonnen als früher - das ist ein Beruf mit Zukunft.“ Wie in den Vorjahren habe es auch weiterhin vereinzelt Diebstähle von Bienenvölkern gegeben, so von der Ohe. „Das gibt es aber seit Jahren, ein Ansteigen der Fälle können wir nicht bestätigen“, betonte er. 

Deutschlands Imker hatten 2015 mit rund 21.000 Tonnen nach Zahlen des Deutschen Imkerbundes mehr Honig geschleudert als in den drei Jahren zuvor. Durchschnittlich hätten die Mitglieder 30 Kilogramm pro Volk ernten können, sagte Sprecherin Petra Friedrich in Wachtberg bei Bonn. Mit einer Rekordernte sei in diesem Jahr nicht zu rechnen, bestätigte sie. 

„Die Frühjahrsernte sieht wohl ganz gut aus, genaue Zahlen liegen aber noch nicht vor.“ Bei der Sommerernte gebe es im Bundesgebiet regional sehr starke Unterschiede, so Friedrich. „Wegen der häufigen Regenfälle konnten die Bienen trotz guter Trachtbedingungen in einigen Gebieten nicht ausfliegen. So mussten manche Imker zufüttern, während andere sehr gute Ernten hatten.“

dpa

Mehr zum Thema:

500 Zivilisten in Aleppo getötet

500 Zivilisten in Aleppo getötet

Grundschule Horstedt feiert Geburtstag

Grundschule Horstedt feiert Geburtstag

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Junger Mann mit Auto in Weser gestürzt - Weiterer Insasse?

Junger Mann mit Auto in Weser gestürzt - Weiterer Insasse?

Familie hat 16.000 Christbaumkugeln und 110 Weihnachtsbäume

Familie hat 16.000 Christbaumkugeln und 110 Weihnachtsbäume

17-jähriger Autofahrer tödlich verunglückt

17-jähriger Autofahrer tödlich verunglückt

Drei Hundewelpen gestohlen

Drei Hundewelpen gestohlen

Kommentare