Jahresbilanz von terre des hommes

Erdbeben und Flüchtlinge regen Spendenbereitschaft an

Osnabrück - Das Erdbeben in Nepal und die Flüchtlingsströme aus dem Nahen Osten nach Europa haben dem entwicklungspolitischen Kinderhilfswerk terre des hommes 2015 deutlich mehr Spenden beschert.

Die Spendeneinnahmen insgesamt seien im Vorjahresvergleich um mehr als 13 Prozent auf knapp 18 Millionen Euro gestiegen, sagte der Vorstandssprecher des Hilfswerks, Albert Recknagel, am Donnerstag in Osnabrück. Die Gesamteinnahmen des Hilfswerks stiegen um 5,3 Prozent auf 22,3 Millionen Euro.

Vor allem wegen der Erdbeben- und Flüchtlingshilfe kletterten die zweckgebundenen Spendenmittel um 22,8 Prozent auf fast 9,6 Millionen Euro. Auch künftig werde die Betreuung von Flüchtlingen eine Hauptaufgabe von terre des hommes sein, sagte Recknagel. Besonders unbegleitete minderjährige Flüchtlinge benötigten dringend eine professionelle Traumabehandlung.

Ein Blick auf die Regionen der Welt macht die sich wandelnden Arbeitsschwerpunkte deutlich: 2015 gingen 13 Prozent der eingesetzten Projektmittel nach Europa, sagte Recknagel. 2014 waren es noch fünf Prozent. Die Mittel flossen vor allem in Projekte für unbegleitete Kinder und Jugendliche in Deutschland und auf Sizilien. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die in Deutschland ankamen, von 15.000 auf 60.000 gestiegen.

Ökologie gewinnt an Bedeutung

Deutlicher werde auch, dass nicht nur Kriege Fluchtursachen sind, sondern immer stärker Menschen auch aus Umweltgründen gezwungen seien, ihre Heimat zu verlassen. „Ökologie gewinnt für uns an Stellenwert“, sagte Recknagel. Daher solle künftig verstärkt auf Projekte gesetzt werden, bei denen soziale und Umweltschutzthemen miteinander verknüpft werden.

Im kommenden Jahr wird terre des hommes in Deutschland 50 Jahre alt - die Gründung war am 8. Januar 1967 in Stuttgart. Die Feier findet am heutigen Sitz der Geschäftsstelle in Osnabrück am 7. Januar statt, sagte Recknagel. Im Jubiläumsjahr sollen fünf Millionen Euro an zusätzlichen Spenden eingesammelt werden. Die Aktion „Wie weit würdest Du gehen“ lehne sich ein bisschen an die bekannte „Ice-Bucket-Challenge“ an. Als prominente Fernsehköpfe sollen Oliver Welke und Barbara Schöneberger dafür Werbung machen.

dpa

Rubriklistenbild: © Burkard Vogt / pixelio.de

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