Diakonie Himmelsthür beginnt Bau von zwei Häusern in Delmenhorst

Spatenstich für mehr Inklusion

Sie freuen sich auf den Beginn der Bauarbeiten: Klaus-Jürgen Janßen, Irene Boldt (beide Bewohnervertretung, BV), Tanja Gürbüz (zukünftige Wohnbereichsleitung), Klaus Steinke, Barbara Nitsch (beide BV), Philipp von Au (Projektmanager), Teo Robbe (BV), Magdalena Bohn (stellvertretende Regionalgeschäftsführerin) und Lars Stürmer (Architekt). - Foto: Wündisch-Konz

Delmenhorst - Die Diakonie Himmelsthür hat mit dem Bau zweier Häuser in Delmenhorst begonnen, in denen 24 Menschen mit hohem Pflege- und Assistenzbedarf sowie Einschränkungen in der Beweglichkeit leben können.

Das Grundstück in Delmenhorst-Bungerhof liegt neben der evangelischen Kirchengemeinde an der Friedensstraße. Bis voraussichtlich Sommer 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, teilte die Diakonie mit. Die Neubauten werden von Aktion Mensch mit 250.000 Euro und vom Diakonischen Werk in Niedersachsen mit 200.000 Euro gefördert. Die Baukos-ten belaufen sich auf 2,1 Millionen Euro, inklusive der Ausstattung mit Möbeln.

Das kleinere Haus bietet Raum für acht Personen, aufgeteilt in zwei Viererwohngemeinschaften auf zwei Etagen. Das zweite Gebäude besitzt zwei Obergeschosse und bietet 16 Personen in drei Wohngemeinschaften mit zweimal sechs und einmal vier Zimmern Platz. Je zwei Menschen teilen sich ein rollstuhlgerechtes Duschbad. Es gibt auch ein großes Pflegebad. Die Privatsphäre wird geachtet, versichert die Diakonie. Dienstleistungs- und Mitarbeiterräume wie ein Zimmer für die Nachtbereitschaft sind separat geplant.

„Für uns bedeutet dieses neue Wohnprojekt einen weiteren wichtigen Schritt auf unserem Weg der Inklusion. Neben der Alltagsbegleitung der Menschen gibt es ein Unterstützungsangebot. Das heißt, jeder erhält einen persönlichen Assistenten“, sagt die stellvertretende Regionalgeschäftsführerin der Diakonie in der Region Niedersachsen Nord, Magdalena Bohn.

Projektmanager Philipp von Au ergänzt, die Wohnangebote sollten auch Menschen mit hohem Assistenzbedarf ein individuelles Wohnen in der eigenen Häuslichkeit ermöglichen. „Wir möchten die Lebensqualität verbessern und Kontakte zum sozialen Umfeld knüpfen.“

Hilfsbedürftige wohnen mitten in der Stadt

Marion Ellerbrock, die Vorsitzende der Bewohnervertretung der Diakonie Himmelsthür, fasst zusammen: „Super, dass auch Personen, die viel Hilfe brauchen, mitten in einer größeren Stadt wohnen können.“

Als Besonderheit der Neubauten hebt Architekt Lars Stürmer hervor, dass alles komplett barrierefrei und rollstuhlgerecht angelegt sei. Die Häuser würden nach den neuesten energetischen Standards mit verbesserter Dämmung errichtet. Die Energie werde auch aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Die Brandschutzstandards seien erhöht. „Wir denken an eine nachhaltige Nutzung“, sagt Stürmer. „Es ist keine Sonderimmobilie. Früher haben wir Heime gebaut. Jetzt bauen wir Mehrfamilienhäuser.“

Die Wohnbereichsleitung an der Friedensstraße wird Tanja Gürbüz übernehmen. Sie ist Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen. Zurzeit leitet sie mehrere Wohnbereiche in Wildeshausen. „Ich freue mich besonders, dass wir hier mittendrin leben werden, so ,normal‘ wie andere auch. Wir sind nicht mehr abgegrenzt, sondern haben das ganze Drumherum, das Miteinander mit der Kirchengemeinde, die Gemeinschaft der Nachbarn und die Nähe zu den Geschäften“, sagt sie.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Grundstücks der Diakonie steht die Emmaus-Kapelle der evangelischen Kirchengemeinde Hasbergen-Bungerhof. Diese feierte Mitte Juni Richtfest für ihr neues Gemeindehaus. Erste gemeinsame Projekte wie die Gartengestaltung oder das Anlegen einer Kräuterspirale mit Ehrenamtlichen und Menschen mit Assistenzbedarf sind bereits geplant. In der näheren Nachbarschaft entstehen zurzeit außerdem mehrstöckige Appartementhäuser.

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