Menschenmassen bei Freimarkt, Schützenfest und Co. erwartet

Sicherheit norddeutscher Feste wird geprüft

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Niedersachsen/Bremen  - Die Sorge vor Anschlägen ist in Deutschland groß - besonders dann, wenn große Menschenmengen zusammenkommen. Doch anders als beim Münchner Oktoberfest werden die Sicherheitsvorkehrungen bei den Volksfesten im Norden in diesem Sommer nicht ausgeweitet.

Wenn Zehntausende Menschen auf Volksfesten eng beisammen sind, ist das auch immer ein Thema für Polizei und Ordnungskräfte. Wegen der Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und der zunehmenden Terrorgefahr stehen die Sicherheitskonzepte für die Sommer-Volksfeste in Niedersachsen besonders auf dem Prüfstand. Doch das hat überwiegend nicht dazu geführt, dass in diesem Jahr deutlich mehr Polizisten im Einsatz oder die Kosten gestiegen sind, wie eine Umfrage ergab. Beim Oktoberfest in München dagegen werden 2,2 Millionen Euro mehr für die Sicherheit veranschlagt.

Schützenfest Hannover (1. bis 10. Juli): Das Thema Sicherheit spielt nach Angaben von Stadt und Polizei keine größere Rolle als sonst. Die Kosten bewegen sich demnach im Rahmen der vergangenen Jahre. Das gilt auch für die Einsatzstärke. "Die Polizei Hannover ist wie in den letzten Jahren auf dem Schützenfest vertreten. Es gibt kein besonderes Sicherheitskonzept", sagte Sprecher Mirco Nowak. Konkrete Zahlen zur Einsatzstärke der Polizei nannte er nicht.

Er verwies darauf, dass die Kriminalität auf dem Schützenfest zuletzt gesunken sei. An den zehn Festtagen im Vorjahr seien zehn Diebstähle zur Anzeige gebracht worden, 2014 seien es dreimal so viele gewesen. Auch Körperverletzungen seien seltener angezeigt worden - 7 im Vorjahr nach 28 im Jahr 2014. Eine Million Besucher werden erwartet.

Maschseefest Hannover (27. Juli bis 14. August): Beim Maschseefest fallen die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen etwa doppelt so hoch aus wie 2015. Gründe seien Vorgaben des Gesetzgebers und Konsequenzen aus den Silvesterübergriffen in Köln, sagte Veranstalter Hans Christian Nolte. So werden in den kommenden Wochen Schulungen für Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste und der Gastronomie angeboten, damit sie bei Übergriffen auf Frauen schnell reagieren können. Darüber hinaus seien in diesem Jahr mehr private Wachmänner im Einsatz.

Vorfälle wie in Köln habe es in kleinerer Größenordnung schon beim Maschseefest 2015 gegeben, sagte der Geschäftsführer der Hannover Veranstaltungs Gesellschaft. "Damit muss man ehrlich umgehen." Seit der Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg sei das Sicherheitskonzept permanent verbessert worden. So könne seit dem Vorjahr bei zu viel Andrang das viel besuchte Maschsee-Nordufer geschlossen werden. An den 19 Festtagen des Vorjahres waren rund um den Maschsee mehr als 2,1 Millionen Besucher gezählt worden.

Stoppelmarkt Vechta (11. bis 16. August): Wenn vom 11. bis 16. August voraussichtlich wieder rund 800.000 Menschen zum traditionellen Stoppelmarkt nach Vechtakommen, sind die Sicherheitsvorkehrungen nach Angaben der Organisatoren so wie in den vergangenen Jahren. "Wir zählen nicht zu den besonders gefährdeten Orten. Es gibt keinen Grund, das Sicherheitskonzept in diesem Jahr zu ändern", sagte Marktmeister Jens Siemer.

Auf dem Festgelände seien nur wenige private Sicherheitskräfte im Einsatz, eher in den Bewirtungszelten. Auch an den fünf Eingängen gebe es keine besonderen Kontrollen, sagte Siemer. Die Polizei prüft laut Sprecherin Maren Fokken, ob die Zahl der Einsatzkräfte aufgestockt wird.

Kramermarkt Oldenburg (30. September bis 9. Oktober): Nach den Sommerferien wollen die Verantwortlichkeiten in Oldenburg das Sicherheitskonzept festlegen. Stadtsprecher Reinhard Schenke geht aber nicht davon aus, dass die Vorkehrungen erweitert werden. Schon vor einigen Jahren sei das Sicherheitskonzept überdacht und angepasst worden: "Das ist nicht erst seit Paris und Köln ein Thema." Zum Kramermarkt waren 2015 rund 1,3 Millionen Menschen gekommen.

Freimarkt Bremen (14. bis 30. Oktober): Mehr als vier Millionen Besucher zählte der Freimarkt im vergangenen Jahr- die fünfte Jahreszeit in Bremen gilt als größtes Volksfest im Norden. Polizei und Veranstalter haben noch etwas Zeit, um das Sicherheitskonzept festzuzurren.

 "Derzeit haben wir keine besonderen Vorkehrungen über das normale Maß hinaus geplant", sagte Polizeisprecher Dirk Siemering. Er gibt aber zu bedenken, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien: "Man muss die Lage immer im Auge behalten." Vorfälle ähnlich der Silvesternacht in Köln habe es im vergangenen Jahr nicht gegeben.

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