Termine per Telefon

Kaum Interesse an Facharzt-Vermittlung

Hannover - Die Servicestelle zur Vermittlung von Facharztterminen in Niedersachsen stößt auf weit geringeres Interesse als ursprünglich erwartet. Im ersten Halbjahr ihres Bestehens gingen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) 31.394 Anrufe ein.

Bis zum 22. Juli 2016 wurden insgesamt 7401 Termine an Kassenpatienten vermittelt. Im Durchschnitt meldeten sich 250 Anrufer pro Tag. Die KVN war bei ihren Planungen von 5000 Telefonkontakten täglich ausgegangen.

Seit dem 25. Januar können sich gesetzlich Versicherte bei der Stelle innerhalb von vier Wochen einen Facharzt-Termin beschaffen lassen. Ziel der Politik war, längere Wartezeiten zu vermeiden. Die Patienten benötigen allerdings eine ärztliche Überweisung mit einer Codenummer. Diese lag in den ersten sechs Monaten in Niedersachsen bei 13.000 Ratsuchenden nicht vor. Weitere 10.000 Anrufer hätten lediglich allgemeine Hinweise zur Terminvermittlung gewünscht, sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke.

Anfahrten von bis zu 30 Minuten zumutbar

Zwischen Harz und Nordsee wurden am häufigsten Termine bei Kardiologen, Rheumatologen und Gastroenterologen vermittelt. Auch Nervenärzte waren stark nachgefragt. Die Patienten müssen bei der Vermittlung den angebotenen Arzt und die angebotene Uhrzeit akzeptieren. Anfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln von bis zu einer halben Stunde gelten als zumutbar.

Die deutsche Ärzteschaft hatte sich gegen die vom Gesetzgeber vorgegebene Einrichtung der Terminservicestellen gewehrt. Der KVN-Vorsitzende Mark Barjenbruch hält sie für "ein Produkt, das der Markt nicht braucht". Patienten suchten sich lieber selbst ihren Wunscharzt in ihrer Wunschregion.

dpa

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